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München - Der völlig überraschende Rücktritt von Jürgen Klinsmann beschäftigt Hertha BSC noch immer. Auf einer Pressekonferenz äußern sich Preetz, Präsident und Investor.

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Der völlig überraschende Rücktritt von Jürgen Klinsmann hält Hertha BSC nach wie vor in Atem.

Bei seinem Antritt wollte der Ex-Nationaltrainer den "Big City Club" in der Bundesliga nach vorne führen, stattdessen stecken die Berliner im Abstiegskampf. Nach nur elf Wochen als Cheftrainer verabschiedete sich Klinsmann per Facebook-Post.

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Neben Geschäftsführer Michael Preetz werden sich ab 11.30 Uhr auch Vereinspräsident Werner Gegenbauer und Investor Lars Windhorst äußern. Die Pressekonferenz zum Nachlesen im Ticker:

+++ Pressekonferenz beendet +++

Nach gut 50 Minuten ist die Presserunde beendet.

+++ Windhorsts Schlusswort +++

"Natürlich gibt es immer wieder Leute, die mir gegenüber kritisch sind. Aber die überwiegende Mehrheit will, dass die Hertha oben mitspielt. Die Mehrzahl der Fans und Mitglieder will das. Insofern werden wir das Ziel mit allen Kräften angehen und ich bin mir sicher, dass wir das auch erreichen werden", sagt Windhorst.

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+++ Windhorst über seine Rolle +++

"Es geht nicht darum, Macht anzustreben. Sondern darum, dass alle Verantwortlichen gemeinsam die gleiche Zielsetzung verfolgen. Da gibt es sicher auch mal einen kritischen Dialog. Aber es muss ein gemeinsames Grundverständnis und ein Commitment geben. Ich würde mich nur dann stärker einbringen oder äußern, wenn von dem Commitment abgewichen werde. In den letzten Wochen gab es da aber viele entscheidende Schritte, dass alle sich nach vorne bewegen wollen", sagt Windhorst.

+++ Preetz: Friedrich bleibt +++

"Arne Friedrich bleibt genauso dabei wie alle anderen Kollegen", bekräftigt Preetz.

+++ Gegenbauer zieht Bilanz der Klinsmann-Ära +++

"Die Lehre ist, dass wir was die Ziele, die Zukunft und die Maßnahme angeht, vollkommen deckungsgleich sind. Wir haben nur an der einen oder anderen Stelle unterschiedliche Vorstellungen der Geschwindigkeit. Die andere Frage ist die, der Sorgfalt, wer zu Hertha BSC passt. Das muss hinterfragt werden. Da sind wir in Zukunft hoffentlich nicht in der Situation, uns kurzfristig entscheiden zu müssen", sagt Gegenbauer.

+++ Gegenbauer bestätigt erneute Kandidatur +++

"Ob Sie mit einer weiteren Amtszeit rechnen müssen, kann ich Ihnen noch nicht versprechen, weil ich ja gewählt werden muss. Aber eine Kandidatur liegt vor", sagt Gegenbauer.

+++ Preetz über Trainerfrage +++

"Es ist unsere Aufgabe, einen Cheftrainer zu finden, der mit uns die Ziele der nächsten Jahre angeht, der ambitioniert ist und der hier richtig etwas bewegen kann. Das bedingt auch, dass wir Planungssicherheit haben, in welcher Liga wir spielen. Das ist unsere Aufgabe in den nächsten Wochen", sagt Preetz.

+++ Bremser? Preetz erklärt sich +++

"Es ist eine wunderbare Gelegenheit, heute mal mit diesen Dingen aufzuräumen. Sie können sich vorstellen wie die Anbahnung eines solchen Deals aussehen. Natürlich können Sie davon ausgehen, dass wir alle die gleiche Zielsetzung haben. Wenn ich es mir malen könnte, würde ich natürlich gerne deutscher Meister sein. Wenn wir sagen, wir etablieren uns im Mittelfeld der Bundesliga, muss der nächste Schritt sein, nach Europa zu kommen. Es muss das Ziel sein, sich auch dauerhaft dort zu etablieren", sagt Preetz. Jetzt gelte es, die Klasse zu halten und im Sommer die Neubesetzung des Trainerpostens anzugehen.

