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Seit Oktober fällt Ishak Belfodil in Folge einer Knieverletzung aus. Nun rechnet der Algerier schonungslos mit der TSG Hoffenheim ab und erhebt schwere Vorwürfe.

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In der vergangenen Saison schoss er 16 Tore für die TSG Hoffenheim - nun wendet er sich öffentlich von seinem Klub ab.

Nachdem Hoffenheim Ishak Belfodil zu Saisonbeginn fünf Spiele mit einem angeblich nicht richtig diagnostizierten Kreuzband- und Meniskusriss spielen ließ, rechnet der 27-Jährige nun via Bild ab: "Ich habe kein Vertrauen mehr. Es besteht für mich keine Basis mehr für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Ich kann von Glück reden, dass nicht noch mehr kaputt ging. Man hat meine Karriere leichtsinnig aufs Spiel gesetzt."

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Grund für den Ärger des Stürmers - der noch bis 2022 unter Vertrag ist - ist der Umgang mit seiner Knieverletzung, die er sich am letzten Spieltag der Vorsaison zuzog.

Ärzte spielen Schwere der Verletzung herunter

Damals hatte er sich im Spiel gegen den FSV Mainz 05 das Knie verdreht, die Mediziner der TSG behaupteten laut seiner Aussage im Anschluss dennoch, eine Operation sei nicht nötig, er falle maximal zehn Wochen aus. "Nach der zweiten MRT-Untersuchung teilten mir die Hoffenheimer Ärzte mit, dass ich glimpflich davon gekommen bin", so Belfodil.

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Im Glauben fit zu sein arbeitete er daher die Sommerpause über intensiv an seinem Comeback, nur um vor dem ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal einen Rückschlag zu erleiden. Doch obwohl ihm die Mediziner damals gesagt hätten, "dass die Verletzung im Mai nicht gerade sehr klein war", wurde er eine Woche später beim Bundesliga-Auftakt eingewechselt.

Im Anschluss quälte er sich noch durch vier weitere Spiele, ehe er sich am fünften Spieltag gegen den VfL Wolfsburg unter Schmerzen freiwillig auswechseln ließ. "Ich habe mich während des Spiels in Wolfsburg für meine Leistung geschämt, ich konnte meiner Mannschaft in keiner Weise helfen", klagte er nun an.

Belfodil lässt sich auf eigene Faust operieren

Obwohl die Verantwortlichen der TSG ihn auch danach weiter von einer Operation abhalten wollten ("Bis zum Vorabend wurde Druck ausgeübt, damit ich mich nicht operieren lasse"), entschied er sich im Oktober dann auf eigene Faust für eine Operation. Auf Unterstützung seines Vereins wartete er nach eigenen Angaben jedoch vergeblich.

"Als ich die Klinik verlassen habe, war ich drei Tage zur Behandlung in Hoffenheim. Als weder der Trainer noch irgendjemand von der Vereinsführung es für nötig hielten, mich zu begrüßen oder nach mir zu fragen, wollte ich nicht weiter stören und habe mich nach Paris zu meinen Vertrauensärzten abgesetzt", erzählte er.

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Inzwischen habe er keinen Kontakt mehr zum Klub, verriet er. Lediglich mit Mitspielern rede er er ab und zu noch "über private Dinge". Spiele seiner Teamkameraden könne er aus Enttäuschung und Wut aber nicht mehr anschauen.

Die Hoffenheimer wiesen derweil alle Beschuldigungen von sich. "Alle medizinischen Behandlungsschritte wurden gemäß höchsten medizinischen Standards wie bei jeder Verletzung eines unserer Spieler einvernehmlich und eng abgestimmt mit Ishak angewendet. Wir haben alle das gemeinsame Interesse einer raschen und vollständigen Heilung und wünschen Ishak dafür alles Gute", erklärte Manager Alexander Rosen.