Timothy Chandler erzielte seine Tore drei und vier Im Jahr 2020
Timothy Chandler erzielte seine Tore drei und vier Im Jahr 2020 © Imago
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Frankfurt am Main - Beim Kantersieg von Eintracht Frankfurt gegen Augsburg glänzt Timothy Chandler erneut als Torjäger - und reiht sich damit in die Riege von Europas Topknipsern ein.

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Diese Serie ist fast schon unheimlich: Timothy Chandler von Eintracht Frankfurt steht nach seinem Doppelpack beim 5:0-Sieg gegen den FC Augsburg in der Rückrunde bereits bei vier Toren und befindet sich damit mittendrin in einem elitären Kreis. (Das Spiel im Ticker zum Nachlesen)

Vier Tore im Kalenderjahr 2020 haben bislang auch Lionel Messi und Kylian Mbappé auf ihren Konten. Allerdings haben sie dafür je sieben Spiele gebraucht und nicht nur fünf wie Chandler, der alle seine Tore 2020 in der Bundesliga erzielte - und damit noch vor einem gewissen Robert Lewandowski liegt. Der brachte es bislang auf drei Liga-Treffer in diesem Kalenderjahr.

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Muss Lewandowski Chandler fürchten?

Muss sich also der Spitzenreiter in der Torjägerliste langsam fürchten vor dem rechten Flügelflitzer der Eintracht? Zumindest nicht so schnell. "Das dauert noch ein bisschen, bis ich dahin komme", schmunzelte Chandler bei DAZN. Sein erster Doppelpack in der Bundesliga mache ihn "überglücklich", freute sich der 29-Jährige. Und zumindest in der vereinsinternen Torjägerliste ist er damit den Führenden bedrohlich nahe gekommen.

Sein Tor zum 1:0 feierte er zusammen mit Goncalo Paciencia - mit sieben Toren der bislang erfolgreichste Schütze der Eintracht in dieser Saison, gegen Augsburg aber nur Bankdrücker. "Er hat gesagt, 'Wahnsinn, schon dein drittes Tor, jetzt kommst du an mich ran'", berichtete der US-Amerikaner, der danach noch ein Tor folgen ließ. 

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Auch dank Chandler hat die Eintracht ihren Höhenflug nach der Winterpause fortgesetzt. Andre Silva (55.) und ein später Doppelpack von Filip Kostic (89./90.) sorgten für den Endstand in der einseitigen Partie. Gäste-Coach Martin Schmidt war fassungslos angesichts der Leistung seiner Mannschaft, vor allem nach dem Wechsel: "Das war unsere schlechteste Halbzeit in diesem Jahr. Es war schlichtweg eine Katastrophe."  

Bobic: "Ein guter Auftritt"

Ganz anders die Gemütslage bei der Eintracht. "Es war ein sehr guter Auftritt gegen einen Gegner, gegen den wir nicht gerne spielen. Das war ein klares Statement und ein ganz wichtiger Sieg für uns", sagte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic bei DAZN. Der Europameister nutzte seine Analyse aber auch zu einem Seitenhieb gegen die Kritiker, die die Eintracht am Ende einer sehr anstregenden Hinrunde schon zu den Abstiegskandidaten zählten.

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Auf die Frage, warum es derzeit so gut laufe, antwortete Bobic: "Wir hatten eine Pause gehabt. Jeder der das nicht begreifen möchte, muss es einmal selbst erlebt haben. Wer es nicht erlebt hat, kann auch nicht davon reden. Diese Panik, die wir im Umfeld hatten, ist absolut lächerlich. Wir sind ruhig geblieben und vertrauen der Mannschaft. Wir wissen, was sie kann."

Eintracht mit drittem Sieg im vierten Spiel

Dank des dritten Sieges im vierten Rückrundenspiel darf die Eintracht langsam wieder von Europa träumen - allerdings beträgt der Rückstand auf Platz 6 noch immer sechs Punkte. Der FC Augsburg, der maßlos enttäuschte, hängt mit 26 Zählern im unteren Mittelfeld fest. (Bundesliga-Tabelle)

Bei der Eintracht gab Winter-Neuzugang Stefan Ilsanker ein unauffälliges Startelfdebüt. Auf der Gegenseite feierte Torjäger Alfred Finnbogason sein lang ersehntes aber schwaches Startelf-Comeback nach über zweimonatiger Zwangspause wegen einer Schulterverletzung.

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Vargas scheitert an Trapp

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kamen beide Mannschaften sehr schleppend ins Spiel. Wie aus dem Nichts fand FCA-Topscorer Florian Niederlechner dann den völlig freistehenden Ruben Vargas, der an Eintracht-Keeper Kevin Trapp scheiterte (9.).

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Dann wurde es vor dem Tor der Gäste auf einmal gefährlich: Nach einer Hereingabe von Evan N'Dicka behielt FCA-Torwart Tomas Koubek bei einem Kopfball von Chandler (32.) die Oberhand - nur Augenblicke später machte es Chandler nach einem schönen Pass in die Tiefe von Kohr, der zuvor nicht ins Spiel gefunden hatte, mit einem platzierten Abschluss unter die Latte besser.

Es war der Startschuss für eine deutlich ansehnlichere Schlussphase der mageren ersten Hälfte. Denn auch die Gäste aus der Fuggerstadt wurden aktiver und hatten sehr gute Chancen zum Ausgleich. Niederlechner prüfte aus spitzem Winkel Trapp, der mit dem Pausenpfiff nochmals die Führung für die Gastgeber gegen Finnbogason mit einer Blitzreaktion auf der Linie festhielt (45.).

Chandler lässt Koubek keine Chance

Jene Blitzreaktion gelang nach dem Seitenwechsel der Eintracht. Nachdem Koubek einen Fernschuss von Kohr über das Tor gelenkt hatte, blieb der tschechische Nationaltorhüter bei der folgenden Ecke gegen den platzierten Kopfball von Chandler machtlos.

Der FCA geschockt, die SGE wie losgelöst und mit der Vorentscheidung durch Silva per Kopf nach mustergültiger Vorarbeit des starken und auffälligen Kostic. Gegen enttäuschende Augsburger, die ein Aufbäumen komplett vermissen ließen, brannte in der Schlussphase nichts mehr für Frankfurt an.