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München - FC-Bayern-Talent Joshua Zirkzee wird in seiner Heimat mit Oranje-Knipser Pierre van Hooijdonk verglichen. Bei SPORT1 spricht die Legende im Interview.

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Mit seinem Debüt-Treffer in der Nachspielzeit gegen den SC Freiburg hat Joshua Zirkzee Geschichte geschrieben. Mit 18 Jahren und 210 Tagen, nur 104 Sekunden nach seiner Einwechslung für Philippe Coutinho und seinem ersten Ballkontakt, ist das Talent des FC Bayern München der jüngste Niederländer, der jemals in der Bundesliga traf.  

In seiner Heimat wird der U19-Stürmer, der in dieser Saison bereits Spielpraxis in der Bayern-Reserve in Liga 3 sammelt, oft mit Oranje-Legende Pierre van Hooijdonk verglichen. Mit 125 Toren in 190 Spielen ist der einer der erfolgreichsten Torjäger in der Geschichte der niederländischen Eredivisie, den Fans von Borussia Dortmund ist er in schmerzlicher Erinnerung als Doppeltorschütze beim 3:2 von Feyenoord Rotterdam im UEFA-Cup-Finale 2002 gegen den BVB.

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Zirkzee und van Hooijdonk haben viele Gemeinsamkeiten: Ihre Größe (1,93 Meter), eine Vergangenheit bei Feyenoord und die breiten Schultern. Wie früher van Hooijdonk (46 Länderspiele/14 Tore) hat auch Zirkzee seine Stärken im Strafraum.

Van Hooijdonk, 50, ist heute als Experte für den niederländischen TV-Sender NOS aktiv. SPORT1 sprach mit ihm.

SPORT1: Herr van Hooijdonk, was sagen Sie zum Zirkzee-Tor?

Pierre van Hooijdonk: Ich habe es natürlich gesehen. Das war ein richtiges Stürmer-Tor. Er stand zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Er hat gerochen, wo der Ball hinkam. Das hat er richtig gut gemacht.

Joshua Zirkzee wird seiner Heimat mit Pierre van Hooijdonk verglichen
Joshua Zirkzee wird seiner Heimat mit Pierre van Hooijdonk verglichen © SPORT1-Montage: Getty Images/Imago

SPORT1: Besteht die Gefahr, dass sein Treffer eine Eintagsfliege ist?

Van Hooijdonk: Schwierig zu sagen. Wenn er nach dem Tor die Bodenhaftung verlieren sollte, kann es problematisch werden. Bleibt er aber standfest, dann sehe ich keine Probleme. Er wird aber merken, dass die Erwartungen an ihn steigen werden, weil er jetzt für Bayern München getroffen hat.

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SPORT1: Welche Welle schlug sein Tor in den Niederlanden?

Van Hooijdonk: Es war kein so großes Thema in den Medien, denn es ist so: In den Niederlanden ist er als Spieler bislang nicht so bekannt gewesen. Er ist zwar Holländer und man weiß auch, dass er 2017 in jungen Jahren von Feyenoord Rotterdam nach München gewechselt ist. Mehr aber auch nicht. Wir haben ihn dann etwas aus dem Blick verloren. Man hat aber schon mitbekommen, dass er ab und zu im Kader der Bayern stand. Umso schöner war es, ihn jetzt für Bayern München treffen zu sehen.

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SPORT1: Was ist für seine Entwicklung nun wichtig?

Van Hooijdonk: Er ist ein sehr junger Spieler, aber es ist für ihn noch ein sehr weiter Weg nach oben. Es gab schon viele Spieler, die in jungen Jahren für Bayern München gespielt, es aber nie geschafft haben. In seinem Alter ist es sehr wichtig für ihn, Spiele zu bekommen, um sich zu verbessern. Um auf das nächste Level zu kommen, könnte eine Leihe zu einem anderen Verein ein guter Schritt sein. Etwa zu einem Zweitligisten oder einem Bundesligisten, denn die Bundesliga ist eine sehr starke Liga. Wie gesagt: Das Wichtigste ist, dass er spielt und nicht auf der Bank sitzt.

SPORT1: Zirkzee wird oft mit Ihnen verglichen.

Van Hooijdonk: Ja, aber die Vergleiche sind überhaupt kein Problem für mich. Ich hoffe aber für ihn, dass er schneller ist, als ich es früher war. Davon ab, muss man im Jahr 2019 auch schneller sein als früher, weil sich der Profi-Fußball verändert hat. Ansonsten bekommt man Probleme. Übrigens: Aktuell haben wir eine ähnliche Frisur, aber ich hatte früher ja eine ganz andere (lacht). Das war ein ganz anderer Style damals.

Pierre van Hooijdonk gewann 2002 mit Feyenoord Rotterdam das UEFA-Cup-Finale gegen Borussia Dortmund
Pierre van Hooijdonk gewann 2002 mit Feyenoord Rotterdam das UEFA-Cup-Finale gegen Borussia Dortmund © Getty Images

SPORT1: Was kann er als junger Stürmer von Robert Lewandowski lernen?

Van Hooijdonk: Alles. Zusammen mit Harry Kane (Tottenham Hotspur, d. Red.) ist er für mich aktuell die beste Nummer neun der Welt. Sie haben alles, was man zentraler Stürmer braucht. Zirkzee sollte Lewandowski einfach kopieren, dann wird alles gut (lacht).

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SPORT1: Was ist Ihr abschließender Rat an Zirkzee?

Van Hooijdonk: Dass er weiter hart an sich arbeitet und sich auf seine Ziele konzentriert. Das kann jetzt der Start für eine lange Karriere sein. Sein Tor war fantastisch für ihn, großartig. Die Arbeit geht aber jetzt erst los, weil die Erwartungen an ihn immer größer werden.