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München - Hans-Joachim Watzke unterstellt dem SPD-Politiker Lauterbach in der Bewertung des Bundesliga-Konzepts zum Neustart "teilweise abenteuertliche Thesen".

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In der Diskussion um eine baldige Fortführung der Bundesliga-Saison hat Hans-Joachim Watzke den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach verbal angegriffen.

Im Spiegel-Interview antwortete der Geschäftsführer von Borussia Dortmund auf die Frage, ob er Lauterbach schon mal angerufen habe: "Ich glaube gar nicht, dass er die Zeit hätte, einen Anruf von mir entgegen zu nehmen, weil er pausenlos in Talkshows ist. Er ist ja omnipräsent."

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Watzke: Abenteuerliche Thesen

Außerdem kenne er die Thesen des Politikers, sagte Watzke: "Die sind teilweise relativ abenteuerlich, wie die, dass es keine Kapazitäten für Testungen gebe."

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Dem widerspreche sogar der Berufsverband der Laborärzte. "Er hat seine feste Meinung, die er auch ganz konsequent vorträgt. Das muss man akzeptieren. Ich habe eine andere Meinung", sagte Watzke.

Watzke drängt auf Neustart im Mai

Der Boss des BVB hält es für dringend erforderlich, dass der Neustart noch im Mai erfolgt. "Es ist völlig ausgeschlossen, dass erst im Juni wieder gespielt wird", betonte er. "Dann kannst du es auch gleich vergessen. Das ist völlig illusorisch, wir müssen so schnell wie möglich wieder spielen."

Der 60-Jährige verwies auf das stramme Restprogramm: "Wir haben ja noch neun Spieltage zu spielen, wir haben noch Relegationsspieltage und dann kommt der DFB-Pokal noch dazu. Und wir müssen damit rechnen, dass auch mal ein Spiel ausfällt."

Watzke sieht keine Veranlassung, die Entscheidung über einen Wiederbeginn weiter hinauszuzögern: "Wir haben der Politik ein 41-seitiges Gesundheitskonzept vorgestellt und sind auch jetzt noch dabei, es auf Wunsch der Politik noch weiter auszudehnen. Wenn das trägt, ist es egal, ob wir am 9. Mai oder am 16. Mai spielen, die Situation ist die gleiche. Jede Woche später wird kritisch."

Am 30. April beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder über die Coronakrise. Weitere Lockerungen der Maßnahmen werden aber wohl erst am 6. Mai verkündet - was den Zeitraum der Bundesliga weiter einschränkt, sofern bis zum 30. Juni tatsächlich die Saison beendet werden soll.

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Watzke deutete außerdem an, dass das Gesundheitskonzept nach den Forderungen aus der Politik noch einmal im Detail überarbeitet werde. Dabei dürfte es auch um die Frage gehen, ob bei einem positiven Fall nur der Spieler selbst oder gleich die gesamte Mannschaft unter Quarantäne gesetzt werden soll.

"Das ist momentan auch noch ein Thema, das der Profi-Fußball mit den Ministerien noch diskutiert, wie so eine Regelung dann aussieht", erklärte der 60-Jährige.

Watzke: Neustart wäre Qualitätszeugnis der Deutschen

Sollte es die Bundesliga als erste große Fußball-Liga Europas schaffen, den Ball wieder rollen zu lassen, sei dies ein Signal weit über die Grenzen Deutschlands hinaus, sagte Watzke: "Es würde eine immense Wirkung auf die ganze Welt haben. Das wäre ein Qualitätszeugnis für das, was die Deutschen in dieser Krise erreicht haben"