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München - Die Bundesliga hat Kult-Trainer Peter Neururer abgehakt, er schmiedet stattdessen andere Pläne. Am Sonntag wird er 65 und hat noch einiges vor.

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Peter Neururer kann auch kurz vor seinem 65. Geburtstag nur schwer die Füße stillhalten und versucht, in Zeiten von Corona seinen Tag "krampfhaft mit Inhalten" zu füllen.

"Mir und meiner Familie geht es gut" erklärte Neururer SPORT1: "Die Corona-Situation ist aber schwer, weil fast alles, was ich gerne tue, mit Fußball zu tun hat."

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Ausgerechnet jetzt pausiert auch noch sein absoluter Lieblingssport. "Jeder Tag ohne Fußball ist ein verlorener Tag", klagt der bekennende Schalke-Fan. Langeweile - für den umtriebigen Neururer, der am Sonntag Geburtstag feiert, ein Grauen.

Dabei wollte er gerade jetzt unbedingt wieder loslegen, bevor die Corona-Pandemie ihm einen Strich durch die Rechnung machte. 

"Es gibt die Anfrage einer Nation, die sich noch für die EM qualifizieren möchte", verrät der Coach zuletzt im Gespräch mit SPORT1.

Neururers Optionen für die Zukunft

Welcher Nationalverband bei ihm angefragt hat, wollte der langjährige Bundesligatrainer aber nicht verraten - unter anderem weil der Nationaltrainer dort noch im Amt sei. "Deswegen habe ich die Gespräche nicht selbst geführt", sagte der 64-Jährige.

Daneben sei Neururer in Verhandlungen mit dem Gelsenkirchener Personaldienstleister Stölting Service Group, bei dem er im Bereich der Spieler- und Trainerberatung tätig werden würde: "Mit der Firma laufen im Hintergrund Gespräche und es könnte sein, dass wir in Kürze zum Abschluss kommen." 

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Eine dritte Option gebe es darüber hinaus: "Wenn ich mit Stölting übereinkomme, dann hat sich alles erledigt. Im Fall der Fälle gibt es noch eine Anfrage aus den USA von einem texanischer Verein in der Nähe von Dallas. Diese Gespräche sind aber wegen Corona ins Stocken geraten", sagte der Coach.

In Deutschland noch einmal Trainer zu werden, kann Neururer sich dagegen nicht mehr vorstellen: "Wo soll ich noch hingehen?", fragt er mit Blick auf seine Bundesliga-Vergangenheit. 

Nur in Bochum blieb Neururer länger Trainer

Schalke 04, Hertha BSC, Hannover 96, Fortuna Düsseldorf, der 1. FC Köln, Alemannia Aachen oder die Kickers Offenbach - bei keinem der Vereine stand er länger als ein oder zwei Jahre an der Seitenlinie.

Nur beim VfL Bochum hielt es ihn vier Jahre. 2002 stand der VfL mit Coach Neururer erstmals an der Tabellenspitze der Bundesliga, 2004 spielten die Bochumer nach sieben Jahren sogar wieder international im UEFA-Pokal, nach der ersten Runde war allerdings Schluss. 

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Seine vorerst letzte Station im deutschen Vereinsfußball war der Regionalligist SG Wattenscheid 09, der kurz nach seinem Amtsantritt als sportlicher Leiter Insolvenz anmelden musste. Neururer rechnet mit dem Klub ab, er habe nach eineinhalb Wochen feststellen müssen, dass dort alles auf "reinen Lügenkonstrukten" basierte.

Zu seinem Alter meint er schmunzelnd: "Das sind gelebte 170, das sind gefühlte 35, und das werden effektive 65." Den ihm unbekannten Stillstand muss er in dieser Zeit allerdings wohl oder übel akzeptieren, die Gesundheit sei für ihn das Wichtigste, erst recht nach seinem Herzinfarkt 2012. Seitdem feiere er sowieso jeden Tag, "nicht nur den Geburtstag".

Nun wartet Neururer sehnsüchtig, dass der Ball irgendwann wieder rollt - nicht zuletzt auch bei SPORT1, wo Neururer im Fantalk weiter Experte ist. "SPORT1 hat natürlich auch eine große Rolle in meinem Leben gespielt. Die Rolle als Experte hat mir immer viel Spaß gemacht."