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München - Erling Haaland trifft beim BVB wie er will. Doch in seiner Jugend durchlebt der Norweger eine Torkrise. Dass er diese übersteht, verdankt er auch Ole Gunnar Solskjaer.

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Manch einer bekommt die Stürmer-Qualitäten in die Wiege gelegt, manch einer muss sie sich hart erarbeiten.

Bei Erling Braut Haaland trifft beides zu. Die fußballerischen Gene hat er ohne Zweifel von seinem Vater Alf-Inge, der in der Premier League unter anderem für Manchester City spielte.

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Dass der 19 Jahre alte Norweger weiß, wo das Tor steht, stellte er nicht erst seit seinem Winterwechsel zum BVB mit zwölf Toren in elf Spielen unter Beweis, auch bei RB Salzburg traf der 1,94 Meter große Norweger in der Hinrunde nach Belieben.

Haaland nach Torkrise frustriert

Doch das Toreschießen fiel Haaland nicht immer so leicht. Während seiner Zeit bei Molde FK in seiner Heimat durchlebte der damals 17-Jährige eine echte Torkrise, erzielte in den ersten zwölf Einsätzen in der Saison 2018 lediglich zwei Treffer.

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Vor allem eine Aktion bei der 0:1-Niederlage gegen Kristiansund BK blieb bei ihm hängen. "Ich habe kurz vor Schluss eine Möglichkeit alleinstehend vor dem Torhüter nicht genutzt", erzählte Haaland bei Eurosport.

Der Frust saß tief, so entschied er sich, mit zwei Freunden und seinem Bruder nach Marbella zum Trainieren zu fliegen.

Gegen Stabaek im folgenden Spiel traf Haaland, von der Bank kommend, dann zwar auch nicht. Doch irgendetwas war anders. "Ich fühlte, da ist etwas", erinnerte er sich.

Der entscheidende Wendepunkt war dann der 1. Juli 2018. Molde spielte in der norwegischen Liga gegen den SK Brann. In der Woche vor dem Spiel absolvierte Haaland dann eine Art Spezialtraining mit dem damaligen Co-Trainer. Dessen Name: Ole-Gunnar Solskjaer.

Solskjaer-Tipp verändert Haaland

"Ich hatte nicht meine beste Trainingswoche", erzählte Haaland. Solskjaer, heutiger Trainer von Manchester United, schlug Flanken, die Haaland im Duell gegen den Torhüter im Fünfmeterraum verwerten sollte. Haaland habe aber jede Gelegenheit ausgelassen.

"Dann gab er mir einen einfachen Tipp, den ich niemals vergessen werde. Er sagte, ich solle nicht zu viel Kraft aufwenden oder versuchen, das Tor umzuballern und den Keeper aus dem Kasten zu schießen."

Einfach aber wirksam. Er habe darüber nachgedacht und in den folgenden Tagen so trainiert, wie ihm Solskjaer es geraten habe: Ruhig bleiben und stets auf den einen, wichtigen Moment vorbereitet sein. "Ich bin ihm sehr dankbar dafür, dass er mir diese Fähigkeit beigebracht hat."

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Der Wendepunkt in Haalands Karriere

Gegen Brann explodierte der damals 17 Jahre alte Haaland dann förmlich. Mit einem Viererpack in der ersten halben Stunde schoss er den Konkurrenten im Alleingang ab. "Das Spiel war eine Art Wendepunkt in meiner Karriere, ein Kickstart, ein fliegender Start", erklärte der Nationalspieler.

Das Spiel gegen Brann sei ganz nach seinem Geschmack gewesen. "So nach dem Motto: 'Haut den Ball einfach nach vorne, ich hole mir das Ding und hau' ihn rein.' Wirklich, so einfach ist das. Das Gefühl war einfach unbeschreiblich! Ich schaue gerne auf diese Tore zurück", schwärmte Haaland.

Auch in den folgenden Spielen bewies Haaland seine neu gewonnene Kaltschnäuzigkeit. Auf den Tag genau sechs Monate nach jener Partie wechselte Haaland nach Salzburg, der Rest ist bekannt.

Wie kaltschnäuzig er sein kann, daran konnten sich die Dortmunder Fans in der bisherigen Rückrunde nach Belieben erfreuen. Solskjaer sei Dank. Und harter Arbeit.