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München - Dem FC Bayern ist mit Alphonso Davies ein Coup gelungen, der Kanadier spielt bereits eine Hauptrolle. Sein Spielstil begeistert die Fans, sein Humor das Netz.

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Im April vergangenen Jahres hatte Jérôme Boateng zur großen Sause in der Münchner Diskothek "P1" geladen. Unter den Gästen war auch Alphonso Davies.

Der damals 18-jährige Kanadier war zu dieser Zeit noch derart frisch und neu beim FC Bayern, dass er in einem anderen Raum unerkannt mit Joshua Zirkzee feiern konnte, während die Stars im abgetrennten VIP-Bereich ihre eigene Party zelebrierten, um sich inmitten hunderter Gäste abzuschirmen.

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Fände die gleiche Party heute statt, Davies wäre wohl auch nicht mehr im Nebenraum zu sehen. Denn nicht einmal ein Jahr später spielt der Linksfuß eine Hauptrolle beim FC Bayern. Mit starken Auftritten begeistert er auf dem Platz, mit komödiantischen Auftritten im Netz erreicht er Millionen.

Dieser Aufstieg hat Gründe: Davies profitierte vom Hinrunden-Verletzungspech der Bayern und davon, dass Niko Kovac ihm die Position des Linksverteidigers zutraute.

Gegen Union Berlin am 9. Spieltag spielte er dort erstmals über 90 Minuten, stand seitdem immer in der Startelf, weil auch Kovac-Nachfolger Hansi Flick an ihm festhielt. Ursprünglich war Davies für die linke offensive Außenbahn geholt worden. Mit seiner Schnelligkeit, seiner Physis und seinem starken linken Fuß eignete er sich aber auch hervorragend als Vertreter von David Alaba, der noch immer in der Innenverteidigung aushilft.

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Ein Transfer à la Sancho

Jahrelang galten die Bayern als der Verein, der fertige Spieler von der Konkurrenz holte. Weniger standen die Münchner zuletzt für Transfers von Talenten, die keiner auf dem Schirm hatte, die dann aber beim FC Bayern durchstarteten. Solche wie den von Dortmund-Star Jadon Sancho.

Mit Davies ist Sportdirektor Hasan Salihamidzic ein solcher Coup gelungen. Die Bayern zahlten 11,5 Millionen Euro Ablöse an MLS-Klub Vancouver Whitecaps. Laut transfermarkt.de ist Davies' Marktwert binnen eines Jahres von zehn auf 25 Millionen Euro gestiegen.

Manchmal, so hat es den Anschein, ist Davies sogar für den Ball zu schnell. Im ersten Kontakt verspringt ihm dann der Ball aufgrund seines enormen Tempos. Ebenso schnell gewinnt er ihn aber wieder zurück.

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Setzt Davies zum Sprint oder Dribbling an, ist in der Allianz Arena ein Raunen zu vernehmen. Eine Begeisterung, für die früher Franck Ribéry und Arjen Robben mit Einzelaktionen gesorgt haben.

Davies ist der Hit im Netz

Steht Davies nicht auf dem Trainingsplatz, mischt er sich in München schon mal unter Leute, etwa indem er den Promi-Italiener "H’ugo’s" mit Freunden besucht und dort keinerlei Star-Allüren zeigt.

In den eigenen vier Wänden geht er einem besonderen Hobby nach: der Eigenproduktion von Kurzvideos, die er auf dem Videoportal "TikTok" hochlädt. Allein sein jüngstes, man muss es so nennen, "Meisterwerk", erreichte Millionen von Klicks.

Davies parodiert darin die Backstreet Boys mit deren Welthit "I want it that way", basierend auf einer Szene aus der amerikanischen Serie "Brooklyn Nine-Nine". Zuletzt gewann er die Herzen seiner Follower, indem er Torjubel von Mitspielern wie Thomas Müller, Serge Gnabry oder Robert Lewandowski imitierte.

Davies wirkt mit seinen Videos nahbar, wie der Typ von nebenan. Bei den Fans kommt das super an.