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München - Laut Karl-Heinz Rummenigge hat der FC Bayern die Aktivitäten auf dem Transfermarkt vorerst hintenangestellt. Vor allem aufgrund der Coronakrise. Was heißt das für den Sommer?

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Eigentlich wollte der FC Bayern in diesem Sommer den bereits eingeleiteten Umbruch fortführen, vielleicht sogar abschließen.

Alexander Nübel wurde bereits verpflichtet, an Leroy Sané und Kai Havertz ist man weiterhin dran. Selbst das Thema Timo Werner könnte nach SPORT1-Informationen nochmal Fahrt aufnehmen, sollte er doch noch vollumfänglich das Gefühl vermittelt bekommen, das ihn die Münchner unbedingt wollen und gebrauchen können.

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Intensive Transferbemühungen sind aufgrund der Coronakrise und der noch ausbleibenden TV-, Zuschauer- und Sponsoreneinnahmen in dreistelliger Millionenhöhe derzeit fast unmöglich. Nicht nur in München, sondern weltweit.

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Rummenigge: Abwarten, wie sich der Transfermarkt entwickelt

"Auch wir warten derzeit auf dem Transfermarkt ab, um auch mal das Pulver trocken zu halten und zu schauen, wie sich die Lage entwickelt", betonte Karl-Heinz Rummenigge in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nun erneut. Bereits Tage zuvor sagte der Vorstandsboss, dass das Thema Neuzugänge erstmal auf „Hold” gestellt sei.

Holt Bayern in diesem Sommer vielleicht gar keinen Neuzugang mehr?

Im ohnehin schon schmalen Kader befinden sich mit Philippe Coutinho und Ivan Perisic zwei Leihgaben mit einer Kaufoption. Ob die Münchner diese ziehen, muss bis Mitte Mai entschieden werden. Für Álvaro Odriozola hat man solch eine Klausel nicht. Die Leihe des Rechtsverteidigers von Real Madrid endet am 30. Juni.

Die wahrscheinlichste Option ist, dass Perisic fest von Inter Mailand verpflichtet wird, man Coutinhos Kaufoption verstreichen lässt und er vorerst zum FC Barcelona zurückkehrt und wegen Odriozola nicht nachverhandelt wird.

2021 laufen acht Verträge bei Bayern aus

Gut für die Bayern: Außer den Leihverträgen läuft 2020 kein Vertrag aus. Vertraglich hätte man den Großteil des Kaders für die Saison 20/21 somit bereits an sich gebunden. Notfalls könnte man den Abgang der Leihen mit Eigengewächsen ersetzen.

Problematisch hingegen wird die Folgesaison, denn 2021 laufen acht Verträge aus. Gespräche über Vertragsverlängerungen mit Topverdienern wie Manuel Neuer, Thomas Müller, Thiago oder David Alaba haben daher aktuell Vorrang. Jérôme Boateng und Javi Martínez könnten verkauft werden.

Dass die Bayern in Sané oder Havertz Beträge in Höhe von rund 100 Millionen Euro investieren, ist unwahrscheinlich. Auch Präsident Uli Hoeneß betonte zuletzt, dass er sich Transfers in solchen Dimensionen „in der nächsten Zeit” nicht vorstellen könne. Mindestens einer der beiden DFB-Stars soll aber kommen.

Sportdirektor Hasan Salihamidzic soll Sané als Zielobjekt ausgewählt haben. Cheftrainer Hansi Flick, mit dem schon diese Woche Gespräche über seine Zukunft stattfinden könnten, ist ein Havertz-Befürworter. Gesucht wird für die kommende Saison auch ein Rechtsverteidiger. Im Gespräch war zuletzt Sergino Dest von Ajax Amsterdam.

Trotz Corona: FCB hat ein ordentliches Polster

Im Gespräch mit der FAZ betonte Rummenigge auch, dass der Verein "aufgrund unserer sehr guten Eigenkapitalsituation vielleicht um einiges besser” dastünde als andere Bundesligaklubs. Soll heißen: Das sagenumwobene Festgeldkonto ist noch immer gut gefüllt.

Im vergangenen Sommer stellte der Aufsichtsrat für Transfers 200 Millionen Euro zur Verfügung. In Neuzugänge wie Lucas Hernández, Benjamin Pavard, Michael Cuisance und Fiete Arp und für die Leihen von Coutinho und Perisic wurden schätzungsweise 150 Millionen Euro investiert. Für die Verkäufe von Mats Hummels, Renato Sanches und Marco Friedl nahm man rund 55 Millionen Euro ein.

Die Münchner haben sich somit ein ordentliches Polster beiseite legen können. Obendrauf käme sogar noch das Transferbudget für die Saison 20/21, dessen Volumen sich aufgrund der Coronakrise aber noch verändern dürfte.

Mit Neuzugängen ist beim FC Bayern daher auch in diesem Transfersommer zu rechnen. Nicht zuletzt, weil man durch wirtschaftliche Vernunft einen Vorteil gegenüber hochverschuldeten Konkurrenten besitzt.