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Dortmund - Der Schlussmann von Borussia Dortmund spricht über andauernde Vertragsverhandlungen und Einstiegsszenarien der Liga nach Corona.

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Ein wenig ungewohnt war es dann doch. Auch für Roman Bürki. Aufgrund der Corona-Pandemie hat Borussia Dortmund die erste Video-Pressekonferenz der Vereinsgeschichte einberufen.

Der 29 Jahre alte Torwart wurde mehreren Medien per mobilem Endgerät, darunter SPORT1, zugeschaltet. Bürki sprach über…

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seinen 2021 auslaufenden Vertrag:

"Bei uns, zwischen Dortmund und mir, ist es überhaupt keine Frage des Geldes. Wir tauschen uns aus und gucken, was möglich ist. Bisher haben wir uns noch nicht gefunden. Während Corona ist das aber nicht wichtig. Im Moment gibt es wichtigere Dinge. Es geht darum, dass alle Menschen gesund sind. Wir haben ausgemacht, dass wir nach der schwierigen Zeit wieder über meinen Vertrag sprechen."

die aktuelle Situation:

"Man fragt sich schon, wann es wieder losgeht. Niemand hat aber eine Antwort darauf. Ich weiß auch nicht, ob die Lage besser ist. Es ist für alle schwierig vorherzusehen, wann es weitergeht. Wir müssen unseren Job weitermachen, indem wir uns fithalten und trainieren, um dann, wenn es wieder weitergeht, alles zu geben."

die derzeitige Nachrichtenlage:

"Mich interessiert, was in der Welt passiert. Ich schaue und lese regelmäßig Nachrichten, darunter gibt es auch sehr viele positive Nachrichten wie zum Beispiel Spendenaktionen. Menschen. Das ist sehr positiv neben all den schlimmen Dingen, die momentan auf der Welt passieren."

das Training zuvor im Home-Office:

"Ich habe versucht, mir mit dem Ball das Gefühl zurückzuholen. Aber simulieren kannst du das nicht, wenn du nicht auf dem Platz stehst und jemanden hast, der dir die Bälle zuwirft oder zuschießt. Ich habe die Zeit genutzt, indem ich mir viele torwartspezifische Videos angeschaut habe, wie ich an meinem Spiel arbeiten kann. Ich bin froh, dass wir wieder auf dem Platz arbeiten können."

Geisterspiele:

"Das ist natürlich nicht angenehm. Wenn das aber der einzige Weg ist, damit wir wieder spielen und auch die Menschen vorm TV wieder Spaß haben, dann gehen wir natürlich mit. Es muss weitergehen. Ich hoffe, dass wir sobald wie möglich wieder spielen können. Wir müssen irgendwann weitermachen, wenn auch ohne Fans. Es hängen ja auch viele Arbeitsplätze am Fußball. Ich hoffe, dass wir schnellstmöglich wieder in die Spur kommen können."

einen von vielen DFL-Gedankengängen, die Spieler bis Saisonende in Hotels einzukasernieren:

"Die Idee kenne ich bislang noch gar nicht. Aber wenn es so kommen würde: Klares Nein! Das kann ich mir nicht vorstellen."

den Einfluss von Corona auf den weiteren Saisonverlauf:

"Ich glaube schon, dass wir uns auf Geisterspiele speziell vorbereiten müssen. Die Situation, wie in Paris, ist ganz speziell. Kein Spieler konnte das abrufen, was er eigentlich kann. Wir haben im Rückspiel in Paris zum Schluss so viel Druck gemacht. Ich bin davon überzeugt, dass mit der Unterstützung der Zuschauer etwas drin gewesen wäre.

Das hätte uns gepusht und die nötigen Extra-Prozentpunkte rausgeholt. Wir brauchen eine spezielle Vorbereitung auf diese Spiele. Ich frage mich aktuell, wann ich überhaupt wieder im Tor stehen darf. Die ganze Sache wird, wie ich glaube, sicher Einfluss auf die Saison haben."

ein mögliches Infektionsrisiko bei Geisterspielen:

"Ganz ehrlich: Wir haben auch im Spielerkreis über dieses Thema gesprochen. Es könnte ja so sein, dass womöglich alle Spieler vor einem Spiel getestet werden. Nur gesunde Spieler dürften dann spielen.

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Jetzt sagt man natürlich: Wenn keine Symptome da sind, ist der Test nicht viel wert, weil es am nächsten Tag schon wieder anders sein kann. Wir berühren alle die gleichen Bälle. Am Ball findet sich Schweiß, trotzdem macht man Kopfbälle. Das sind alles Dinge, über die man sich natürlich Gedanken macht. Ich vertraue aber darauf, dass die Verantwortlichen eine gute Lösung finden. Wir alle würden gerne bald wieder im Stadion spielen."

Chancen, den Fußballer-Beruf aufgrund von Corona in besseres Licht zu rücken:

"Ich sehe das auf jeden Fall als Chance. Der Ruf des Fußballers kommt nicht von ungefähr. Es gibt Spieler, die zu Geld anders stehen und anders damit umgehen, die gerne zeigen, was sie sich leisten können.

Und dann gibt es wiederum andere, die ihr Geld sparen und besser damit umgehen. Ich würde aber nie alle Spieler in den gleichen Topf werfen und sehe das differenzierter. Insgesamt ist das aber eine große Chance für uns Spieler und den ganzen Fußball.

Das ist eine Chance, die wir nutzen können. Wir können anderen Menschen in dieser schwierigen Situation helfen. Viele Kollegen gehen da aktuell mit gutem Beispiel voran."