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München - Hertha BSC und Michael Preetz ernten viel Lob für die Verpflichtung von Bruno Labbadia. Doch der Name Niko Kovac wird in Berlin nicht aus den Gedanken verschwinden.

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Ein Stück weit Genugtuung dürfte Michael Preetz in den vergangenen Wochen verspürt haben.

Für die Entscheidung, Bruno Labbadia schon jetzt mitten in der Corona-Krise zum Cheftrainer von Hertha BSC zu machen, erntete der Sport-Geschäftsführer der Berliner fast durchweg positive Reaktionen. Das ist insofern bemerkenswert, als dass Labbadia bereits der vierte Cheftrainer ist, dem Preetz in dieser Saison die Mannschaft anvertraut.

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Doch mit der Personalie Labbadia ist Preetz und dem Verein nach dem spektakulären und geräuschvollen Ende der Episode Jürgen Klinsmann ein kleiner Stimmungsumschwung gelungen. Hin zu mehr Optimismus, zur Hoffnung auf eine langfristig erfolgreiche Zukunft des Hauptstadtklubs.

Für diese Zukunft hat Preetz Labbadia aber einen Rucksack aufgesetzt, der noch zur Belastung werden könnte. Im CHECK24 Doppelpass bestätigte Preetz am Sonntag, was ohnehin jedem klar war: dass er sich auch mit dem gebürtigen Berliner und Ex-Bayern-Trainer Niko Kovac über eine mögliche Zusammenarbeit ausgetauscht habe. Seine Ehrlichkeit ehrt Preetz, zumal er glaubhaft versichern konnte, dass Labbadia eine Wunschlösung ist.

Weitere Millionen-Spritze in Aussicht

Die Wunschlösung vieler Hertha-Anhänger wäre aber eben doch Kovac gewesen. Ein Berliner Junge, der auch das Hertha-Trikot getragen hat. Labbadia muss also damit leben, dass Kovac weiterhin als Schattenmann hinter ihm steht, sollte die Entwicklung nicht in die Richtung "Big City Club" gehen, die sich Investor Lars Windhorst wünscht.

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Der wird den Berlinern wohl bald weitere Millionen zuschießen, auch das bestätigte Preetz am Sonntag. Mit diesem frischen Geld könnte die Hertha auf dem womöglich einbrechenden Transfermarkt im Sommer punkten, um Labbadia die Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die er braucht. Stabilisierung in der Krise (Nichtabstieg), dann Wachstum (Angriff auf die Europapokal-Plätze) – so lautet der Plan.

Das ist ganz nach dem Geschmack Labbadias, der von seinem Retter-Image weg und beweisen will, dass er auch für höhere Aufgaben geeignet ist. Gelingt ihm der Beweis, wird auch der Schatten von Niko Kovac irgendwann verschwinden.