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Das Coronavirus sorgt für Geisterspiele in ganz Deutschland. Aber sind sie auch die Lösung des Problems? Nun haben sich die Fans der Liga zu Wort gemeldet.

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Die Bundesliga steht vor dem ersten Geisterspiel-Wochenende der Geschichte und die Fan-Szene ist in Wallung.

Sind Geisterspiele wirklich die Lösung für die aktuelle Situation?

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Fans von Borussia Dortmund äußerten sich in einer Stellungnahme am Donnerstagabend zum Vorgehen der Verantwortlichen.

"Zwar werden die Funktionäre hierzulande hinter verschlossenen Türen gerade wahrscheinlich hitzig über den Fortlauf der Saison diskutieren, aber dass der Spielbetrieb in der 1. und 2. Bundesliga zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht ausgesetzt ist, zeugt nicht von Weitsicht und Verantwortungsbewusstsein", heißt es in dem Brief der "Südtribüne Dortmund".

Fans wollen beim Derby zu Hause bleiben

Die Fans fordern einen vorläufigen Stopp des Spielbetriebes - im Namen der Gesundheit und des Sports. "In unseren Augen ist eine Aussetzung der nächsten Spieltage unumgänglich – am besten schon an diesem Wochenende!" 

Außerdem wurden BVB-Fans dazu aufgerufen, auf ihre Präsenz während dem Revierderby gegen den FC Schalke 04 am Wochenende zu verzichten. "Auch wenn bei uns natürlich der Wunsch besteht, der Mannschaft beispielsweise durch einen Busempfang die größtmögliche Motivation für ein Derby vor leeren Rängen mit auf den Weg zu geben, werden wir uns NICHT vor dem Westfalenstadion versammeln. Dasselbe gilt für die Zeit während und nach dem Spiel, ungeachtet des Ergebnisses."

Zuvor hatten sich auch Fans des FC Bayerns zu Wort gemeldet - und einen zwischenzeitlichen Abbruch der Saison gefordert!

"Wir kritisieren die momentane Lösung der Geisterspiele und fordern die Verbände eindringlich dazu auf, den Spielbetrieb auszusetzen", teilten der Club Nr. 12 (Vereinigung der aktiven Bayern-Fans) und die Gruppen der Südkurve in einer Stellungnahme mit.

"Blickt man nach Italien sehen wir ein Land im Lockdown, in dem sich gleichzeitig viele Menschen, explizit auch Ultras, maximal solidarisch verhalten und ihr eigenes Sozialleben hinten anstellen, um die weitere Ausbreitung des Virus‘ zu verhindern".

Bayern-Fans: Reiseverhalten überdenken sinnvoll

Dabei gehe es nicht um die Angst selbst zu erkranken, sondern um den Schutz von Risikopatienten und darum, die Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

"Da nicht auszuschließen ist, dass in Deutschland eine ähnliche Entwicklung der Infektionszahlen stattfindet, erscheinen uns die Maßnahmen, Großveranstaltungen abzusagen und das eigene Reiseverhalten zu überdenken, sinnvoll", heißt es weiter.

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Fußball ohne Fans ist wertlos

Ihre Erklärung: "Viele Fans opfern seit Jahren einiges, sowohl finanziell als auch zeitlich, um ihrem Herzensverein überall hin zu folgen. Diese Möglichkeit wird uns nun genommen, den Vereinen fehlen die Einnahmen und den Mannschaften die Unterstützung in der entscheidenden Phase der Saison. Fußball ohne Fans ist wertlos!"

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Zudem werde die Maßnahme der Geisterspiele "ad absurdum geführt", wenn sich wie am Mittwoch in Mönchengladbach oder Paris tausende Fans vor den Stadien versammeln.

Die Fans der Münchner kündigten daher an, am Samstag nicht organisiert nach Berlin zu reisen. Auch die weiteren Spiele sollen nicht vor dem Stadion verfolgt werden.