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Leverkusen - Emre Can übernimmt bei seiner Startelf-Premiere sofort eine Chef-Rolle auf dem Platz. Auch nach der Partie geht Can als Tonangeber voran.

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Emre Can wurde nach der 3:4-Pleite in Leverkusen deutlich!

"Ich bin erst seit Kurzem dabei, die Mannschaft hat viel Potenzial, aber muss noch eins lernen: Wenn man in Führung geht, muss man - auf gut Deutsch gesagt - dreckiger sein: manchmal ein Foul spielen, besser verteidigen", forderte Dortmunds neuer Mittelfeld-Star von seinen Kollegen.

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Nach der vierten Bundesliga-Niederlage in dieser Saison legte der Winter-Zugang den Finger in die tiefe BVB-Wunde. "Heute war es genau das Spiel, was man über Dortmund sagt: man führt, spielt schönen Offensivfußball, aber defensiv müssen wir alle zusammen besser stehen. Ich meine damit die gesamte Mannschaft, von vorne bis hinten."

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Was Can damit meint: Flügelspieler wie Raphael Guerreiro, Jadon Sancho und vor allem Achraf Hakimi setzen nach vorne zwar starke Akzente, vernachlässigen dabei aber immer wieder den Raum in ihrem Rücken. Auffällig: Can redete auch deshalb während des Spiels immer wieder auf Hakimi ein, gab dem Marokkaner klare Anweisungen.

Can gibt Mitspielern gleich Anweisungen

Beispiele gefällig? In der 37. Minute – der BVB führte nach einem Traumtor von Can mit 2:1 – bleibt Hakimi trotz Ballbesitz des Gegners zu weit vorne. Can fordert: "Come back!"

In der 58. Minute führt Leverkusens Keeper Lukas Hradecky einen Abstoß aus. Can gibt Hakimi die Anweisung, sich erneut mehr nach hinten fallen zu lassen, um abzusichern.

"Emre bringt eine gewisse Körpersprache mit, die uns sicher hilft", hatte Sportdirektor Michael Zorc nach der Verpflichtung gesagt. "Er hat spielerische Qualitäten, aber bei uns soll er vor allem mit seiner Mentalität vorangehen und Signale an die Mitspieler geben."

Klar ist: Einer wie Can hat dem BVB gefehlt. Der gebürtige Frankfurter war gegen Leverkusen sofort der Chef auf dem Platz, gab den Nebenleuten Anweisungen, fegte in Zweikämpfen kompromisslos dazwischen und traf selbst per Traumtor. SPORT1-Experte Reinhold Beckmann sagte im CHECK24 Doppelpass: "Can ist erst frisch dabei. Doch er ist das, was dem BVB in dieser Saison fehlt." Und der von Fortuna Düsseldorf freigestellte Ex-Coach Friedhelm Funkel sagte: "Wenn du führst, musst du mehr in die Zweikämpfe. Da fehlt jemand, der die Ärmel hochkrempelt."

Matthäus lobt Can

Mit Can ist jetzt genau so jemand da. In der 68. Minute bügelte das Mentalitäts-Monster Kevin Volland auf Höhe der Mittellinie weg und setzte damit ein Zeichen an die Mannschaft. In der Schlussphase räumte der Neu-Dortmunder Leon Bailey an der Seitenlinie weg und leistete sich anschließend ein Wortgefecht mit diesem.

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Genau dieses "dreckige" und abgezockte Spiel lernte Can in den letzten anderthalb Jahren in Italien bei Juventus Turin. Lob gab es für den Auftritt auch von Rekordnationalspieler und Sky-Experte Lothar Matthäus: "Damit empfiehlt er sich für Jogi Löw."

Unglücklich, dass Can mit einer eigentlich mustergültigen Grätsche im Strafraum das 3:3 durch Bailey vorbereitete. Can dazu: "Ich werde mein Bestes geben, um der Mannschaft zu helfen. Ich werde mich reinwerfen. Heute war es nicht einfach für mich, ich habe lange nicht gespielt. Das soll keine Ausrede sein. Ich kann besser spielen, ich kann der Mannschaft besser helfen. Es wird in der Zukunft kommen."

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Für den Pott-Klub setzte es in Leverkusen die siebte Pflichtspielniederlage in dieser Saison (alle im Übrigen auswärts). Mit 32 Gegentreffern haben die Dortmunder so viele kassiert wie zuletzt vor zwölf Jahren. Can sagt mit Blick auf den Titelkampf: "Das war ein Rückschlag, aber die Saison ist noch lang, es kann noch viel passieren. Ich glaube an diese Mannschaft, ich sehe das im Training in der kurzen Zeit. Sie hat enormes Potenzial."