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Eine Vereinigung der Bayern-Fans distanziert sich von den Beleidigungen gegen Dietmar Hopp - versucht aber auch, die Geschehnisse einzuordnen.

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Die Fan-Vereinigung "Club Nr. 12" hat sich von den Schmäh-Plakaten der Anhänger des FC Bayern gegen Dietmar Hopp distanziert.

Der eingetragene Verein, der sich als Vereinigung der aktiven Bayern-Fans versteht, versuchte in einem Statement auf seiner Website aber auch die Sichtweise der Fußball-Anhänger zu schildern.

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Am Samstag hatten Fans des FC Bayern beim Sieg über die TSG Hoffenheim beleidigende Plakate präsentiert, auf denen Mäzen Hopp als "Hurensohn" verunglimpft worden war. 

"Die gezeigten Spruchbänder stammen nicht vom Club Nr. 12. Der Club Nr. 12 distanziert sich von den gezeigten Beleidigungen", hieß es in der Mitteilung vom Sonntag. Man wolle sich ausdrücklich gegen jede Form von Rassismus, Sexismus, Homophobie und Diskriminierung aussprechen. 

Aber: "Die anschließenden Reaktionen ("hässliche Fratze des Fußballs", "Tag X" usw.), sind allerdings übertrieben und unglaubwürdig", hieß es in dem Text weiter. Bei fast jedem Spiel in der Bundesliga und auch weit darunter gebe es Spruchbänder und Banner: "Oft genug leider mit beleidigendem Inhalt.

Bei der Fan-Vereinigung handelt es sich übrigens nicht um einen offiziellen Fan-Klub des FCB.

Vorwürfe gegen den DFB

Club Nr. 12 argumentierte, dass Spieler wie Timo Werner und Vereine wie Borussia Dortmund häufig mit Schimpfworten wie "Hurensohn" bedacht würden. Dies sei zwar kein Freifahrtschein, aber "eben wichtig für die Gesamtbetrachtung."

Und weiter: "Es ist aus unserer Sicht durchaus zu hinterfragen, aus welchen Gründen nun aufgrund Beleidigungen einer einzelnen Person Exempel statuiert und sogar die vom DFB noch vor wenigen Monaten aufgehobenen Kollektivstrafen wieder eingeführt werden." Der Deutsche Fußball-Bund hatte Dortmunds Fans von Auswärtsspielen bei der TSG ausgeschlossen. 

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Club Nr. 12 machte dem DFB darüber hinaus auch noch weitere Vorwürfe: "Gerade in den letzten Wochen hätte es genug rassistische und sexistische Vorfälle in deutschen Fußballstadien gegeben, bei denen man ein Exempel hätte statuieren können."

Als Beispiele werden die rassistischen Beleidigungen gegen Jordan Torunarigha von Hertha BSC und Leroy Kwadwos von den Würzburger Kickers aufgeführt.

Fan-Vereinigung hofft auf positiven Effekt

"In beiden Fällen gab es aber gerade keine Spielunterbrechungen, auf Schalke noch nicht einmal eine Stadiondurchsage", monierte die Fan-Vereinigung und ergänzte: "Wenn es aber um einen Mäzen geht, dessen Unternehmen rein zufällig auch noch ein wichtiger und finanzstarker Partner des DFB (SAP, Anm. d. Red.) ist, soll nun eine Grenze überschritten sein." Hopp äußerte sich verständnislos auf die Ereignisse beim Hoffenheim-Spiel.  

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In einem abschließenden Fazit hofft Club Nr. 12 auf einen Lerneffekt aus den schlimmen Szenen des Vortages.

"Sollten DFB und DFL künftig mit gleicher Konsequenz gegen jedwede diskriminierende, beleidigende, rassistische, homophobe, antisemitische und sexistische Äußerungen vorgehen, hätte der gestrige Tag – neben dem fantastischen Fußball unserer Mannschaft in den ersten 75 Minuten – einen weiteren positiven Aspekt."