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München - Der Sieg in Köln weckt bei Manuel Neuer Erinnerungen an Pep Guardiola. Dabei sind die Münchner unter Flick den Guardiola-Bayern in einem zentralen Punkt deutlich voraus.

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"Pep ist der Architekt einer Kathedrale, der seine Mission mit Fertigstellung der Kathedrale als beendet sieht", hatte vor einigen Jahren der Guardiola-Biograf Martí Perarnau seinen Vertrauten charakterisiert. 

Baumeister Guardiola war im Sommer 2013 in München angetreten, um dem FC Bayern eine fußballerische Identität einzuimpfen, einen unverwechselbaren Spielstil, der fortan den Klub prägen sollte.

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Als er sein Werk für vollendet erachtete, zog der stolze Katalane weiter nach Manchester. Mit im Gepäck: Insgesamt sieben Titel mit den Münchnern. Die Champions League aber gewann er mit dem Rekordmeister nicht. Für seinen Teil hatte er dennoch ein solides Fundament hinterlassen.

Manuel Neuer: "Wir haben Pep-Fußball gespielt"

Nicht nur bei zahlreichen Fans, auch bei den Bayern-Spielern, die den Katalanen noch in der täglichen Arbeit erlebten, ist er in jedem Fall noch immer allgegenwärtig.

"Wir haben in der ersten Halbzeit Pep-Fußball gespielt", sagte Kapitän Manuel Neuer nach dem 4:1-Erfolg der Bayern beim 1. FC Köln. Es war als Kompliment gemeint. Als Loblied auf attraktiven, dominanten Fußball. Die Bilanz nach 45 Minuten: 18:1 Torschüsse aus Münchner Sicht.

Spielt der FC Bayern unter Flick wirklich ähnlich wie unter Guardiola? Ein Blick auf die Zahlen lohnt sich.

Guardiola formte Bayern zur Passmaschine

Guardiola gilt nicht zu unrecht als Pass-Fetischist, als Verfechter der Ballkontrolle.

In den drei Jahren unter dem 49-Jährigen kamen die Münchner in 102 Bundesliga-Spielen im Schnitt auf 71 Prozent Ballbesitz, spielten 732 Pässe. Dabei fanden starke 88 Prozent der Zuspiele einen Teamkollegen. In der gegnerischen Hälfte kamen 83 Prozent der Pässe an.

Unter Flick weisen die Münchner in bislang zwölf Bundesliga-Partien in all diesen Kategorien schwächere Zahlen auf, wenn auch teilweise nur marginal: 68 Prozent Ballbesitz und nur noch 667 Pässe, von denen 87 Prozent beim Mitspieler ankommen. In der gegnerischen Hälfte fanden "nur" noch 81 Prozent den Weg zu einem Teamkollegen.

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Flick macht Bayern effizienter

Was die Zahlen aber auch zeigen: Was den Weg zum Tor angeht agiert Bayern bedeutend zielstrebiger.

Die Zahl der Torschüsse pro Spiel ist leicht höher (20 gegenüber 18), die Zahl der Großchancen sogar deutlich (5,2 gegenüber 3,2). Auch die Chancenverwertung (19 gegenüber 17 Prozent) spricht für die aktuelle Bayern-Truppe.

Da verwundert es auch nicht, dass die Bayern unter Flick deutlich mehr Tore erzielen (3,1 pro Spiel) als unter Guardiola (2,5).

"Unter Pep haben wir nur die Chancen nicht so genutzt", stellte Neuer folgerichtig in Köln fest. "Er saß teilweise frustriert auf der Bank, weil wir die Dinger liegen gelassen haben."

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Flick entwickelt den Pep-Fußball weiter

Nun aber läuft die Münchner Tormaschine auf Hochtouren. In der Zeit unter Guardiola perfektionierten die Münchner ihre Dominanz, schafften es aber mitunter nicht, diese in gute Chancen umzumünzen.

Es gilt daher eine Mischung zu finden, die vermehrt Umschaltspiel, Tempo, Vertikalität und Zielstrebigkeit beinhaltet.

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Flick scheint aktuell auf dem besten Weg dahin zu sein, diese Herausforderung zu meistern. Womöglich baut er bereits an seiner eigenen Kathedrale.