Bruno Labbadia folgt bei Hertha BSC auf Alexander Nouri
Bruno Labbadia folgt bei Hertha BSC auf Alexander Nouri © Getty Images
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In der vergangenen Woche wurde Bruno Labbadia zum neuen Trainer von Hertha BSC ernannt. Nun wurde er auf einer Pressekonferenz vorgestellt.

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Am Gründonnerstag hatte Hertha BSC die Verpflichtung von Bruno Labbadia bekannt gegeben - nun wurde der neue Berlin-Coach auf einer Pressekonfernz vorgestellt.

Der 54-Jährige zeigte bei seinem ersten Auftritt als Hertha-Coach viel Engagement - aber auch Demut.

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"Ich habe total Bock darauf", sagte der frühere Nationalspieler: "Ich hatte mehrere Anfragen, auch aus dem Ausland. Ich kann aber sagen, dass Hertha mein Wunschverein war, auch schon im Sommer. Ich sehe in der Mannschaft Potenzial, aber auch im Verein."

Die PK zum Nachlesen.

+++ Das war die letzte Frage +++

Die Cyber-PK ist zu Ende. Wir bedanken uns fürs Mitlesen und wünschen noch einen schönen Ostermontag!

+++ Labbadia über die Trainingsmöglichkeiten +++

Ich habe schon so viel erlebt, die besten Anlagen waren da. Aber 50 Prozent wurde nicht genutzt. Wir werden kein Hokuspokus machen, wenn etwas fehlt, werde ich Michael fragen, ob wir das bekommen. Ich mag nicht zu sagen: Ich brauche mehr. Wir müssen aus den Gegebenheiten das Optimale rausholen. Der Erfolg steht an erster Stelle. Ich kann keine Freude haben, wenn ich keine Erfolg habe. Wenn man ereit ist, viel zu tun, kommt das auch zurück.

+++ Worauf freut sich Labbadia am meisten? +++

Ich freue mich am meisten auf die ganze Aufgabe - alles andere wird sich zeigen. Ich mag Berlin, habe eine besondere Beziehung zu dieser Stadt. 

+++ Frage an Labbadia nach Investor Windhorst +++

Die Möglichkeit hatte ich noch nicht. Es wird sicher bald passieren. Meine direkten Ansprechpartner sind aber Michael und Herr Gegenbauer. Was die Ambitionen betrifft: Ich habe einige Zeiten erlebt, wo man gegen den Abstieg spielt, das hat mir viel gebracht. Du musst dann funktionieren. Ich habe viel mitgenommen. Das andere ist positiver Druck.

+++ Frage nach Arne Friedrich +++

Preetz: Arne bleibt dabei, das ist klar. Ich kann mir vorstellen, dass er auch über die Saison hinaus bleibt, wir können uns das gut vorstellen. Als Verbindungsglied zwischen Kabine und Geschäfstleitung. Die Gespräche werden in den nächsten Wochen intensivieren. Wir hoffen, dass er an Bord bleibt.

Labbadia: Ich möchte sehr gerne, dass Arne nah an der Mannschaft ist. Ich bin froh, dass er da ist. 

+++ Frage über Fußball in Coronazeiten +++

Preetz: Der Fußball geht genauso verantwortungsvoll mit dieser Aufgabe um, wie auch die Gesellschaft und die Politik. Wir tun alles, dass wir die Auflagen der Behörden erfüllen. Es ist der Broterwerb für alle, insofern hat die DFL auch die Aufgabe, wie es möglich ist, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen. Wir lassen uns den Optimismus nicht nehmen und hoffen, dass wir bis zum 30. Juni die Saison abschließen.

+++ Frage an Preetz über die kommenden Ziele +++

Bevor wir uns mit der Zukunft befassen, müssen wir die Aktualität bewältigen. Wir sind sechs Punkte vor den Abstiegsrängen. Von größeren Zielen möchte ich deshalb erst einmal nicht reden. Dennoch will auch Bruno natürlich Erfolg haben. Das erste Ziel ist, die Situation z überstehen, dass wir auch in der kommenden Saison in der Bundesliga sind. Dann werden wir miteinander sprechen, was künftig die Ziele sind. 

