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Marko Pantelic ist überzeugt davon, dass Hertha BSC mit Jürgen Klinsmann die Kurve bekommt. Der Ex-Torjäger hält in vier Jahren sogar den Titel für möglich.

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Die langen Haare waren sein Markenzeichen, der technisch anspruchsvolle Schuss mit dem Außenrist eine seiner größten Waffen.

Von 2005 bis 2009 schnürte Marko Pantelic seine Schuhe für Hertha BSC - und wurde für die Fans zur Stürmer-Legende. Heute ist er Vizepräsident des Serbischen Fußballverbandes.

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Die damaligen Qualitäten des inzwischen 41 Jahre alten Serben (45 Tore und 21 Assists in 114 Spielen für die Berliner), könnte die Hertha derzeit gut gebrauchen.

Das Team ist nach fünf Niederlagen in Folge auf Rang 16 abgestürzt. Jürgen Klinsmann hat Ante Covic als Trainer abgelöst, doch nach seiner Auftaktpleite gegen den BVB könnte der Klinsmann-Effekt bei einer erneuten Niederlage gegen Eintracht Frankfurt am Freitagabend (Eintracht Frankfurt - Hertha BSC ab 20.30 Uhr im LIVETICKER) fast schon verpufft sein. 

Im Interview spricht Pantelic über Klinsmann, Investor Lars Windhorst und Robert Lewandowski.

SPORT1: Herr Pantelic, die Hertha befindet sich in einer Krise. Verfolgen sie ihren Ex-Klub noch?

Pantelic: Natürlich. Ich schaue jedes Spiel der Hertha und bedauere es sehr, in welcher Situation sie sich momentan befinden, spielerisch und was den Tabellenplatz angeht. Hertha verdient auf jeden Fall eine bessere Platzierung und bessere Ergebnisse, wenn man sich die Struktur des Klubs anschaut. Aber es ist nicht einfach in dieser Saison.

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SPORT1: Jetzt soll es Jürgen Klinsmann richten...

Pantelic: Er ist einer der größten Namen sowohl im Welt- als auch im deutschen Fußball. Er ist mutig, hat Ahnung und ist entschlossen. Ich glaube, er wird alles daran setzen, dass die Hertha so schnell wie möglich wieder auf der Siegerstraße zurückfindet und sich so gut wie möglich in der Tabelle verbessert.

SPORT1: Kann ihm die Wende gelingen?

Pantelic: Ich hoffe es sehr. Wenn man Klinsmann als Spieler und später als Trainer anschaut, sieht man, dass er immer eine Siegermentalität gehabt hat. Ich glaube, dass er es schaffen wird, diese den Spielern erfolgreich einzuimpfen, so dass sie nicht absteigen werden. Klinsmann ist ein Trainer mit Strategie und Visionen. Er weiß, worauf der sich bei der Hertha eingelassen hat.

SPORT1: Mit Lars Windhorst ist seit kurzem auch ein Investor mit an Bord. Was halten Sie davon?

Pantelic: Ein neuer Investor ist eine sehr gute Sache für Hertha BSC. Der Klub hat eine Finanzspritze gebraucht, aber es braucht auch Personen, die wissen, was sie mit dem Geld anstellen müssen. Hertha ist der Klub aus der Hauptstadt und hat eine große Anzahl an Fans. Der Klub verdient es, an der Spitze der Bundesliga mitzumischen. Mit einer klaren Vision und einer Idee kann es die Hertha zu einem der Top-4-Klubs der Bundesliga bringen. Ich bin mir sogar sicher, dass der Klub mit einer klaren Strategie und Vision innerhalb von vier Jahren sogar den Meistertitel holen könnte.

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SPORT1: Apropos Titel. Sie sind seit knapp einem Jahr Vizepräsident des Serbischen Fußballverbandes. Haben sie dort ebenfalls Pokale im Visier?

Pantelic: Meine Aufgaben sind vielfältig, beziehen sich die meiste Zeit aber auf Kommunikation mit UEFA und FIFA. Inzwischen bin ich Mitglied in einem UEFA-Ausschuss geworden. Wir Serben haben alle das gleiche Ziel: Dass sich unsere Nationalmannschaft nach 20 Jahren wieder für die EM 2020 qualifiziert.

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SPORT1: In den Playoffs geht es im März gegen Norwegen...

Pantelic: Das Spiel wird sehr schwierig. Es ist ein Team, das zu Hause komplett anders auftritt als auswärts. Wir glauben, dass unser Trainerteam und die Spieler absolut bereit sein werden, sowohl physisch wie auch mental. Sollten wir Norwegen schlagen, könnten wir uns vor ausverkauftem Haus im Belgrader Stadion Rajko Mitić nach zwei Jahrzehnten endlich wieder für die EM qualifizieren. Das ist mein großer Traum.

SPORT1: Abschließend nach Ihrer Stürmer-Meinung zu Robert Lewandowski gefragt. Gegen Roter Stern Belgrad traf er zuletzt vierfach.

Pantelic: Lewandowski ist der Prototyp eines modernen Angreifers, ausgestattet mit einem unglaublichen Torriecher. Er hat über Jahre Top-Leistungen gebracht. Wir konnten seine Qualität im vergangenen Champions-League-Spiel bei Roter Stern Belgrad bewundern. Er hat ein riesiges Talent und einen enormen Willen, sich zu verbessern. Man sieht, dass er ein hart arbeitender Spieler ist. Er hat das Level, auf dem er aktuell ist, aufgrund überragender Anlagen, persönlicher Verbesserungen und dem System, das in seinen bisherigen Klubs verfolgt wurde, erreicht.