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Frankfurt am Main und München - Die Bundesliga pausiert wegen der Corona-Pandemie weiter. Was aus der EM wird, entscheidet die UEFA am Dienstag. Von der Entscheidung hängt viel ab.

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Das alltägliche Leben kommt während der Coronakrise weitestgehend zum Erliegen.

Auch in der Bundesliga ruht seit dem Wochenende der Ball - wann er wieder rollt ist nicht abzusehen.

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"Momentan kann niemand guten Gewissens behaupten, wann wieder Spiele im Profifußball stattfinden werden", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Montag.

UEFA entscheidet über EM-Absage

In der Hoffnung auf etwas mehr Klahrheit ging daher Seiferts Blick bereits in Richtung Europäische Fußball-Union (UEFA), die am Dienstagvormittag ab 10 Uhr in einer Krisensitzung via Telefonkonferenz über die nähere Zukunft des Fußballs entscheidet. Teilnehmer sind die Vertreter der 55 UEFA-Mitgliedsverbände, der Vorstand der Klubvereinigung ECA, die Vereinigung der europäischen Ligen sowie die Spielergewerkschaft FIFPro. Dabei geht es vor allem um eine mögliche Verschiebung der EM im Sommer.

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"Dann wird sehr viel deutlicher, welche Zeiträume wir zur Verfügung haben", sagte Seifert und ließ durchblicken, dass er nicht an eine planmäßige Austragung der EM-Endrunde zwischen dem 12. Juni und 12. Juli glaubt: "Ich gehe davon aus, dass die nationalen Ligen mehr Flexibilität bis Mai oder Juni haben werden. Die Wahrscheinlichkeit einer perfekten EM im Sommer in zwölf Ländern ist keine Zahl mehr vor dem Komma."

Von der Entscheidung der UEFA hängt letztlich auch die nähere Zukunft der Bundesliga ab. Vertreter aller 36 Profiklubs einigten sich am Montag im Frankfurter Sheraton Hotel auf die Verlängerung der Pause in den beiden höchsten Profiligen bis mindestens 2. April.

Bundesliga-Klubs tagen über drei Stunden

Bis der Entschluss stand, wurde ab 11.39 Uhr mehr als drei Stunden intensiv getagt. Auch unter Berücksichtigung der allgemeinen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. So saßen etwa alle Teilnehmer alleine an einem Tisch. Auch herrschte absolutes Händeschüttel-Verbot. Stattdessen wurden Unterarm oder Ellenbogen gegeben.

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Um 14.34 Uhr kam BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke als einer der Ersten heraus: "Von uns gibt es heute kein Statement. Christian Seifert wird gleich ausführlich sprechen", sagte er und düste kurz darauf mit seinem Chauffeur davon.

Kein Vertreter sprach hinterher. Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic, der um 14.51 Uhr herauskam, gab nur an: "Der Chef hat was zu sagen!"

Dieser Chef hatte kurze Zeit später tatsächlich Einiges zu sagen. Seifert sah zwar müde und gerädert aus, wirkte aber in seinen Antworten aber klar und gefestigt - und legte einen starken Auftritt bei der Pressekonferenz hin.  "Es geht um das Überleben für viele Vereine in der ersten und zweiten Liga. Für viele sind Geisterspiele die einzige Möglichkeit zum Überleben." 

Seifert erläutert Auswirkungen der Coronakrise

Nach SPORT1-Informationen übernahm Seifert in der Krisen-Tagung das Wort. Der DFL-Boss zeigte anhand einer PowerPoint-Präsentation mehrere Punkte auf und beleuchtete die Sachlage. Vor allem referierte er über die Auswirkungen, die die Coronakrise auf das Lizenzierungsverfahren und die Finanzen innerhalb der Liga haben könnte. Auch verschiedene Szenarien wurden durchgesprochen.

Jürgen Paepke, DFL-Direktor Recht, referierte zu Rechtsfragen. Ansgar Schwenken, DFL-Direktor Fußballangelegenheiten und Fans, zeigte den Vereinen mögliche Spielplan-Konstellationen auf.

Entscheidend dafür ist, dass die EM am Dienstag auf der UEFA-Krisenkonferenz verschoben wird.

EM-Verschiebung würde Liga mehr Zeit verschaffen

Zuletzt war von einer möglichen Verschiebung in den Winter oder um ein Jahr in den Sommer 2021 die Rede. So hätten die nationalen Ligen mehr Zeit, die laufende Saison irgendwann zu Ende zu spielen, in welcher Form auch immer.

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Nach den Vorträgen der DFL-Funktionäre war die Fragerunde eröffnet, wie in einem Mediengespräch konnte sich die Funktionäre per Handzeichen und Mikrofon melden und kamen zu Wort. Es wurde sich ausgetauscht. 

Die Vereine sind jetzt dazu veranlasst, sich eine Bewertung über ihre Lage zu machen. Seifert: "Alle Klubs erstellen Extremstszenarien hinsichtlich der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Niemand kann behaupten, wann wieder Spiele stattfinden."

Carro: "Kein Plan dafür in der Schublade"

Kölns Vorstand Alexander Wehrle zu SPORT1: "Wir müssen uns jetzt in Ruhe sortieren und die Lage im Verein selbst bewerten."

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Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro zu SPORT1: "So einen Fall hat es bislang noch nie gegeben. Es liegt kein Plan dafür in der Schublade. Das stellt uns vor neue Herausforderungen. Es geht darum, dass wir als Vereine jetzt einen gemeinsamen Konsens finden und sehen, wie wir über die Runden kommen. Wir haben uns alle dafür ausgesprochen, dass wir die Runde - sofern möglich - fertig spielen."

Wie viel Zeit dafür bleibt, hängt auch von der Entscheidung der UEFA am Dienstag ab. Es geht auch um Existenzen.