+++ Was erwartet die Spieler? +++

Wie weit sind die Spieler körperlich? Die Mannschaft war vier Wochen nicht am Ball, das ist eine halbe Ewigkeit. Wie führen wir die Spieler langsam ran? Unser Spiel erfordert viele Sprints. Wir werden in allen Bereichen arbeiten, in der Athletik, in der Organisation, in der Taktik. Die Arbeit wird nicht nur auf dem Platz stattfinden. Wir müssen die Spieler begeistern. Ich habe Bock auf Fußball, das will ich auf die Mannschaft übertragen. 

+++ Was ist nach der Pause wichtiger? Physis oder spielerische Komponente?

Physis und spielerische Komponenten sind gleich wichtig. Wir müssen jetzt genau steuern, wie wir trainieren. Die Situation ohne Zuschauer wird speziell, das kommt das Spielerische zum Tragen. Aber auch das Mentale ist wichtig. Wir müssen uns drauf einstellen und die Spieler dahin bringen, sich darauf einzustellen. Wir können es nicht proben. 

+++ Der besondere Reiz an Hertha? +++

Mein Ziel war es nicht, mitten in der Saison einzusteigen. Mein Wunsch war es, im Sommer anzufangen. Aber die Situation ist eine besondere. Die Geschehnisse habe ich verfolgt, aber dazu will ich nicht viel sagen. Es ist imemr ein anderes Bild, wenn du drin bist, als wenn du von außen drauf schaust. 

+++ Labbadia über den heutigen Zeitplan +++

Heute werde ich erst einmal mit dem Team neben der Mannschaft sprechen. Ob es der Zeugwart ist oder der Physiotherapeut. Jeder darf sehr frei arbeiten, auch wenn es bei mir zusammen läuft. Der Umgang mit den Menschen ist für mich entscheidend. Danach komme ich mit der Mannschaft zusammen, Wir müssen einen Raum wählen, wo man die Abstände einhalten kann. Wir werden sehr viel in der Einzel- und Gruppenanalyse arbeiten. Jedes Training wird aufgenommen.

+++ Labbadia über seine Zeit nach Wolfsburg +++

EIne Pause hätte ich nicht gebraucht. Ich habe mich auch gegen einige Angebote entschieden. Ich wollte das richtige, das ist oft ein schmaler Grat. Es gibt nur 18 Klubs in der Bundesliga, auch im Ausland kommen nicht so viele Vereine i Betracht. Auf Hertha habe ich total Bock. Die ersten zwei Monate waren anders als sonst. Normalerweise bist du platt, in Wolfsburg bin ich aus einem totalen Erfolg rausgegangen. Dann war ich unruhig und musste mich zügeln, jedes Angebot anzunehmen. Wir haben als Trainerteam viel Zeit miteinander verbracht, waren auch mal eine Woche lang auf einer Hütte. Ansonsten habe ich viel Zeit mit meiner Familie verbracht.

+++ Labbadia über seine Spielidee +++

Ich will keine großen Ankündigungen machen. Ich bin davon überzeugt, dass man erstmal arbeiten sollte, bevor man viel erzählt. Ich hoffe, dass die Mannschaft meine Idee umsetzen kann, in WOlfsburg hat das hervorragend geklappt. Ich habe total Bock, meine Idee auf den Platz zu bringen und auf die Mannschaft zu übertragen. 

+++ Labbadia über den Start bei Hertha +++

Im Sommer war es so, dass die positive Zeit mir eine unglaubliche Power gegeben hat. Die Situation in Berlin, dass ich der vierte Trainer bin - das darf man bei der Mannschaft nicht unterschätzen. Dann noch die außergewöhnliche Situation mit Corona. Mit Fingerschnipsen wird es nicht funktionieren. Die Kommunikation mit den Spielern wird elementar. Wir müssen die Spieler in den Wettkampfmodus bringen - ohne dass wir Wettkampf üben müssen. Das wird eine echte Herausforderung. Ich hoffe, dass die Mannschaft das mitmacht. Auch das Thema Geisterspiele - da müssen wir uns auch darauf vorbereiten.

