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Die Bundesliga steht vor einem goldenen Transfer-Sommer. SPORT1-Chefkolumnist Tobias Holtkamp erklärt, welchen Fehler die Klubs dabei nicht begehen dürfen.

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Hallo Bundesliga-Freunde,

nur noch etwas länger als drei Monate, dann ist die Saison schon wieder vorbei und im Bundesliga-Planer stehen ausgedehnte Ferien, ebenfalls über drei Monate. Doch schon jetzt ist klar, dass in der spielfreien Zeit rekordverdächtiger Betrieb herrschen wird hinter den Kulissen.

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Die Manager der Vereine bereiten außergewöhnlich große Geschäfte vor - die Bundesliga steht vor einem goldenen Sommer.

Entscheidend aber: Mit der Aussicht auf die XXL-Einnahmen geht ein wichtiger Auftrag einher, den die Liga zurzeit rege diskutiert: Das viele Geld, das für die transferierten Top-Spieler überwiesen wird, muss - zumindest zum großen Teil - im nationalen Kreislauf bleiben. Sonst schwächt sich die Bundesliga selbst, beziehungsweise stärkt die anderen großen Ligen - statt wirtschaftlich von ihnen zu profitieren.

Millionen-Einnahmen für Havertz, Sancho und Werner winken

Alleine Kai Havertz (Bayer Leverkusen), Jadon Sancho (Borussia Dortmund) und Timo Werner (RB Leipzig) können im Sommer gut 300 Millionen Euro in die Kassen ihrer Vereine spülen. Die zwei Erstgenannten haben die Zusage ihrer Arbeitgeber, bei entsprechenden Angeboten den nächsten Schritt machen zu dürfen.

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Werner hat nach SPORT1-Informationen sogar eine Klausel im Vertrag, die ihn international zum Transfer-Schnäppchen macht. Für 30 Millionen Euro plus eine Garantie über erfolgsabhängige Boni kann der pfeilschnelle Torjäger wechseln. Den Plan hat er auch im Kopf - immer mehr Top-Vereine hinterlegen ihr Interesse bei Werners Berater Karlheinz Förster.

Bundesliga sollte in Deutschland reinvestieren

Dazu kommen herausragende Bundesliga-Spieler wie Dayot Upamecano (Leipzig, Ausstiegsklausel bei angeblich 60 Millionen Euro), Bremens Milot Rashica oder die Freiburger Robin Koch und Luca Waldschmidt, ebenfalls begehrte Transferziele des kommenden Sommers, die sehr wahrscheinlich für hohe Ablösesumme wechseln werden.

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Die massiven Einnahmen, die die abgebenden Vereine durch die Verkäufe generieren, sollten nach Kräften in Deutschland reinvestiert werden.

Bayern spart bei Nübel, Goretzka und Co. Ablöse

Der FC Bayern musste sich zuletzt dem Vorwurf stellen, Ablösesummen fast ausschließlich an ausländische Klubs zu zahlen - da sie in Deutschland auffällig oft vertragslose Spieler verpflichteten (z.B. Alexander Nübel, Leon Goretzka, Robert Lewandowski). Die tragen dann zwar auch Preisschilder in Millionenhöhe, doch das Geld geht statt an die abgebenden Vereine direkt an die Spieler und deren Agenturen ("signing fee").

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Wenn die Vereine sich bemühen, zuallererst in Spieler aus deutschen Vereinen zu investieren, stärken sie den nationalen Fußball, den Unterbau und die Entwicklung - und damit ihre eigene Situation. Denn gerade eine bessere Ausbildung würde mittelfristig auch dafür sorgen, mehr "deutsche" Sanchos, Haalands und Comans in den Klubs zu haben.

Gehen die ganz großen Summen nicht vor allem ins Ausland, kann die Bundesliga, gerade als Gemeinschaft, weitaus schneller wachsen und den Vorsprung zum Beispiel der Premier League, sportlich wie wirtschaftlich, ein gutes Stück verkleinern. Es wäre ziemlich sicher allen daran gelegen.

Tobias Holtkamp, der Autor dieses Textes, war in der Chefredaktion von Sport Bild und Chefredakteur von transfermarkt.de. Heute berät er Sportler und Marken in ihrer inhaltlichen und strategischen Ausrichtung. Für SPORT1 schreibt Holtkamp als Chef-Kolumnist die wöchentliche "Bundesliga-Kolumne".