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München - Bruno Labbadia wird neuer Cheftrainer bei Hertha BSC. Am Ostermontag soll er das erste Training leiten. Was macht ihn für Manager Michael Preetz so interessant?

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Bruno Labbadia wird neuer Cheftrainer bei Hertha BSC.

Der gebürtige Darmstädter und frühere Nationalspieler soll einen Vertrag bis 2022 erhalten. Am Ostermontag soll Labbadia loslegen. Zusammen mit seinen beiden Co-Trainern Olaf Janßen und Eddy Sözer. Letzterer war auf jeder Station von Labbadia dessen Assistent.

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Eigentlich suchten die Berliner erst für Sommer einen neuen Mann für die sportlichen Geschicke des Klubs, jetzt trafen die Verantwortlichen schon früher eine Entscheidung. Heißt: Trennung von Alexander Nouri, der nach dem spektakulären Rücktritt von Jürgen Klinsmann als Interimstrainer fungiert hatte.

In den vergangenen Tagen leitete der 40-Jährige das Training in Kleingruppen nicht, sondern Athletiktrainer Henrik Kuchno. Nouri weilte bei seiner Familie in Weyhe nahe Bremen.

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Mit Blick auf den Trainerposten sagte Herthas Geschäftsführer Michael Preetz unlängst, dass es "für Sommer natürlich eine Aufgabe" sei, "eine neue Besetzung für den Cheftrainerposten zu finden". Die Hertha suche einen Trainer, "der mit uns die Ziele angeht, der ehrgeizig und ambitioniert ist", erläuterte Preetz: "Das ist eine interessante Stellenbeschreibung."

Labbadia schon länger Kandidat

Nun also soll es Labbadia angehen, auf den die Stellenbeschreibung gut passt. Nach SPORT1-Informationen spielte der 54-Jährige schon länger eine Rolle in den Überlegungen von Preetz. Schon vor knapp einem Jahr gab es erstmals Kontakt, Ende November nach der Trennung von Ante Covic erneut.

Damals entschied sich die Hertha für Klinsmann, auch weil Labbadia zunächst offenbar keine große Lust hatte, als Retter während der Saison einzusteigen. Diese Einstellung hat sich nun geändert.

Dagegen hatte Niko Kovac keine Ambitionen. Der gebürtige Berliner und frühere Hertha-Spieler, der immer wieder als neuer Hertha-Coach gehandelt wurde, wollte nach seinem Aus beim FC Bayern nicht in der laufenden Saison auf einen Trainerposten zurückkehren.

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Doch warum ist Labbadia der Richtige? Ein Blick auf seine zurückliegenden drei Stationen zeigt, dass Labbadia weit mehr ist als ein Feuerwehrmann, den manche Kritiker in ihm sehen.

Auch Preetz lobte die Arbeit seines künftigen Trainers vor einiger Zeit bereits öffentlich. Ob nun mit den "üblichen Verdächtigen wie Labbadia" als Nachfolgekandidaten zu rechnen sei, wurde Preetz nach dem Klinsmann-Aus gefragt. Seine eindeutige Antwort: "Es ist anmaßend, so von Bruno Labbadia zu sprechen. Er hat überall gute Arbeit geleistet und ist ein verdienter, anerkannter Bundesliga-Trainer."

Erfolge mit dem VfB, HSV und Wolfsburg

Den VfB Stuttgart führte der Fußballlehrer in der Saison 2012/2013 in das Pokalfinale. Schon damals konnte Labbadia also die Luft im Olympiastadion schnuppern. 

Den Hamburger SV rettete er in der Saison 2014/2015 in der Relegation gegen den Karlsruher SC (1:1 und 2:1 n.V.) vor dem Abstieg in die 2. Liga. 

Und beim VfL Wolfsburg, den er im Februar 2018 auf dem 14. Tabellenplatz übernahm, überzeugte er zunächst mit dem erreichten Klassenerhalt, in der darauffolgenden Saison gelang ihm schließlich die Qualifikation für die Europa League.

Am Ende der erfolgreichen Spielzeit gab Labbadia von sich aus überraschend bekannt, dass er in keine Verhandlungen um eine Verlängerung seines Kontraktes einsteigen wolle. Der Grund waren Meinungsverschiedenheiten mit VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke.

Auch Investor Windhorst spielte eine Rolle

Seine erfolgreiche Arbeit in der Vergangenheit soll und will Labbadia nun in der Hauptstadt fortsetzen. Auch der finanzstarke Investor Lars Windhorst dürfte ihn überzeugt haben.

Labbadias Auftrag ist klar: Er soll die Berliner in der laufenden Saison erst in sichere Gefilde bringen und dann weiter nach oben führen.

Für Labbadia ist es die nächste Möglichkeit zu zeigen, dass er mehr als ein Retter ist.