Christopher Lenz war zu Gast im SPORT1-Podcast Corona-Update
Christopher Lenz war zu Gast im SPORT1-Podcast Corona-Update © Getty Images
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München - Union-Profi Christopher Lenz spricht im SPORT1-Podcast Corona-Update über Kleingruppentraining und verrät, warum die Hängepartie vor dem Liga-Abbruch verwirrte.

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Vor neun Tagen nahm Union Berlin nach der Corona-Unterbrechung wieder das Training in Kleingruppen auf. Union-Profi Christopher Lenz hat im SPORT1-Podcast Corona-Update über die ungewöhnlichen Trainingsbedingungen und die Anspannung vor der Liga-Unterbrechung gesprochen.

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"Ich habe gemerkt, wie sehr einem der Fußball dann doch fehlt", gab der 25 Jahre alte Linksverteidiger zu. Über drei Wochen lang hatte das Mannschaftstraining als Reaktion auf die Epidemie geruht. Die Profis mussten zuhause trainieren - mit Homeworkouts, "ab und zu auch Läufen, die wir absolvieren mussten", berichtet Lenz, der seit 2018 für die "Eisernen" aufläuft. 

"Mir geht es auf jeden Fall wieder gut", erzählt Lenz mit Hinblick auf das Training, das unter Vorsichtsmaßnahmen stattfindet. Der ehemalige Kieler bezeichnet dies als "eine komplette Umstellung zu vorher". Es müssten etwa Geräte-Stationen regelmäßig desinfiziert werden, Trainingsgruppen dürften höchstens fünf Spieler bilden, die gemeinsam die ganze Einheit getrennt von den anderen Profis absolvieren. 

Die Köpenicker wollen spätestens in der ersten oder zweiten Maiwoche für eine eventuelle Fortsetzung der Saison fit sein, verrät Lenz: "Es ist gut, sich auf ein Datum festzulegen. Damit hat man auch wirklich ein Ziel. Einfach so darauf hinzutrainieren ist schwer", erklärt der laufstarke Außenverteidiger, der aus der Jugend von Tennis Borussia Berlin stammt. 

Geisterspiele Nachteil für Union

Wann es mit der Bundesliga weitergeht, steht bislang noch nicht fest. Allerdings werden sich im Falle einer baldigen Fortsetzung der Saison Geisterspiele wohl nicht vermeiden lassen. Für seinen Klub sieht Lenz darin einen großen Nachteil. Schließlich sind Fans der Eisernen dafür berüchtigt, besonders frenetisch hinter ihren Spielern zu stehen:

"Das ist natürlich ganz schlimm, weil unsere Fans das A und O für uns sind. Das ist ein enormer Punkt, der uns immer weitergeholfen hat." Jedoch habe sich das Team um Coach Urs Fischer bereits vor der Bundesliga-Unterbrechung auf Geisterspiel-Atmosphäre eingestellt - mit Trainingseinheiten im eigenen, leeren Stadion.

Hängepartie vor Unterbrechung: "Komisches Gefühl"

Lenz erinnert sich an die Anspannung vor dem am 15. März angedachten Heimspiel gegen die Bayern - das nach einer Hängepartie schließlich doch nicht stattfand, da die DFL am 13. April die Unterbrechung der Liga anordnete. Andere Ligen hatten bereits ihren Spielbetrieb unterbrochen, was bei den Spielern für Verwirrung sorgte, wie der Union-Profi zugibt.

"Wir als Mannschaft, haben gemerkt, dass die anderen Ligen schon aufgehört haben. Wir stellten uns die Frage, warum die Bundesliga unbedingt noch spielen will. Das war schon ein komisches Gefühl." 

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Lenz spielt mit Union bislang eine starke Saison. Der 25-Jährige stand in der Bundesliga bislang 24-mal auf dem Platz, legte drei Tore vor. Jetzt ist der Linksverteidiger heiß auf den Neustart. "Gegen die Situation können wir nichts machen. Ich hoffe nur, dass die Liga irgendwann wieder weiter geht und wir dann unseren geilen Trip, den wir bis jetzt mit der Mannschaft und dem Verein haben, weiterführen können."

Christopher Lenz sprach im Podcast außerdem über den Fußball als Vorbildrolle in der Coronakrise sowie einen möglichen Gehaltsverzicht der Union-Profis. Das komplette Gespräch finden Sie zum Nachhören in der jüngsten Ausgabe des SPORT1-Corona-Updates