Jan Aage Fjörtoft spricht im SPORT1-Podcast "Lieber Fußball"
Jan Aage Fjörtoft spricht im SPORT1-Podcast "Lieber Fußball" © SPORT1-Grafik/Getty Images
Lesedauer: 5 Minuten

München - TV-Experte Jan Aage Fjörtoft spricht im SPORT1-Podcast "Lieber Fußball" über Erling Haaland und den BVB sowie die Transferprobleme beim FC Bayern.

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Der ehemalige Publikumsliebling von Eintracht Frankfurt, Jan Aage Fjörtoft, ist ein angesehener TV-Experte, der in Norwegen für Viasat und in Deutschland für Sky arbeitet.

Im SPORT1-Podcast "Lieber Fußball" erklärt der 53-Jährige, wie sich die Coronakrise auf den Fußball-Transfermarkt auswirken wird, weshalb der FC Bayern in dieselbe Falle wie Manchester United nach Sir Alex Ferguson tappen könnte und weshalb Borussia Dortmund für seinen norwegischen Landsmann Erling Haaland mehr als nur ein Schritt ist.

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Doch ein Thema dominiert aktuell die Schlagzeilen. Die Coronakrise, die den Sport zum Stillstehen gebracht hat. 

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Doch Fjörtoft hofft, dass der Ball bald wieder rollt: "Wir müssen jetzt sehen, dass wir diese Saison irgendwie zu Ende spielen und dann wird 2020/2021 eine sensationelle Saison. Davon bin ich fest überzeugt. (…) Ich kann mir vorstellen, dass der Fußball nach der Krise Zuschauerzahlen erlebt, die er noch nie gesehen hat."

Die aktuelle Folge von "Lieber Fußball" ist ab Montag auf www.sport1-podcast.de und den gängigen Streaming-Plattformen Spotify, Apple Podcasts, Deezer und Podigee abrufbar.

Fjörtoft: 100-Millionen-Euro-Transfers undenbkar

Für ihn ist die Rolle des Sports gerade in so einer schwierigen Zeit elementar. "Es ist sehr wichtig, dass der Sport in dieser Phase Verantwortung übernimmt. Ohne Sport funktioniert unsere Gesellschaft nicht, ohne Kultur auch nicht. Dafür werden wir kämpfen", erklärt Fjörtoft.

Auch wenn die Coronapandemie den Transfermarkt stark beeinflussen wird, glaubt der Norweger, dass "der Sport nach der Krise sensationell wird". Aber: Mega-Transfers im dreistelligen Millionenbereich sind für ihn undenkbar.

"Die großen Marken und Sponsoren des Fußballs müssen Mitarbeiter kündigen. Da wird es schwer sein zu argumentieren, warum für einen Fußballer 100 Millionen Euro gezahlt werden sollen", erklärt der 53-Jährige und fügt an:

"Für die Entscheider in den Vereinen geht es jetzt auch um Glaubwürdigkeit. Wenn die Leute im Stadion keine Arbeit mehr haben, und der Verein gibt viele Millionen für Spieler aus, kann es schwierig werden. Wolfsburg hat es ja mal mit Volkswagen erlebt. Als die Probleme hatten, konnten sie im Fußball auch nicht mehr so viel Geld ausgeben."

Hören Sie rein in der Podcast-Welt von SPORT1.

Lieber Fußball gibt's bei SPORT1 - und überall, wo es Podcasts gibt
Lieber Fußball gibt's ab sofort bei SPORT1 - und überall, wo es Podcasts gibt © SPORT1 / Tobias Holtkamp

Transfermarkt: Zu viele Fragezeichen beim FC Bayern

Dennoch sieht er auch darin Positives: "Ich glaube, dass Leverkusen und Dortmund jetzt eine Chance sehen, Havertz und Sancho halten zu können." 

Der englische Shooting Star wird immer wieder mit einem Wechsel zurück in die Premier League gebracht, der deutsche Nationalspieler steht bei Real Madrid, beim FC Barcelona sowie beim FC Bayern auf dem Zettel.

"Selbst wenn Bayern 100 Millionen Euro zur Verfügung hätte: Wer kommt dafür? Ein Top-Spieler hat die Möglichkeit, überall zu spielen", meint Fjörtoft. "Dann überlegt er, unter wem möchtest du arbeiten? Neun von zehn Spielern in England sagen Jürgen Klopp - das ist ein Vorteil für Liverpool. Und wie ist das bei Bayern?"

Beim deutschen Rekordmeister sieht der TV-Experte zu viele Fragezeichen, die gerade auf dem Transfermarkt den Münchnern Probleme bereiten könnten: "Wie wird Bayern unter Oli Kahn? Wie ist Salihamidzic? Ist Flick wirklich Trainer nächste Saison? Das macht es schwierig, jemanden zu holen. (...) Es kann sein, dass Bayern in die gleiche Falle tappt, in die Manchester United nach Ferguson getappt ist."

BVB ist für Haaland "mehr als ein Schritt"

ManUnited war auch an einem gewissen Erling Haaland dran, doch das norwegische Sturm-Juwel entschied sich für den BVB. Für Fjörtoft die absolut richtige Entscheidung: "Dortmund bietet ihm schon eine Menge. Viele sagen immer, Dortmund war der richtige Schritt für ihn. Ich glaube, der BVB ist für Haaland mehr als ein Schritt."

Und liefert dafür auch die Argumente: "Erstens verdient er dort auch ein paar Euro, dann haben sie bei jedem Spiel 80.000 Zuschauer und sind in der Champions League dabei. Den BVB als Schritt zu bezeichnen, wird Dortmund nicht gerecht. (…) Es ging Erling Haaland immer darum, wo kann ich mich besser entwickeln als Fußballer? Wie kann ich besser werden? Erling und seine Familie verfolgen das konsequent und ziehen das durch."

Abschließend schickt der Ex-Profi von Eintracht Frankfurt noch eine Warnung an die Bayern und RB Leipzig: "Das Spiel des BVB hat sich durch Haaland verändert. Es sollte eine Warnung an Leipzig und Bayern sein, dass Dortmund seine Qualitäten noch gar nicht zu 100 Prozent ausnutzt. Seine größte Stärke ist es, Räume zu schaffen. Da gibt es fast keinen auf der Welt, der das so gut kann."