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München - Borussia Dortmund rüstet im Winter in Person von Erling Haaland und Emre Can kräftig auf. Damit setzt der BVB den im Sommer eingeleiteten Umbruch fort.

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Wintertransfers sind in der Regel dazu da, um Feinjustierungen am Kader vorzunehmen. Der BVB verfolgte diese Saison einen anderen Plan. Er beendete die Transferperiode, wie er sie begonnen hatte - mit einem Blockbuster-Deal.

Kurz vor dem Jahreswechsel gelang den Schwarz-Gelben mit der Verpflichtung von Erling Haaland ein echter Transfercoup, zumal der 19 Jahre alte Norweger "nur" eine kolportierte Ablöse von 20 Millionen kostete.

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Am Deadline-Day folgte dann der nächste Kracher: Dortmund sicherte sich die Dienste von Emre Can.

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BVB macht Deal mit Can perfekt

Der deutsche Nationalspieler kommt zunächst für eine Leihgebühr in Höhe von einer Million Euro von Juventus Turin nach Dortmund. Im Sommer greift dann eine Kaufpflicht. Sofern vereinbarte Parameter erfüllt sind, werden dann noch mal weitere 25 Millionen Euro fällig.

Doch nicht nur auf der Zugangsseite hat sich im Winter einiges getan, auch den einen oder anderen Abgang haben die Dortmunder zu verzeichnen. Innerhalb eines Jahres hat Dortmund fast den kompletten Kader auf links gedreht. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spieplan Bundesliga)

Schon zu Saisonbeginn zeigte sich der BVB runderneuert: Mit Mats Hummels, Thorgan Hazard, Julian Brandt und Nico Schulz haben Vorstands-Boss Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc Transfers für über 100 Millionen Euro getätigt, dazu wurde Leihgabe Paco Alcácer fest verpflichtet.

Im Gegenzug wurden diverse Spieler abgegeben, mit den Verkäufen von Abdou Diallo (PSG) und Maximilian Philipp (Dynamo Moskau)) nahmen die Dortmunder allein über 50 Millionen ein.

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Dortmund mit Fehler in Transferplanung

Mit den ambitionierten Sommertransfers wollte Dortmund ein ernstes Wörtchen um die Meisterschaft mitreden. Doch dieses Vorhaben schlug bisher fehl. Unter anderem deshalb, weil der BVB in der Transferplanung einen entscheidenden Fehler machte. (DATENCENTER: Die Tabelle der Bundesliga)

"Wir hätten einen zweiten Neuner verpflichten müssen", gab BVB-Boss Watzke auf der Jahreshauptversammlung zu. Mit Alcácer stand nur ein echter Stürmer im Kader, der Spanier plagte sich dann auch noch große Teile der Hinrunde mit Verletzungsproblemen herum.

Im Winter reagierte der Vizemeister und schloss mit dem Haaland-Coup die Lücke auf der Neun - dachte man zumindest. Denn einen Tag vor Ende des Wintertransferfensters gaben die Dortmunder Alcácer schon wieder ab. Der 26-Jährige wechselte für 23 Millionen Euro zum FC Villarreal.

Alcácer war zuletzt bei Trainer Lucien Favre außen vor. Der Schweizer setzte mit Thorgan Hazard, Marco Reus und Jadon Sancho auf drei spielstarke Angreifer, Alcácer blieb nur ein Platz auf der Bank. Kein Wunder also, dass der Spanier eine Rückkehr in die Heimat anstrebte.

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Haaland bringt Wucht in den BVB-Sturm

Ist die Situation im Dortmunder Angriff also wieder dieselbe, wie vor dem Haaland-Transfer? Watzke sieht das anders.

"Ich habe damals nur gesagt, dass wir versäumt haben, einen bestimmten Neuner-Typ im Sommer zu verpflichten. Einen Neuner wie Paco, der sehr große Qualitäten hat, haben wir von der Art schon noch im Portfolio", erklärte Watzke am Rande des SPOBIS in Düsseldorf.

Mit dem Versäumnis habe Watzke einen großen, durchschlagskräftigen Neuner gemeint. Es ginge mehr um die Wucht, die Haaland verkörpere.

Diese Wucht besitzt der BVB jetzt also. Dennoch blieb es nicht bei diesem Transfer. Mit Can verpflichteten die Dortmunder zudem einen Sechser, der auch als Teil einer Dreierkette agieren kann, wie sie Favre seit einigen Wochen favorisiert.

Can schließt Weigl-Lücke

Mit der Can-Verpflichtung reagierten die Dortmunder auf eine weitere Lücke, dem Abgang von Julian Weigl. Der 24-Jährige verließ die Dortmunder im Winter auf eigenen Wunsch, wechselte für 20 Millionen Euro zu Benfica Lissabon.

Der dritte Abgang des Winters ist Jacob Bruun Larsen. Wie SPORT1 zuerst berichtete, schließt sich der Däne der TSG 1899 Hoffenheim an. Der 21-jährige kostet 14 Millionen Euro und ist somit der Rekordtransfer der Kraichgauer. Der Offensivspieler schaffte in Dortmund den erhofften Durchbruch nicht, kam in dieser Saison in der Bundesliga nur zu vier Kurzeinsätzen.

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Zwei Zugängen im Winter stehen also drei Abgänge gegenüber. Watzke und Zorc haben ihre Hausaufgaben auf jeden Fall gemacht. Statt einer Feinjustierung krempelten sie das Team ein weiteres Mal ordentlich um, korrigierten gemachte Fehler.   

Qualitativ dürfte sich der BVB kaum verschlechtert haben, das belegen vor allem die ersten Auftritte des norwegischen Shootingstars Haaland. Ob die zahlenmäßige Verringerung ein zu großes Risiko darstellt, wird sich zeigen.