+++ Windhorst über die Dauer seines Engagements +++

"Gehen Sie davon aus, dass es mindestens zehn Jahre sind. Es können auch 20 oder 30 Jahre werden. Wir werden unser Anteil nicht verringern, sondern gegebenenfalls aufstocken. Wir haben in Hertha nicht wegen einer Renditeerwartung investiert", sagt Windhorst. "Es gibt keinen Grund, warum der Hauptstadtklub Hertha in den kommenden Jahren nicht in führender Position mitspielen sollte. Das Entscheidende ist, dass alle dieses Ziel auch wollen. Ich habe das Wort von Herrn Gegenbauer. Ich bin davon überzeugt, dass alle diesen Weg gemeinsam gehen."

+++ Windhorst konnte Klinsmann nicht umstimmen +++

"Ich habe leider auch erst am Dienstagvormittag eine Nachricht von ihm bekommen, dass er jetzt den Rücktritt vollzieht. Ich war selbst in einem Meeting und habe die Nachricht vielleicht eine Viertelstunde zu spät gesehen. Als ich ihn am Telefon hatte, war es zu spät, ihn umzustimmen. Tragischerweise war es nicht mehr zu retten, weil die Meldung schon raus war", sagt Windhorst.

+++ Preetz: "Gab nie ein Gespräch" +++

"Es hat nie ein Gespräch gegeben, dass ich nicht auf der Bank sitzen soll. Es gab einen inhaltlichen Dissens, welche Kompetenzen ein Trainer in der Bundesliga hat", sagt Preetz.

+++ Windhorst über Börsengang +++

"Das muss in den Gremien besprochen werden. Für unser weiteres Engagement ist kein Börsengang erforderlich. Diese Frage stellt sich aktuell nicht", sagt Windhorst.

+++ Preetz über die Trainerfrage +++

"Wir werden mit Alex Nouri, Markus Feldhoff und seinem Trainerteam in die nächsten Wochen gehen. Wir haben schwere Aufgaben und müssen punkten. Sie verdienen die volle Unterstützung, wir sind gemeinsam überzeugt, dass wir die nötigen Punkte holen werden", sagt Preetz.

+++ Preetz kontert Klinsmann-Vorwürfe +++

"Wir haben Ende November die Gespräche mit Jürgen geführt und vereinbart, dass wir mit ihm als Cheftrainer zusammenarbeiten - logischerweise mit allen Kompetenzen, die ein Cheftrainer hat und die hier bei Hertha BSC genau die gleichen sind wie an jedem anderen Bundesligastandort auch. Wir haben eine Zusammenarbeit vereinbart, die bis zum Ende der Saison gilt. Die erste Aufgabe war klar: Punkte zu sammeln und die Mannschaft aus dieser schwierigen Situation zu befreien. Das ist ja auch gelungen. Darüber hinaus gab es Anfang des Jahres Zeichen von Jürgen, dass er sich über den Sommer hinaus eine weitere Zusammenarbeit als Cheftrainer bei Hertha BSC vorstellen könne. Dann gibt es in der Tat unterschiedliche Auffassungen, wie die Rolle des Cheftrainers definiert ist. Da sind wir nicht übereingekommen, auf der Strecke bis er hingeworfen hat. Die Dinge, die ich gestern gehört habe, dass ich auf der Bank sitze und an der Seitenlinie engagiert bin, sind Dinge, die wir nie miteinander besprochen haben. Wenn möglicherweise Problemfelder auftreten und es Konfliktsituationen gibt, bin ich es gewohnt, die miteinander zu besprechen und gemeinsam zu lösen. Das kann man nicht, wenn man sich umdreht und davonläuft", sagt Preetz.

