Beim Spiel zwischen Gladbach und Leipzig stand der Schiedsrichter im Mittelpunkt
Leipzig trennte sich 2:2 von Borussia Mönchengladbach © Getty Images
Lesedauer: 4 Minuten

Leipzig - RB Leipzig rettet in einem hitzigen Topspiel gegen Borussia Mönchengladbach einen Punkt. Die Nagelsmann-Elf büßt dennoch die Tabellenführung ein.

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Nach dem Schlusspfiff des atemberaubenden 2:2 zwischen RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach kochten die Emotionen noch einmal für eine kurz Zeit hoch. 

Julian Nagelsmann geriet auf Höhe der Mittellinie mit Matthias Ginter aneinander: Der RB-Trainer und Gladbachs Abwehrchef tauschten böse Blicke aus, warfen sich einige Worte zu und mussten sogar von Teamkollegen zurückgehalten werden.

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"Einer meiner Spieler hat mich in Matthias hineingestoßen, und er dachte, ich hätte ihn absichtlich weggecheckt. Dem war aber nicht so, und das wollte ich ihm erklären", sagte Nagelsmann wenig später bei Sky, als der Blutdruck des Coach wieder im Normbereich lag.

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Schon während der 96 Minuten zuvor hatte es einige Szenen gegeben, die dem Topspiel einen leichten Beigeschmack gaben. 

Plea meckert und sieht Gelb-Rot 

Im Mittelpunkt: Schiedsrichter Tobias Stieler und Gladbachs Stürmer Alassane Pléa, der in der 24. Minute die Führung der Fohlen besorgt hatte. Als Plea nach einem ausgebliebenen Pfiff heftig reklamierte, zeigte ihm Stieler zunächst die Gelbe Karte. 

Pléa meckerte weiter, machte eine abfällige Handbewegung - und sah die Gelb-Rote Karte. 

"Klar hat es schon schlimmere Szenen gegeben, die Klubs wurden aber informiert", sagte der Referee nach der Partie bei Sky. "Sie haben eine Vorbildfunktion, genauso wie die Spieler. Wir Schiedsrichter sind angehalten, zur Rückrunde diese Unsportlichkeiten konsequent zu ahnden. Ich werde nicht derjenige sein, der dieses Committment bricht."

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Doch während sich die Gladbacher Spieler auch nach dem Abpfiff nur schwer beruhigen konnten (Jonas Hofmann: "Für so etwas eine Gelb-Rote Karte zu geben: Hut ab. Das war die spielentscheidende Szene. Das ist sehr, sehr bitter"), hatte Stieler eine ganz andere Meinung.  "Das ist inakzeptabel", sagte der Schiedsrichter. "Das hat absolut keine Vorbildfunktion für den Fußball und insbesondere für den Amateurbereich."

Leipzig verliert Tabellenführung

In Überzahl drängte Leipzig die Fohlen immer mehr in deren Hälfte und kamen am Ende noch zum Ausgleich. 

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Doch auch wenn Christopher Nkunku die drohende Niederlage mit einem Traumtor in der 90. Minute noch abwendete: Die Leipziger (41 Punkte) sind nun Zweiter und reisen mit viel Druck zum Gipfeltreffen beim neuen Spitzenreiter Bayern München (42) am kommenden Wochenende. Die Borussia (39) mischt als Vierter im Kampf um die Meisterschaft weiter kräftig mit. (Bundesliga-Tabelle)

Plea und Jonas Hofmann (35.) ließen Trainer Marco Rose in dessen Geburtsstadt jubeln. Der eingewechselte Patrik Schick (50.) und Nkunku (90.) mit einem satten Distanzschuss sorgten aber noch für ein Remis.

(Das Spiel im Ticker zum Nachlesen)DFB-Pokal LIVE: Der Kracher Eintracht Frankfurt gegen RB Leipzig, Dienstag ab 17 Uhr im TV auf SPORT1

Mönchengladbachs Torwart Yann Sommer, der vor dem 1:2 patzte, sah im Platzverweis gegen Plea den "Knackpunkt. Wenn man mit zehn Mann gegen eine so starke Mannschaft 30 Minuten hinterherrennen muss, zehrt das an den Kräften."

Dabei übte der Schweizer durchaus Kritik an Schiedsrichter Tobias Stieler: "Ich weiß nicht, was Alassane gesagt hat. Aber da wäre Fingerspitzengefühl besser gewesen. Das ist ein Spitzenspiel, da sind Emotionen normal." Selbst Nagelsmann meinte: "In so einem Spiel muss man nicht zwingend Gelb-Rot zeigen."

Gladbach vor der Pause überragend

Dass RB in der ersten Halbzeit kaum ins Spiel fand, lag vor allem am mutigen Auftritt der Gladbacher. Die Fohlen agierten aufmerksam, in der Balleroberung war der VfL stark und unterband den gefürchteten Leipziger Tempofußball gut. "Wir haben eine bärenstarke erste Halbzeit gespielt, nach der Pause bärenstark gekämpft", sagte Gladbachs Trainer Rose.

Nagelsmann, der nach der Niederlage in Frankfurt die Einstellung der Mannschaft kritisiert hatte und die Friseur-Affäre einiger Spieler moderieren musste, lief in seiner Coaching-Zone auf und ab und korrigierte viel. Der Kragen platzte ihm, nachdem RB die Zuordnung im eigenen Strafraum verloren und Plea zur Führung getroffen hatte.Auch danach lief wenig nach dem Plan des Leipziger Coaches. Gladbach dominierte.

Auch ein Schreckmoment um Rio-Weltmeister Christoph Kramer, der nach einem heftigen Zusammenprall mit RB-Torjäger Timo Werner schwer benommen ausgewechselt wurde, brachte Borussia nicht aus dem Konzept. Erst nach dem Platzverweis gegen Plea kippte die Partie.