Lesedauer: 3 Minuten

Dortmund - Weltmeister Kevin Großkreutz ist Drittligaprofi und Kneipenbesitzer in Dortmund. Bei einem Besuch von SPORT1 erklärt er seine Sorgen in der Coronakrise.

Anzeige

Kevin Großkreutz hat alle Hände voll zu tun. In seiner Kneipe "Mit Schmackes" im Dortmunder Kreuzviertel sitzt der Weltmeister von 2014 auf einer rustikalen Bank. Vor ihm steht ein hoher Stapel an Gutscheinen, die er für seine Gäste signiert.

Um die Zukunft der Kultkneipe und der 30 Mitarbeiter zu retten, hat sich Großkreutz mit Kumpel und Mit-Inhaber Christopher Reinecke etwas einfallen lassen. Eine Gutschein-Aktion, die bis Ostermontag noch läuft und die Großkreutz hier im Video erklärt.

Anzeige

Großkreutz: Kneipen-Mitarbeiter in Kurzarbeit - Unterstützung auch aus Stuttgart oder Köln

SPORT1 besuchte den Ex-BVB-Star. In den anderthalb Stunden kamen immer wieder Leute rein. Stammgäste, Freunde, BVB-Fans, Laufkundschaft. "Wir spüren zu 100 Prozent die Unterstützung der Menschen", sagt Großkreutz. "Man kann Dortmund nur danken, aber auch Leute aus anderen Städten wie Stuttgart oder Köln haben sich gemeldet und wollen helfen."

Seit Mitte März ist der Betrieb geschlossen. Corona setzt auch dem Weltmeister ordentlich zu. "Wir mussten unsere Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken", erklärt er, "tun aber alles dafür, damit wir hier niemanden entlassen müssen".

Großkreutz: Geisterspiele sind doof! Bundesliga durchziehen

Aktuell hält sich Großkreutz, der noch bis 2021 beim Drittligisten KFC Uerdingen unter Vertrag steht, im Homeoffice fit.

Zum Thema Geisterspiele hat der 31-Jährige eine klare Meinung: "Ohne Zuschauer ist es doof. Das ist doch für niemanden schön - weder für die Fans noch für die Spieler. Man sollte es aber in den ersten beiden Ligen durchziehen. Es hängt zu viel am Fußball dran."

Uerdingen-Profi für Saisonabbruch der 3. Liga: "Hat keinen Sinn!"

Mit Blick auf die unteren Ligen plädiert der KFC-Kicker aber für einen Abbruch: "Ich glaube nicht, dass in der 3. Liga noch gespielt wird. Es kostet den Verein am Ende doch noch mehr Geld, wenn sie ohne Zuschauer spielen würden. Es hat aus meiner Sicht keinen Sinn, in der 3. Liga und der Regionalliga weiterzuspielen. Man muss da schnell eine Regelung finden. Die ersten drei Mannschaften könnten zum Beispiel aufsteigen und dafür würde es keine Absteiger geben. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ohne Fans weitergekickt wird."

Meistgelesene Artikel
  • Fussball / Bundesliga
    1
    Fussball / Bundesliga
    Was Bayern ohne Kimmich alles fehlt
  • Fussball / Bundesliga
    2
    Fussball / Bundesliga
    BVB muss Trainer-Haaland finden
  • Fussball / Bundesliga
    3
    Fussball / Bundesliga
    Sörloth: 20 Millionen für - nichts?
  • Fussball / Bundesliga
    4
    Fussball / Bundesliga
    S04: Direktor Reschke vor dem Aus
  • Fussball / Transfermarkt
    5
    Fussball / Transfermarkt
    Transferticker: Überraschende Entwicklung bei Messi

Der 186-malige Bundesligaspieler führt weiter aus: "In der 3. Liga sind richtig viele Traditionsklubs dabei wie 1860 oder Lautern, die vor allem von ihren Zuschauereinnahmen leben. Es wäre wünschenswert, wenn sie alle durch die Krise kommen."

Großkreutz traut BVB vieles zu

Den BVB, seinen Herzensklub, verfolgt der zweifache Familienvater weiterhin intensiv. "Ich schaue, sofern ich kann, jedes Spiel", verrät Großkreutz: "Dem BVB traue ich vieles zu. Die Mannschaft ist super und wurde im Winter durch zwei Topspieler ergänzt."

Jetzt das aktuelle Trikot von Borussia Dortmund bestellen - hier geht's zum Shop! | ANZEIGE 

2011 und 2012 gewann der schwarzgelbe Publikumsliebling mit der Borussia die Liga. Eine mögliche Meisterschaft in diesem Jahr ohne Fans kann und will sich der gebürtige Dortmunder einfach nicht vorstellen: "Wenn die Saison zu Ende gespielt werden sollte und der BVB am Ende Meister wird, wäre das einfach nur komisch. Das Feiern mit den Fans würde total ausfallen. Davon lebt doch so ein Titelgewinn. Kein Spieler, kein Fan wünscht sich so eine Meisterschaft."