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Die DFL setzt zunächst auch den 27. Spieltag der Bundesliga aus und beschließt einen Notfallparagraphen. Das ist ein Ergebnis des Krisengipfels in Frankfurt.

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Die Stimme von Christian Seifert war belegt, seine Augen verrieten extreme Anspannung und große Müdigkeit. Sichtbar angefasst konnte der Chef der Deutschen Fußball Liga (DFL) seine existenziellen Sorgen als Folge der Coronakrise nicht verbergen.

"Es geht ums Überleben", verdeutlichte Seifert am Montag nach der Krisensitzung der Profiklubs in Frankfurt/Main mit eindringlichen Worten: "Es fühlt sich an wie in einem Science-Fiction-Film."

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Wie die unmittelbare Zukunft angesichts einer immer neuen Nachrichtenlage aussehen wird, weiß auch die DFL nicht. Deshalb spielt der Profifußball weiter auf Zeit. Der Ball in der Bundesliga und der 2. Liga ruht vorerst bis zum 2. April. Ein entsprechender Vorschlag des DFL-Präsidiums wurde von der Mitgliederversammlung einstimmig abgesegnet - obwohl schon mehrere Bundesländer zuvor ein Verbot für Veranstaltungen bis Mitte April erlassen hatten.

Klubs müssen "Extremstszenarien planen"

"Der Beschluss bedeutet natürlich nicht, dass wir ab dem 3. April wieder spielen", sagte Seifert, der für Ende März die nächste Versammlung der Klubvertreter zum Fällen weitergehender Entscheidungen ankündigte: "Bis dahin haben die Klubs einen besseren Infostand. Niemand kann derzeit sagen, wann es wieder Profispiele geben wird. Es ist noch viel zu früh, um darüber zu spekulieren, ob am 19. April oder am 26. April oder im Mai oder im Juni gespielt werden kann."

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Mehr Klarheit erhofft sich Seifert nach der Krisensitzung per Videokonferenz der Europäischen Fußball-Union (UEFA) am Dienstag (10.00 Uhr). "Dann wird sehr viel deutlicher, welche Zeiträume wir zur Verfügung haben", äußerte Seifert, der nicht mehr an eine EM-Endrunde vom 12. Juni bis 12. Juli glaubt: "Ich gehe davon aus, dass die nationalen Ligen mehr Flexibilität bis Mai oder Juni haben werden. Die Wahrscheinlichkeit einer perfekten EM im Sommer in zwölf Ländern ist keine Zahl mehr vor dem Komma."

Dagegen wird die Wahrscheinlichkeit von "Geisterspielen" als letzte Rettung der Bundesliga-Saison immer größer - trotz Coronavirus-Erkrankungen bei einigen Profis und dem Protest von Fan-Gruppierungen gegen diese Option. Bisher ist der Spielbetrieb in der Bundesliga und der 2. Liga seit dem vergangenen Freitag erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg ausgesetzt.

Seifert: Geisterspiele "einzige Überlebenschance"  

"Niemand liebt Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Aber in nächster Zeit könnte das die einzige Chance zum Überleben für einige Klubs sein", sagte Seifert: "Ohne Einnahmen durch die Medien und die Sponsoren geht es eine Weile gut, aber nicht sehr lange. Ich bitte die Fans um Verständnis für diese Überlegungen - sonst könnte es bald keine 20 Profiklubs mehr geben."

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Obwohl es für die Vereine um 770 Millionen Euro geht und 56.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, wurde am Montag noch nicht über staatliche Hilfen gesprochen. "Wie müssen erst einmal einen Überblick bekommen, wer wie lange ohne Spiele durchhält", äußerte Seifert, der auch auf freiwillige Gehalts-Verzichte bei den Profis baut: "Es wird eine gewisse Solidarität geben, wie sie uns bereits bei anderen Sportarten vorgemacht wird."

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Trotz der Ankündigung Seiferts, in "mehreren Szenarien" zu denken, soll die Spielzeit in jedem Fall zu Ende gebracht werden. "Alle Klubs haben den Anspruch, die Saison in irgendeiner Art und Weise - gemäß den rechtlichen Möglichkeiten und gesundheitlich vertretbar - regulär zu Ende kommen zu lassen", sagte der DFL-Boss.

Mit Blick auf das Regelwerk hat die DFL einen Notfallparagrafen installiert, um schneller handlungsfähig zu sein - auch ohne Reisetätigkeit. Zudem könnte auch die Satzung und das Lizenzierungsverfahren geändert werden, um den Fortbestand einzelner Klubs oder der Liga zu sichern.