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München - Der FC Bayern tritt stark ersatzgeschwächt gegen den VfL Wolfsburg an. Auf der Bank sitzen fast nur Youngster - aber wohl auch ein großer Name.

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Aus zwölf mach elf.

Die Wahl seiner Startelf für das letzte Spiel des Jahres gegen den VfL Wolfsburg dürfte Hansi Flick nicht allzu schwerfallen. (Bundesliga: FC Bayern - VfL Wolfsburg ab 15.30 Uhr im LIVETICKER

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Viel Auswahl hat der Trainer des FC Bayern München nicht: Der Rekordmeister tritt gegen die Wölfe lediglich mit elf gesunden Feldspielern aus dem etatmäßigen Profikader an, wie Flick auf der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag verriet.

Neben Ersatztorhüter Sven Ulreich füllen fünf Nachwuchsspieler den Kader des Rekordmeisters auf. Dazu zählen neben Freiburg-Matchwinner Joshua Zirkzee wohl Lars Lukas Mai, Sarpreet Singh, Leon Dajaku und Oliver Batista Meier. Sie sind in Flicks Augen die derzeit talentiertesten Nachwuchskräfte des Rekordmeisters.

Schon beim späten 3:1-Auswärtssieg beim SC Freiburg standen neben den Torhütern nur zwölf Profis im Kader, gegen Wolfsburg fehlt zudem Thiago mit einer Gelbsperre. Auch Corentin Tolisso und Leon Goretzka müssen passen.

Immerhin: David Alaba scheint zur Verfügung zu stehen. "Er hat gegen Freiburg einen Schlag bekommen, sollte aber morgen dabei sein", erklärte Flick.

Boateng oder Martínez auf der Bank? 

Auch Robert Lewandowski wird gegen die Niedersachsen spielen, ehe er direkt im Anschluss an die Partie an der Leiste operiert wird. "Wir wollen da keine Zeit verlieren. Alles andere muss man dann abwarten. Der normale Genesungsprozess dauert zehn bis 14 Tage", sagte Flick. Wahrscheinlich ist der Pole beim Wintertrainingslager in Doha/Katar ab dem 4. Januar dann wieder einsatzbereit.

Zunächst aber wartet auf die Münchner zum Jahresabschluss das Duell mit dem VfL Wolfsburg.

Einem der Nachwuchsspieler gegen den Tabellenachten eine Chance von Beginn an zu geben, ist von Flick trotz aller Personalnot wohl nicht vorgesehen. Stattdessen werden zehn der elf gesunden Profis beginnen. Bedeutet: Einer wird trotz des personellen Engpasses gemeinsam mit dem Nachwuchs auf der Bank Platz nehmen müssen. 

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Dabei verdichten sich die Anzeichen, dass es auf einen der beiden hinauslaufen wird, die ohnehin schon als Sorgenkinder gelten: die Innenverteidiger Javi Martínez und Jerôme Boateng.  

Während Martínez unter Flick bereits deutlich mehr Einsatzzeit als unter Kovac bekam, in Gladbach allerdings mit Gelb-Rot vom Platz flog, sucht Boateng auch nach dem Trainerwechsel seine Rolle im Team. 

Flick will Robustheit und Schnelligkeit 

Gegen Dortmund und Düsseldorf fehlte er rotgesperrt, gegen Leverkusen und Freiburg blieb er ohne Einsatz. Lediglich in der Champions League durfte er zuletzt zweimal über 90 Minuten ran. 

Obwohl mit Lucas Hernández und Niklas Süle das etatmäßige Innenverteidiger-Duo ausfällt, konnten weder Boateng noch Martínez langfristig einen Platz in der Abwehrzentrale ergattern.  

Vor dem Wolfsburg-Spiel erklärte Flick auf SPORT1-Nachfrage, was für ihn einen guten Verteidiger ausmache: "In der Defensive musst du robust und zweikampfstark, du musst alles verkörpern. Auch eine gewisse Schnelligkeit ist gut." Zudem sei eine gute Antizipation, also das Vorausdenken von Spielsituationen, wichtig.

Flick legt Wert auf ein gutes Gesamtpaket. Robustheit und Zweikampfstärke gelten zwar als Pluspunkte von Martínez und Boateng, in Sachen Schnelligkeit haben beide allerdings Defizite.

Rückt Kimmich wieder auf die Sechs? 

Doch gerade diese Schnelligkeit ist für Flicks Spielweise unabdingbar - vor allem in der Defensive. Der Kovac-Nachfolger lässt hoch und risikoreich verteidigen, was mit schnellen Verteidigern deutlich besser funktioniert. Auch ein Grund, weshalb Flick den flinken Alaba nach innen gezogen hat. An seiner Seite verteidigte in Freiburg Benjamin Pavard, Joshua Kimmich rückte nach hinten rechts. 

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Doch Kimmich könnte gegen die Wölfe wieder auf der Sechs gefragt sein, zumal er gegen Freiburg nicht den besten Eindruck als Rechtsverteidiger machte. Dadurch würde Pavard wieder auf die Rechtsverteidigerposition rücken - und ein Platz in der Innenverteidigung wäre frei. 

In Sachen Bankplatz wird es daher vermutlich Boateng treffen, dem Fitness-Mängel nachgesagt werden. Zuletzt saß der Weltmeister von 2014 gegen Freiburg nur auf der Bank. Zuvor gegen Bremen nahm ihn Flick bereits zur Halbzeit runter, weil Boateng den schnellen Milot Rashica nie in den Griff bekam.

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Zudem ist es kein Geheimnis, dass der Innenverteidiger wechselwillig ist. Bekämen die Bayern adäquaten Ersatz und ein wirtschaftlich gutes Angebot, darf Boateng den Verein im Winter verlassen.