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Dortmund - Nach einigen Schwierigkeiten in der Hinrunde ist Dan-Axel Zagadou in der BVB-Abwehr nicht mehr wegzudenken. Der 20-Jährige ist ein wichtiger Baustein in der Dortmunder Defensive - und lässt seinen Torwart deshalb wieder ruhiger schlafen.

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"Ich kann jetzt endlich mal wieder ruhig schlafen!", sagte Roman Bürki nach dem 2:0-Auswärtssieg in Bremen mit einem Augenzwinkern.

Der BVB-Keeper spielte auf die wieder erstarkte Defensive an. Nur ein Gegentor (beim 2:1 in der Champions League gegen Paris St. Germain) kassierten die Dortmunder in den vergangenen drei Spielen. (SERVICE: Die Bundesliga-Tabelle) Großen Anteil daran, dass die zuletzt vielfach kritisierte Abwehr wieder sattelfest steht, hat freilich auch der erst 20 Jahre alte Dan-Axel Zagadou.

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Der 1,96 Meter große Abwehrspieler glänzte in den letzten Partien mit Entschlossenheit in den Zweikämpfen und einem cleveren Spielaufbau. In den Sozialen Netzwerken haben die Anhänger des Pott-Klubs deshalb bereits den Song "Ohne dich" der Schlager-Band "Münchner Freiheit" umgedichtet. "Ohne dich geht jeder Angriff rein, ohne dich fahr’n wir null Punkte ein, ohne dich hat Bürki keine Ruh‘, Dan-Axel Zagadou!"

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Beim Gastauftritt in Bremen (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker) hatte Zagadou mit 114 Ballbesitzphasen die meisten aller Akteure, brachte 95 seiner 102 Pässe an den Mann. Zudem brachte er seine Farben mit dem 1:0-Führungstreffer (55.) - seinem ersten Saisontreffer - auf die Siegerstraße. "Nach Zagas Tor war es einfacher für uns", sagte Mittelfeldspieler Axel Witsel, der die starke Leistung des "Big Man" hervorhob.

Lob für Zagadou gab es auch von Lucien Favre: "Sein Spielaufbau ist sehr gut. Er hat einen guten linken Fuß." Man merke darüber hinaus, führte der Trainer weiter aus, dass Zagadou in seiner Zeit in Frankreich als "Nummer sechs" gespielt habe. "Das sieht man klar", so der Schweizer. "Er ist sehr, sehr clever. Zuletzt hat er viele Dinge verbessert. Momentan macht er das sehr, sehr gut."

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Zagadou, der in der Hinrunde lediglich zu sieben Einsätzen gekommen war, ist aus der BVB-Abwehr plötzlich nicht mehr wegzudenken. In dieser Bundesliga-Saison gewann der im Pariser Vorort Créteil aufgewachsene Jung-Profi 66 Prozent seiner Zweikämpfe, glänzte zudem mit einer Passquote von über 93 Prozent. 

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Hatte der französische U21-Nationalspieler, dem in der Vergangenheit teils fehlende Beinarbeit und mangelnde Beweglichkeit vorgeworfen wurde, in der vergangenen Saison noch oft Böcke in seinem Spiel, hat er sich nun erheblich stabilisiert. Der Franzose mit ivorischen Wurzeln profitierte zuletzt von der Umstellung auf einer Dreierkette und von einem erfahrenen Nebenmann wie dem zehn Jahre älteren Mats Hummels, wegen dem er Dortmund im Übrigen trotz Vertrages bis 2022 beinahe frühzeitig verlassen hätte.

Zagadou stand vor Wechsel nach England

Im Sommer galt Zagadou noch als Verkaufskandidat und liebäugelte mit einem Wechsel nach England zum FC Arsenal, wo er alleine aufgrund seiner physischen Komponente sicherlich hinpassen würde. Er blieb aber im Pott und biss sich durch - zur Freude aller Dortmunder. BVB-Sportchef Michael Zorc: "Zaga hat eine hervorragende Entwicklung genommen Er ist sowohl defensiv im Zweikampf sehr stark, aber auch im Spielaufbau - er macht kaum Fehler. Durch seine Qualität tut er unserer Truppe sehr gut."

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Zorc wies allerdings auch darauf hin, dass Zagadou seine Zweikämpfe nur dann gewinnt, "wenn er nicht wegrutscht". Das war dem "Big Man" beim 2:1 gegen Paris passiert, als er vor dem Gegentor durch Neymar im Zweikampf durch Kylian Mbappe unglücklich aussah. 

Dass Zagadou zudem eine gesunde Portion Selbstbewusstsein hat, zeigte er kürzlich in einem Interview mit "RMC Sport". Mit Blick auf die Achtelfinal-Begegnungen in der Champions League gegen Paris St. Germain, wo er vor seinem Wechsel ins Ruhrgebiet sechs Jahre in der Akademie war, sagte er: "Wir sind Borussia Dortmund, wir fürchten niemanden!"

Das hören die Fans in Dortmund sicherlich gerne.