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Der Wechsel von Alexander Nübel wird zum Stühlerücken im Bayern-Tor führen. Erstmals nach Bekanntwerden des Transfers äußert sich Sven Ulreich bei SPORT1 zu seiner Zukunft.

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"Für uns war es ein positiver Auftakt. Ich bin davon überzeugt, dass wir am Ende oben stehen werden", sagte Sven Ulreich kurz und knapp zum erst mühseligen, später hochverdienten 4:0-Erfolg des FC Bayern bei Hertha BSC.

Ulreich, seit viereinhalb Jahren loyaler und in 69 Pflichtspielen stets zuverlässiger Vertreter von Manuel Neuer, spricht ganz bewusst im "Wir", obwohl er auf dem Platz selten etwas zur Bayern-Leistung beitragen kann.

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Die Nummer zwei wird im Verein und von den Fans geschätzt

Nicht, weil er über entsprechende Qualität nicht verfügt, sondern, weil er Neuer vor sich hat. Ulreichs Arbeit besteht seit jeher darin, Neuer zu unterstützen, ihn latent unter Druck zu setzen, seine Mannschaft von der Seitenlinie verbal zu pushen und das Trainingsniveau des FC Bayern hochzuhalten.

Er tut dies regelmäßig, ohne sich öffentlich über seinen Nummer-zwei-Status zu brüskieren. Deshalb wird Ulreich im Verein und bei den Fans geschätzt und deshalb bezeichnete ihn Trainer Hansi Flick zuletzt als "überragend".

All das hinderte den FC Bayern aber nicht daran, Alexander Nübel ab kommenden Sommer mit einem Fünfjahres-Vertrag auszustatten. Ein Wechsel, der Ulreich trotz eines Vertrags bis 2021 dazu zwingen könnte, sich nach dieser Saison zu verändern. Auch, weil Nübel nicht verliehen werden soll.

Ulreich: Was ich den Bayern versprechen kann

"Wenn sich für mich die Möglichkeit ergibt, woanders regelmäßig zu spielen oder zumindest regelmäßiger als hier, dann würde ich wechseln und diesen Schritt machen wollen. Da habe ich auch Lust drauf. Ich bin auch für alles offen und kann mir auch den Schritt ins Ausland vorstellen", sagt Ulreich im Gespräch mit SPORT1.

Was dem 31-Jährigen aber besonders wichtig ist zu betonen: "Ich habe beim FC Bayern ab Sommer noch ein Jahr Vertrag und auch in diesem Verein gilt das Leistungsprinzip. Wenn ich bleibe, werde ich alles dafür tun, um hinter Manuel die Nummer zwei zu bleiben. Ich kann versprechen, dass ich mich voll reinhängen werde, sollte ich beim FC Bayern bleiben. Ich scheue keinen Konkurrenzkampf."

Eine Einstellung, von der die Bayern-Verantwortlichen wissen. Vor allem Sportdirektor Hasan Salihamidzic, der mit Ulreich in Doha/Katar ein persönliches Gespräch geführt hat.

Neuer lobt Ulreich

Die Nie-Resignieren-Einstellung von Ulreich führte nicht nur zum öffentlichen Flick-Lob. Auch Neuer betonte zuletzt auffällig oft, dass seine Gedanken, rund um den Nübel-Transfer, auch bei Ulreich sind. Der Bayern-Kapitän lobte seinen Stellvertreter ausdrücklich für dessen Leistungen. "Es freut mich natürlich, wenn einer der besten Torhüter der Welt sich so über mich äußert. Wir haben ein wirklich positives Verhältnis. Ich habe mich auch sehr über den Zuspruch von Hansi Flick gefreut. Das ist Wertschätzung."

Auch nicht entgangen ist ihm die Unterstützung vieler Bayern-Anhänger. "Ich habe vor allem auf Instagram viel Zuspruch von den Fans erhalten. Auch das hat mich sehr gefreut, aber die Fans des FC Bayern haben mich schon immer sehr unterstützt."

Groll wegen des Nübel-Transfers hegt Ulreich nicht, sagt: "Wenn ein Torwart wie er ablösefrei zu haben ist und über dieses Potenzial verfügt, dann muss man ihn holen. Das ist legitim. Aber klar ist man selbst enttäuscht, wenn der Verein sich zu dem Transfers eines weiteren Torhüter entschließt."

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Kann er verstehen, dass sich Nübel den Bayern anschließt und dafür freiwillig seinen Nummer-eins-Status bei Schalke 04 hergibt? "Es steht mir nicht zu, das zu beurteilen. Er wird sich aber seine Gedanken gemacht haben. Es wird auf jeden Fall schwer für ihn, an Manuel vorbeizukommen, denn Manuel wird auch die nächsten Jahre noch auf einem Weltklasse-Niveau spielen. Ihn zu verdrängen, wird für Alexander eine ambitionierte Aufgabe werden."

Ambitioniert will auch Ulreich bleiben. Egal wo.