+++ Windhorst spricht von Momentaufnahme +++

"Ich bin nicht enttäuscht. Ich bin Rückschläge gewohnt. Das sind kurzfristige Momentaufnahmen, die keinen Einfluss auf eine Zehn- oder Zwanzig-Jahres-Strategie haben", sagt Windhorst.

+++ Windhorst über Klinsmann +++

"Wir haben uns kurz nachdem wir uns bei Hertha BSC engagiert haben, verschiedene Kandidaten angeschaut und Gespräche geführt. Selbstverständlich war Jürgen Klinsmann einer der Wunschkandidaten. Er hat eine unglaubliche Strahkraft, die dem Verein gutgetan hat, gutgetan hätte. Wir haben Gespräche geführt und schnell gemerkt, dass er sich für das Projekt erwärmen konnte. Ob ich mich in ihm getäuscht habe, ist nicht leicht zu beantworten. Es ist bedauerlich, dass er eine Kurzschlusshandlung vollzogen hat. Das kann man als Jugendlicher machen, aber nicht im Berufsleben unter Erwachsenen, wo man Vereinbarungen zu erfüllen hat. Ich denke nicht, dass ich mich bezüglich seiner Kapazität im Fußball getäuscht habe. Wir waren wegen ihm kurz davor, neue Sponsoren an Land zu ziehen, deswegen ist es umso bedauerlicher wie es geendet hat", sagt Windhorst.

+++ Preetz rechnet mit Klinsmann ab +++

"Es hat uns völlig überrascht und kam aus heiterem Himmel. Ich bin schon einige Jahre im Profifußball dabei, seit 1986, und habe ganz grundsätzlich schon viel erlebt. Dass, was am Dienstagmorgen passiert ist, war für mich in dieser Form total neu. Weil es uns als Hertha BSC überhaupt keine Chance gelassen hat, in einen Austausch zu kommen. Ich bin hier verantwortlich bei Hertha BSC und versuche meine Verantwortung so zu leben, dass ich das Wohl und Wehe von Hertha BSC in den Mittelpunkt meiner Überlegungen stelle und darüber nachdenke wie man Verantwortung gerecht werden kann. Das meint auch, wenn Probleme auftreten, das Gespräch zu suchen, um die Dinge gemeinsam zu überwinden. Das ist nicht passiert. Insofern haben wir den Rücktritt von Jürgen hinzunehmen, aber wir müssen in dieser sportlichen Situation den Blick nach vorne richten. Wir sind Dienstagmorgen kalt erwischt worden. Unser ganzer Fokus liegt auf dem Sportlichen, uns auf das Spiel in Paderborn und die nächsten Wochen vorzubereiten. Wir werden das machen mit Alexander Nouri, Markus Feldhoff und seinem Team", sagt Preetz.

+++ Windhorst: Klinsmann nicht mehr im Aufsichtsrat +++

"Ich bedauere sehr, dass Klinsmann uns so kurzfristig verlassen hat. Ich habe mit ihm telefoniert. Er hat sich entschuldigt. Ich glaube, er bereut seine Entscheidung", sagt Windhorst. "Leider muss ich sagen, dass aufgrund der Art und Weise wie Klinsmann sich verabschiedet hat, ist eine weitere Zusammenarbeit mit ihm im Aufsichtsrat nicht vorstellbar. Im Sinne des Vereins ist eine konstruktive Zusammenarbeit so nicht vorzuführen. Ob wir in Zukunft, wenn sich die Wogen geglättet haben, in anderen Formen auf seinen Rat zurückgreifen werden, werden wir sehen. Ich schlage die Tür nicht zu, ich schlage auch niemanden k.o."