+++ Wie geht's in die neue Saison? +++

Wenn wir Glück haben, haben wir zwei oder drei Wochen Vorbereitung im kommenden Sommer. Vielleicht fällt die auch komplett flach. Manchmal muss man die Chancen beim Schopf packen. Wir müssen jetzt das Optimale ziehen. Wir haben uns Trainingsformen überlegt, auch schon in Zweiergruppen. Heute stehen wir in Dreiergruppen zusammen. Dann stellen wir der Mannschaft unsere Spielidee vor. Ich freue mich auf die Mannschaft. Ich hatte mehr Anfragen, auch das Ausland war ein Thema. Aber Hertha war mein Wunschverein, weil ich bei der Mannschaft ein Potenzial sehe. Mir haben die Gespräche gefallen. Ich muss auch nicht mehr alles machen, ich hatte ein sehr gutes Gefühl. 

+++ Labbadia legt los +++

Es war ein logischer Schritt zu sagen, dass es jetzt schon losgeht. Ich habe mir das ganze Gelände angeguckt. Ich habe zu Berlin eine besondere Beziehung, meine Schwester hat 20 Jahre hier gelebt, mein Neffe ist Berliner. Jetzt beginnt die Arbeit, das ist eine außergewöhnliche Situation. Wie gehe ich mit der Mannschaft um? Ich kann keine Hand schütteln, keinen in den Arm nehmen. Aber egal! Wir müssen in Lösungen denken, das Beste machen. Das Ziel ist, die Mannschaft auf den Tag X vorzubereiten.

+++ Preetz über Labbbadias Gehaltsverzicht +++

Er hat Hertha angeboten, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Saison wieder losgeht, auf weite Teile seines Gehalts zu verzichten. Dafür möchte ich mich schon zu Beginn bedanken, weil er sehr reflektiert auf die Gesamtumstände abhebt. 

+++ Preetz legt los +++

Preetz: Es ist vier Wochen her, dass die Unterbrechung kam. Das sind ungewöhnliche Wochen. Aber auch im speziellen bei uns in Berlin. Wir haben uns viele Gedanken gemacht. Wir hatten gesagt, dass wir im Sommer eine neue Besetzung der Cheftrainerrolle haben wollen. Wir werden keine normale Sommerpause haben. Deswegen haben wir uns entschieden, jetzt Labbadia zu holen. Wir wissen alle, dass es auch eine schwere Situation für Nouri war, vor allem nachdem Klinsmann durch die Hintertür gegangen war. Es war keine Selbstverständlichkeit. 

Bruno ist ein Kind der Bundesliga, wir freuen uns, dass er eine Mannschaft entwickelt kann. Wir sind aber nicht blauäugig, im Bezug auf die jetzige Spielzeit. In den nächsten Wochen wollen wir die offensive Spielidee durchsetzen.

+++ Es geht los +++

Der neue Hertha-Coach Labbadia und Geschäftsführer Michael Preetz haben Platz genommen.

+++ Los geht's um halb elf +++

Seinen ersten Auftritt als Hertha-Coach wird Labbadia ab 10.30 Uhr haben. Dann ist die Pressekonferenz angesetzt, die wegen der Corona-Pandemie selbstredend als Cyber-PK angesetzt ist.

+++ Labbadia folgt auf Nouri +++

Eigentlich suchten die Berliner erst für Sommer einen neuen Mann für die sportlichen Geschicke des Klubs, jetzt trafen die Verantwortlichen schon früher eine Entscheidung. Heißt: Trennung von Alexander Nouri, der nach dem spektakulären Rücktritt von Jürgen Klinsmann als Interimstrainer fungiert hatte.

+++ Reif fordert "klaren Kurs" von Labbadia +++

Für SPORT1-Experte Marcel Reif ist für Labbadias Erfolg essentiell, dass der neue Trainer einen klaren Kurs fährt und den Spielern deutlich macht, dass es zunächst nicht um den Traum vom Big City Club, sondern um den Klassenerhalt geht. 

"Eine Hauptstadt mit einem solchen Klub müssen andere Ziele haben, aber jetzt müssen sie erstmal gucken, dass sie die Liga halten, der Champions-League-Sieg kann erst danach kommen," sagte Reif im CHECK24 Doppelpass. 

+++ Helmes glaubt an Labbadia +++

Patrick Helmes ist jedenfalls von den Qualitäten des 54-Jährigen überzeugt.

"Ich habe ja unter ihm trainiert und er schafft es wirklich, in kurzer Zeit eine Truppe zu begeistern und für sich zu gewinnen", sagte der ehemalige Stürmer im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1.

"Ich habe jetzt noch Kontakt zu ihm und hole mir Tipps als werdender Trainer. Die Struktur und den Willen, den er hat, das ist schon enorm."