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Gelsenkirchen und München - Alexander Nübel patzt gegen RB Leipzig bereits nach wenigen Sekunden folgenschwer. Nach weiteren Fehlern hat der Keeper bei den Schalke-Fans einen schweren Stand.

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Bitterer Abend für Alexander Nübel!

Der Keeper des FC Schalke 04 leistete sich vor allem in der 1. Halbzeit des 0:5 (0:1) gegen RB Leipzig einige Wackler, was von Teilen des Publikums mit gellenden Pfiffen quittiert wurde.

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Nach nicht einmal einer Minute patzte der Keeper des FC Schalke 04 schwer beim Gegentor, als er bei einem nicht allzu platzierten Distanzschuss von Marcel Sabitzer vorbeifaustete und der Ball im Tor einschlug.

Als Nübel in der 88. Minute einen harmlosen Weitschuss zunächst nach vorne abprallen ließ und dann erst im Nachfassen aufnahm, gab es sogar noch höhnischen Applaus von einigen Anhängern.

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Wagner und Schneider stellen sich vor Nübel

Die Verantwortlichen bei den Königsblauen nahmen den Keeper, der im Sommer zum FC Bayern wechselt und deshalb bei Teilen des Publikums einen schweren Stand hat, demonstrativ in Schutz.

"Ich habe die Pfiffe gehört, aber das waren relativ wenige", sagte Sportvorstand Jochen Schneider auf SPORT1-Nachfrage: "Als die ersten Pfiffe kamen, haben die Fans sofort reagiert und gesungen. Alex hat schon so viele gute Spiele für uns gemacht, da kann man auch mal zwei Fehler machen."

Trainer David Wagner räumte zwar ein, Nübel habe "wie viele sicher nicht die Form gehabt", stellte aber auch klar: "Ich mache hier nach dem Spiel sicher keine Torwart Diskussion auf. Einzelkritik erübrigt sich nach so einem Spiel."

Mit Blick auf die insgesamt desolate Vorstellung betonte Schneider: "Der Unterschied war heute so groß. Auch ohne das 0:1 hätten wir nicht etwas Zählbares mitgenommen"

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Fans pfeifen Nübel aus

Dennoch war es gerade in der ersten Hälfte der 23 Jahre alte Keeper, der immer wieder in den Fokus geriet - auch bei den eigenen Fans. In der 10. Minute hatte der Torhüter nach einer Ecke den Ball fallenlassen, wobei deutliche Unmutsbekundungen zu hören waren.

Auch in der 17. Minute gab es vereinzelte Pfiffe, als der Bald-Bayer den Ball beim Spielaufbau zu lange am Fuß hatte, ehe Nübel nach 25 Minuten an einem Eckball vorbeisegelte und laute Pfiffe über sich ergehen lassen musste. In der 29. Minute gab es zudem vereinzelt Pfiffe bei einem Abstoß.

Nach dem Pausenpfiff lief der Keeper zwei Schritte in Richtung seines Tores vor der Schalker Kurve, um seine rote Trinkflasche zu holen, bevor er umkehrte und in die Kabine trottete.

Auf dem Weg wurde er von Jean-Clair Todibo, Co-Trainer Frank Fröhling und Torwarttrainer Simon Henzler getröstet.

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Versöhnlicher Abschied vor der Schalke-Kurve

Bei den vier Toren nach der Pause war Nübel dann chancenlos, wurde nach dem Abpfiff sogar von Sabitzer (der ihm das 0:1 eingeschenkt hatte) getröstet.

Auch Leipzigs Torhüter Peter Gulasci nach seinen Gegenüber in Schutz: "Die Schalke-Niederlage lag nicht an Alex, sondern an unserer Qualität. Er weiß aber auch, dass er den Ball vor dem 0:1 halten muss. Das kann allerdings jedem Torwart passieren. So ist das in unserem Beruf."

Immerhin gab es mit dem Schalker Anhang einen versöhnlichen Abschluss: Geschlossen ging das königsblaue Team nach der Klatsche in die Kurve und wurde von den Fans mit aufmunterndem Applaus verabschiedet - auch Nübel.

Dafür gab es bei Sky Lob von Vorstand Schneider: "Natürlich gab es ein paar Pfiffe, aber wie die Fans dann insgesamt reagiert haben, das war groß."

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Schon im SPORT1-Interview unter der Woche hatte Schneider beide Seiten für den Umgang mit der schwierigen Lage gelobt.

"Alex geht prima mit der Situation um, bringt hervorragende Leistungen. Die Fans haben gut reagiert, haben ihn nicht mit Pfiffen empfangen, sondern sehr wohlwollend - und sie respektieren auch, was er für uns geleistet hat", betonte der S04-Boss.

Darauf besann sich der Schalker Anhang am späten Samstagabend dann auch wieder - und Schneider zeigte sich hoffnungsvoll, dass Nübel gestärkt aus diesem bitteren Spiel hervorgehen wird: "Ich fürchte da keine weiteren Diskussionen. Er hat Fehler in der Vergangenheit oft abgeschüttelt."