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München - Corona und die Folgen bringen den FC Schalke 04 in Existenznot. Olaf Thon und Jens Lehmann sehen bei SPORT1 jedoch mehrere Anlässe zur Hoffnung.

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Zerbricht der FC Schalke 04 an der Coronakrise?

Der Traditionsklub aus Gelsenkirchen ist durch den Ausfall des Spielbetriebs in akute Finanzprobleme geraten. Der Vorstand warnte vor einer "existenzbedrohenden wirtschaftlichen Situation", sollte die Saison noch abgebrochen werden müssen. Das Worst-Case-Szenario Insolvenz steht im Raum.

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Bundesliga ohne S04? Die Klublegenden Olaf Thon und Jens Lehmann können und wollen sich das nicht vorstellen. "Der Verein ist niemals am Ende", erklärte Thon im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1, Lehmann stimmte zu.

Im Dopa führten die beiden aus, was ihnen Hoffnung macht - und skizzierten potenzielle Wege aus der Krise.

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- Das Krisenmanagement des FC Schalke 04

Den Alarmruf von Finanzvorstand Peter Peters sieht Thon, der dem Klub unter anderem als Abteilungsleiter des Traditionsteams verbunden ist, als sinnvollen Schritt, das nötige Bewusstsein für die Krise zu schaffen.

"Peter Peters wollte alle Schalker mitnehmen und zur Unterstützung aufrufen - zum Beispiel was Eintrittskarten betrifft", meint Thon.

Den Gehaltsverzicht der Profis und andere in die Wege geleitete Maßnahmen betrachtet Thon als Beleg, dass alle wissen, was die Stunde geschlagen hat.

"Es ist wichtig, am Anfang den Finger in die Wunde zu legen, als später zu sagen, wir haben es verpasst", findet der Weltmeister von 1990.

- Die Marke Schalke 04

Ein Aus für den Traditionsklub ist für Jens Lehmann schon allein deshalb nicht denkbar, weil er überzeugt ist: Im Zweifel wird die Strahlkraft des Klubs einen oder mehrere Retter auf den Plan rufen.

"Sie werden immer Geldgeber finden, die unterstützend zur Seite stehen, wenn es mal knapp ist. Vielleicht kann auch Clemens Tönnies wieder einspringen, wenn Not am Mann ist", glaubt Lehmann (der zuvor im Dopa mit seiner Ansicht über einen Neustart der Bundesliga auch mit Fans für eine Kontroverse gesorgt hat).

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- Die Jugendarbeit

Dass Schalke es oft nicht geschafft hat, die selbst geformten Talente gewinnbringend zu verkaufen, ist ein Faktor beim Weg in die Finanznot. Trotzdem sind Thon wie Lehmann sicher: In der Krise ist die europaweit bewunderte Jugendarbeit des Klubs ein Rettungsanker.

In diesen Bereich sei "unheimlich viel" investiert worden, so Lehmann. Thon meint gar, dass der Sparzwang bei Transfers zur Chance für die Youngster werden wird: "Wir haben auch viele Talente, die können dann zeigen, was sie können."

- Ausgliederung als Chance?

Bei dem Thema ist Thon eher skeptisch, für Lehmann dagegen weist die auch von Peters angestoßene Debatte, die Profi-Abteilung von eingetragenen Verein zu lösen, in die richtige Richtung.

"Eine Ausgliederung des Fußballs in einem Verein ist immer von Vorteil, weil man Möglichkeiten in der finanziellen Gestaltung, in der Vermarktung, in der Gründung von Partnerunternehmen hat", sagt er.

Das Gegenargument, dass Schalke damit ein Alleinstellungsmerkmal verliert, findet Lehmann nicht wesentlich: "Borussia Dortmund ist in weiten Teilen im Besitz anderer Leute, die spielen auch ihre Tradition aus."

Was Thon allerdings zu bedenken gibt: "75 Prozent der Mitglieder müssen dem zustimmen, das ist eine sehr hohe Hürde. Ich kann es aber nicht ausschließen, es muss alles auf den Tisch in so einer kritischen Situation."