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München - Marcel Reif spricht in seiner SPORT1-Kolumne über die Zukunft von Hansi Flick. Auch zu Leroy Sané und Alexander Nübel hat er eine klare Meinung.

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Hallo Fußball-Freunde,

dass Hansi Flick mindestens bis zum Saisonende Trainer des FC Bayern München bleibt, ist die logische Konsequenz der vergangenen Wochen. Auch dass der Rekordmeister die Entwicklung der Rückrunde abwarten will, bevor er eine endgültige Trainerentscheidung trifft, halte ich für nachvollziehbar.

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Man muss den Bayern zugestehen, dass sie abwarten, wie die Rückrunde verläuft. Zumal Flick auf diesem Niveau noch keine Mannschaft geführt hat. Schwächen sie Flick, wenn sie ihm nur einen Vertrag bis Sommer geben? Ich denke nicht.

Mir gefällt die Entwicklung, die Flick genommen hat. Er ist ruhig und ausgeglichen, er ist eloquenter geworden. Er verkauft sich super, fordert nichts.

Was wären denn die Alternativen? Dass Erik ten Hag um Klassen besser ist, muss man mir erst einmal zeigen. Warum sollte Flick nicht über den Sommer hinaus weitermachen?

Sportlicher Erfolg allein reicht in München nicht

Was die Bayern Flick außerdem nicht vergessen werden: Er bringt Ruhe in den Klub. Die Bayern haben aktuell die Ruhe, sich nicht von anderen treiben zu lassen.

Das Anforderungsprofil eines Bayern-Trainers ist klar: Sportlicher Erfolg ist unabdingbar. Doch das allein reicht in München nicht. Der Trainer muss eine gewisse Stärke mitbringen, diese berühmt-berüchtigte Kabine zu managen. Sie haben es mit Niko Kovac versucht, das ist schiefgegangen. Einen Julian Nagelsmann zu verpflichten, haben die Bayern sich nicht getraut.

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Was die Bayern-Verantwortlichen außerdem erfreuen dürfte: Flick gibt der Jugend eine Chance. Er holte direkt zu Beginn seiner Cheftrainertätigkeit mehrere Nachwuchsspieler ins Profitraining – darunter auch einen Joshua Zirkzee. Aktuell bekommt dieser seine Chancen und macht Tore. Das kommt auf das Pluskonto von Flick. Das schadet ihm nicht.

Sané bekommt bei Guardiola keine Wertschätzung - in München schon

Die Bayern müssen eine Spielidee entwickeln und dazu sowohl die passenden Spieler als auch den passenden Trainer holen. Und wenn das Flick ist, wird sich das schon zeigen. Doch die Zeit muss Bayern sich nehmen. Es spricht nichts gegen Flick, es spricht aber auch nichts dafür, sich festzulegen.

Doch die Trainerposition ist nicht die einzige Baustelle, die der Rekordmeister bearbeiten muss. Auch in Sachen Kader müssen die Bayern spätestens im Sommer dringend etwas tun. Wenn man sieht, wie Jerôme Boateng sich über den Platz schleppt.

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Einige Spieler können das körperliche Niveau nicht mehr mitgehen. Verletzungen wie die von Javi Martínez kommen doch nicht von ungefähr.

Im Sommer könnte Leroy Sané dann der Königstransfer der Bayern werden. Der Spieler will nach München. Pep Guardiola rollt genervt mit den Augen, wenn er das Thema hört: Sané ist dem Trainer von Manchester City zutiefst suspekt. Und warum? Weil er Dinge tut, die überraschend sind.

Bei Nübel verstehe ich die Welt nicht mehr

Damit kann Guardiola nichts anfangen. Und Sané fühlt sich wiederum nicht wertgeschätzt. In München bekommt er diese Wertschätzung. Sané und Bayern - das könnte passen.

Dass Alexander Nübel seinen Vertrag bei Schalke 04 nicht verlängert und im Sommer anscheinend zu den Bayern wechseln will, kann ich nicht nachvollziehen. Einem Torwart in seinem Alter muss man doch wünschen, dass er regelmäßig spielt. Ich verstehe die Welt nicht mehr, wenn Nübel wirklich sagen sollte: "Ich setze mich noch zwei, drei Jahre hinter Manuel Neuer auf die Bank und spiele dann irgendwann einmal ein Spiel gegen eine unterklassige Mannschaft."

Bis demnächst,
Euer Marcel Reif

Marcel Reif ist nach rund 1.500 kommentierten Spielen eine Reporter-Legende. Für seine Arbeit erhielt Reif unter anderem den "Grimme Preis", den "Deutschen Fernsehpreis" und den "Bayerischen Fernsehpreis". Seit Sommer 2016 begleitet Marcel Reif als Experte den CHECK24 Doppelpass auf SPORT1.