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DFL-Vize Oliver Leki äußert sich zu einem möglichen Wiederbeginn der Bundesliga und spricht über die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise.

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Die Frage, wann der Ball in der Bundesliga wieder rollen wird, kann aktuell niemand verlässlich beantworten.

DFL-Aufsichtsratsmitglied Oliver Leki rechnet nicht vor dem 30. April mit dem Wiederbeginn der Bundesliga.

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"Das scheint mir der frühestmögliche Termin zu sein, um wirklich wieder an einen Spielbetrieb denken zu können", sagte der stellvertredende Vorsitzende des DFL-Aufsichtsrats im SWR.

Geisterspiele als Schadensbegrenzung

Das DFL-Präsidium wird am Dienstag über das weitere Vorgehen bezüglich der Spielpause wegen der Coronakrise beraten. "Was allen klar ist: Wir müssen davon ausgehen, dass wir ohne Publikum spielen. Das ist auch Schadensbegrenzung für das Unternehmen Fußball-Bundesliga", ergänzte Leki. "Klar ist der Fußball ein Kulturgut, aber auch ein Wirtschaftsbetrieb. Und um den am Laufen zu halten, ist es wichtig, dass wir produzieren können."

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Spiele ohne Zuschauer seien "eine echte Chance aus der Krise einigermaßen herauszukommen, ohne Klubs reihenweise in Existenznöte zu bringen", sagte Leki.

Vielen Vereinen drohen "existenzielle Probleme"

Eine länger anhaltenden Spielpause hätte gravierende wirtschaftliche Folgen für die Klubs.

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"Für den Fall, dass überhaupt nicht mehr gespielt werden kann, würde ich schon davon ausgehen, dass eine ganz große Zahl von Vereinen bis zum Jahresende existenzielle Probleme haben wird", prognostizierte Leki.

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Bezüglich eines zuletzt diskutierten Solidaritäts-Fonds innerhalb der Liga meinte der 47-Jährige: "Wenn es dann nahezu allen Vereinen so geht, dass sie eigentlich nicht mehr in der Lage sind, ihren Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten, ist es mit dem Solidaritätsgedanken auch schwierig. Weil es dann auch nichts mehr gibt, womit man wirtschaftliche Solidarität zeigen kann. Es geht darum, ob es Möglichkeiten gibt, sich aus dem System heraus gegenseitig zu stützen. Das wird für den Fall, dass wir gar nicht mehr zum Spielen kämen, unmöglich sein."

"Konkrete Stresssituation" für den SC Freiburg

Die aktuelle Krise sei für den SC Freiburg auch "eine konkrete Stresssituation", führte Leki, seit Oktober 2014 Finanzvorstand des Sport-Clubs, weiter aus. "Im ersten Moment ist es uns gelungen, klare Pläne zu entwickeln, dass wir gut durch die Saison kommen werden." Mitarbeiterentlassungen seien demnach noch kein Thema.

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Gehaltsverzicht indes schon. "Das beginnt beim Vorstand und geht über das Trainerteam und den Sportdirektor. Wir sind uns einig, dass wir unseren Beitrag leisten", sagte Leki. "Ich erwarte das auch von der Mannschaft. Es gab da auch schon klare Signale, dass diese Bereitschaft da ist."

Spielerentlassungen wie sie zuletzt beim Schweizer Erstligisten FC Sion für Wirbel gesorgt hatten, könne Leki "im Moment ausschließen. Das ist keine Maßnahme, mit der wir uns aktuell beschäftigen müssten. Wenn wir über das Horrorszenario nachdenken, dass es auf Dauer keinen Fußball gäbe, wäre auch das nicht auszuschließen."