BERLIN, GERMANY - DECEMBER 14: Jurgen Klinsmann, Head Coach of Hertha BSC gives his team instructions during the Bundesliga match between Hertha BSC and Sport-Club Freiburg at Olympiastadion on December 14, 2019 in Berlin, Germany. (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)
Jürgen Klinsmann gelang im dritten Anlauf der erste Sieg als Hertha-Trainer © Getty Images
Lesedauer: 3 Minuten

Berlin und München - Im dritten Anlauf gelingt Jürgen Klinsmann mit Hertha BSC der erste Sieg. Einen Schönheitspreis gewinnt sein Team nicht, doch das zählt für Klinsmann weniger.

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Gegen Ende der ersten Halbzeit quittierten die Fans von Hertha BSC das Fehlpass-Festival im Berliner Olympiastadion mit Pfiffen.

Doch das war Jürgen Klinsmann nach dem 1:0 (0:0)-Erfolg gegen den SC Freiburg herzlich egal.

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"Wenn du dich in so eine Partie reinkämpfst und es mit so einem Tor für dich entscheiden darfst, sind die Pfiffe auch wieder weg", sagte Klinsmann nach seinem ersten Sieg im dritten Spiel als Hertha-Coach. "Es war klar, dass es in unserer Situation nur über Kampf, Aufopferungsbereitschaft, Kameradschaft und Kompaktheit geht."

Klinsmann: "Wussten, dass es kein schönes Spiel wird"

Dass der entscheidende Distanzkracher von Vladimir Darida (53.) das einzige fußballerische Highlight einer ansonsten äußerst dürftigen Vorstellung beider Teams war, konnte Klinsmann locker verschmerzen.

"Wir haben gewusst, dass es kein schönes Spiel wird", räumte Klinsmann ein. "Wir haben vor dem Spiel gesagt, wir brauchen drei Punkte - egal wie." Die zwischenzeitlichen Pfiffe seien daher "absolut verständlich. Das ist gar kein Problem. Die Fans haben gesehen, dass da eine Mannschaft ist, die alles gibt."

Defensiv-Taktik zermürbt Streich-Elf

Doch gerade in der ersten Hälfte agierte die Alte Dame trotz Klinsmanns Sieg-Ankündigung überraschend passiv und verzeichnete weniger als 45 Prozent Ballbesitz. Die Doppelspitze mit Vedad Ibisevic (15 Ballaktionen) und Davie Selke (11) hing in Klinsmanns neuer 4-4-2-Grundordnung in den ersten 45 Minuten komplett in der Luft.

Dass allerdings auch die Flügelstürmer Dodi Lukebakio und Javairo Dilrosun fast nur defensiv agierten, zermürbte letztlich die Elf von SC-Trainer Christian Streich. "Heute stinkt's mir schon richtig, weil du so ein Spiel nicht verlieren darfst", haderte Streich hinterher. "Mich ärgert es total, dass wir Hertha ins Boot geholt haben."

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Nach dem Führungstor zogen sich die Herthaner sogar noch weiter zurück und mauerten den Vorsprung mit nur 38 Prozent Ballbesitz im zweiten Durchgang über die Zeit - gewannen dabei aber paradoxerweise weniger Zweikämpfe (47 Prozent) als die Gäste (53).

Ibisevic atmet nach "dreckigem Sieg" auf

"Wir haben gegen Freiburg Mentalität gezeigt, gut verteidigt und die Null gehalten", sagte Vedad Ibisevic. "Dass unser Spiel nach vorne ausbaufähig ist, wissen wir. Aber in dieser Situation zählen Punkte, und wir haben diesen dreckigen Sieg gebraucht."

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Nach der 1:2-Niederlage in Überzahl gegen den BVB und dem 2:2 bei Eintracht Frankfurt am vergangenen Wochenende kann Klinsmann zumindest in Sachen Punkte eine positive Entwicklung vorweisen.

Die 15 Zähler sind weiterhin alles andere als zufriedenstellend, verschaffen den Berlinern aber zumindest ein kleines Polster auf die Abstiegsränge. Wie groß dieser Vorsprung nach den ausstehenden Hinrunden-Partien in Leverkusen und gegen Mönchengladbach sein wird, bleibt abzuwarten.

Klinsmann bleibt optimistisch

"Das Allerwichtigste sind drei Punkte, dass du nach oben kommst und dich Schritt für Schritt aus dem Tabellenkeller arbeitest", ordnete Klinsmann den ersten Hertha-Sieg seit Anfang Oktober ein und meinte: "Jetzt geht alles ein bisschen einfacher. Die Köpfe werden leichter."

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Die Kulisse von nur 37.343 Zuschauer im halbleeren Olympiastadion war dann aber doch etwas zu dürftig, um nach dem schmucklosen Arbeitssieg eine richtige Euphorie zu entfachen.

"Ich glaube, wenn die Mannschaft wieder nach oben klettert, wird auch wieder dementsprechend das Feedback kommen", hofft Klinsmann.