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+++ Windhorst bekräftigt Zielsetzung +++

"Das Ziel ist kurzfristig aufgrund der Lage der letzten Monate ist der Klassenerhalt. Das Ziel nächstes Jahr ist Europa. Das langfristige Ziel ist auch klar: Wir müssen uns in Europa etablieren. Ich glaube fest daran, dass man sich Ziele setzen muss und sich an Zielen messen lassen muss", sagt Windhorst.

+++ Windhorst erklärt Investment +++

"Deutschland ist eine Fußballnation und Berlin ist die Hauptstadt. Der Klub hat eine Bühne und ein Potenzial, dass in den letzten Jahren nie voll ausgeschöpft wurde. Wir haben nicht investiert, um kurzfristig Kapital zu schlagen. Unser Investment ist Eigenkapital. Es ist absolut ausgeschlossen, dass es damit Probleme gibt. Eigenkapital ist nicht rückzahlbar. Als wir in den Fußball investiert haben, war klar, dass unser Investment etwas anderes ist. Das ist nicht so berechenbar wie andere Investments. Uns war klar, dass der Zeitplan sich verschieben kann und wir bereit sein müssen, dass das Geld nicht reichen kann und wir weiteres Geld investieren müssen", sagt Windhorst.

+++ Windhorst gibt Statement ab +++

"Trotz der schwierigen Nachrichten freue ich mich, hier zu sein. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um zu erklären, warum mein Unternehmen im letzten Sommer entschieden hat, in Hertha zu investieren und warum wir trotz des überraschenden Rücktritts von Jürgen Klinsmann weiter investieren werden", sagt Windhorst.

+++ Gegenbauer: Kein Chaos +++

"Offensichtlich herrscht von außen die Sicht, dass hier das Chaos ausgebrochen ist. Aus meiner Sicht wird hier sehr geordnet gearbeitet. Am Montag gegen 9 Uhr hat sich Klinsmann verabschiedet, dann gab es Training, dann ging die Meldung an die Medien raus. Es war natürlich ein Schock am Dienstag. Aber mein Dank gilt Michael Preetz und den Mitarbeitern, dass beim Ablauf keine Störungen erkennbar waren", sagt Gegenbauer.

+++ Gegenbauer hat das Wort +++

"Ich freue mich, dass wir hier gemeinsam auf dem Podium sitzen. Der Anlass ist ja klar. Aus meiner Sicht - und damit vertrete ich die Meinung des Vereins - war die jüngste Entwicklung überraschend. Jürgen Klinsmann hat damit nicht nur Hertha BSC, sondern auch das gemeinsame Projekt verlassen", sagt Gegenbauer und sagt über seinen Arbeitsvertrag: "Es gab mündlich einen Arbeitsvertrag seit dem 27.11. und seit dem 2.12. lag ihm auch ein schriftlicher Arbeitsvertrag als Cheftrainer vor. Also natürlich gab es einen gültigen Arbeitsvertrag."

+++ Pressekonferenz beginnt +++

Die Hertha-Bosse Gegenbauer und Preetz, sowie der Investor Windhorst nehmen auf dem Podium Platz.

+++ Was sagen die Bosse? +++

Man darf gespannt auf die Aussagen der Hertha-Bosse sein. Dabei wird es auch um Klinsmanns Zukunft als Aufsichtsrat gehen, schließlich können seine Äußerungen zum Rücktritt auch als Attacken auf die Entscheidungsträger aufgefasst werden. Eine weitere Zusammenarbeit ist aktuell nur schwer vorstellbar.

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+++ Wie sieht der Investor Klinsmanns Flucht? +++

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Auch die Aussagen von Investor Windhorst dürften interessant sein, Immerhin durfte Klinsmann nicht zuletzt dessen Geld im Winter mit vollen Händen ausgeben. So kam Stürmer Krzysztof Piatek für 23 Millionen Euro vom AC Mailand. Wie wird Windhorst die Flucht des vermeintlichen Heilsbringers einordnen?