Redakteur Tobias Wiltschek fordert in seinem Kommentar die Rückerstattung der Ticketkosten an die Fans
Redakteur Tobias Wiltschek fordert in seinem Kommentar die Rückerstattung der Ticketkosten an die Fans © SPORT1
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Die Bitte um den Verzicht auf Rückzahlung der Ticketpreise für Geisterspiele ist ein weiteres Zeichen für die Misswirtschaft in der Bundesliga. Der SPORT1-Kommentar.

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Spätestens seit Mittwoch steht fest, dass in dieser Bundesliga-Saison keine Spiele mehr mit Zuschauern stattfinden werden.

Bis Ende August hat die Politik Großveranstaltungen untersagt, zu denen auch die Partien der deutschen Eliteliga zählen.

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Wenn überhaupt, wird die Saison mit Geisterspielen zu Ende gehen, die Zuschauer bleiben definitiv außen vor.

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Doch wie sollen Fans für schon geleistete Ticketkäufe für diese Spiele entschädigt werden? Mit dieser Frage tun sich fast alle Vereine schwer.

Wie schlecht muss es um einen Bundesligisten bestellt sein, wenn er wie der FC Schalke 04 seine treuesten Anhänger um den Verzicht auf viel Geld bitten muss, für das er keine Gegenleistung erbringen kann?

Wie knapp und riskant muss ein Bundesligist mit höheren Ansprüchen in den letzten Jahrzehnten gewirtschaftet haben, dass er nicht einmal den finanziellen Ausfall von vier Heimspielen verkraften kann?

Der Traditionsklub aus dem Revier, der nur im Notfall das Geld zurückerstatten will, ist derzeit das medial prägnanteste Beispiel für Misswirtschaft in der Bundesliga, aber beileibe nicht das einzige.

Manch anderer Verein hat ähnliche Probleme und will mit mehr oder weniger kreativen Ideen die Fans dazu bringen, auf die Rückerstattung der Ticketpreise zu verzichten. Ob mit einem spendierten Sondertrikot, wie auch Schalke, einer Spendenaktion oder einem Frühbucher-Rabatt für die kommende Saison.

Eins aber haben diese Pläne gemeinsam: Die Sorge, dass neben einem beachtlichen Anteil an TV-Geldern auch noch die Ticket-Einnahmen aus den letzten Heimspielen wegbrechen könnten. Wohlgemerkt in einer Branche, die sich zuletzt noch für einen jährlichen Gesamterlös von über vier Milliarden Euro hat feiern lassen.

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Wären die Fans der Klubs genauso mit ihrem Geld umgegangen, stünden sie wohl jetzt alle vor der Privatinsolvenz.

Vielen von ihnen wäre in diesen schweren Zeiten schon geholfen, wenn sie wenigstens das bislang ausgegebene Geld für ausgefallene Stadionbesuche so schnell wie möglich wieder auf ihrem Konto sehen würden. Mehr noch: Es ist ihr gutes Recht!