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München - Joshua Zirkzee führt den FC Bayern zum Last-Minute-Sieg in Freiburg. Der 18-Jährige gilt als Sturmhoffnung. Die Mitspieler feiern ihn, Flick tritt auf die Bremse.

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Joshua Zirkzee hat mit seinem allerersten Ballkontakt in der Bundesliga direkt eine kleine Welle der Euphorie ausgelöst.

"Ruft die Feuerwehr - dieser Junge ist 'on fire'", freute sich David Alaba auf Instagram. "Was für ein Debüt, Bro" schrieb Jérôme Boateng und auch Alphonso Davies gratulierte.

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Schon auf dem Rasen des Schwarzwald-Stadions war den Stars des FC Bayern die pure Freude anzusehen, als sie Zirkzee in einer Jubeltraube unter sich begruben.

Zuvor hatte der Niederländer den FC Bayern in letzter Minute zu einem Sieg beim SC Freiburg geschossen. Nur 104 Sekunden nach seiner Einwechslung in der 90. Minute traf er durch die Beine von Landsmann Mark Flekken im SC-Tor zum 2:1.

Nach der Partie feierte der 18-Jährige sein gelungenes Debüt mit einem Selfie - und Fußball-Deutschland fragt sich: Wer ist Bayerns Juwel mit der auffälligen Lockenpracht?

Zirkzee - vom U19-Knipser zu den Profis

Joshua Orobosa Zirkzee, geboren am 22. Mai 2001 im niederländischen Schiedam, kam im Sommer 2017 aus der Jugend von Feyenoord Rotterdam an die Säbener Straße.

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"Er bringt sowohl physisch als auch spielerisch viel Qualität mit und verfügt über einen starken Abschluss", sagte damals Hermann Gerland, zu dieser Zeit sportlicher Leiter des FC Bayern Campus.

In seinem ersten Jahr in München erzielte Zirkzee für Bayerns U17 15 Tore in 16 Liga-Spielen. Vergangene Saison gelangen ihm zwölf Treffer in 14 Partien der U19-Bundesliga sowie vier Tore in sechs Youth-League-Einsätzen. Und auch in der laufenden Spielzeit knipst er international: vier Tore in drei Youth-League-Spielen.

Obwohl der 18-Jährige noch für die U19 auflaufen darf, kommt er seit Saisonbeginn bei den Amateuren in der 3. Liga zum Einsatz, um Erfahrung zu sammeln. Hier blieb er zwar bislang ohne Tor, kommt aber auch meist nicht als Neuner zum Einsatz, sondern auf der Position dahinter.

Zudem trainiert Zirkzee - wie auch die Talente Oliver Batista-Meier, Leon Dajaku und Sarpreet Singh - seit November dauerhaft mit den Profis.

Flick: "Die Entwicklung ist bemerkenswert"

Nun also das erste Tor für die Profis, und direkt ein wichtiges.

"Ich habe gedacht, wenn noch eine Flanke kommt, kann er sie eventuell reinmachen", sagte Trainer Hansi Flick nach der Partie bei Sky. "Er macht das vor dem Tor sehr gut."

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Beim Pass von Serge Gnabry, der später noch das 3:1 erzielen sollte, stand Zirkzee goldrichtig, und mit seinem Treffer kürte er sich zum jüngsten niederländischen Bundesliga-Torschützen aller Zeiten.

Der 1,93 Meter große Rechtsfuß gilt als große Sturmhoffnung, beim Königlichen Niederländischen Fußballbund wie auch beim FC Bayern. Noch liegt sein Marktwert nur bei einer schlanken Million Euro - das dürfte sich alsbald ändern.

"Er ist jetzt drei Wochen dabei", sagt Flick über Zirkzees Mitwirken bei den Profis, "die Entwicklung finde ich bemerkenswert. Heute hat er sich selbst belohnt und auch die Mannschaft."

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Langfristiger Vertrag beim FC Bayern

Zirkzee wird hier und da gar als möglicher Nachfolger für Robert Lewandowski gehandelt.

Doch Flick tritt auf die Euphorie-Bremse. "Da ist aber noch viel zu tun. Daran arbeiten wir, um eigene Talente auch zu entwickeln", sagte der Bayern-Coach nach Zirkzees Bundesliga-Debüt - um dann aber doch noch ein weiteres Lob nachzulegen: "Wenn sie das immer so machen, dann wird das schneller gehen als wir denken."

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Was ganz im Sinne von Karl-Heinz Rummenigge wäre. "In den nächsten zwei Jahren werden Spieler nach oben kommen aus dem Campus", sagte Bayerns Vorstandsvorsitzende bei einem Fanklub-Besuch Anfang Dezember voraus.

Zirkzee ist ein Topkandidat, diese Prophezeiung zu erfüllen. Mit dem passenden Vertrag ist er ohnehin ausgestattet: Im September verlängerten er und der FCB langfristig bis 2023 - dann dürfte sein Marktwert die Millionen-Marke überschritten haben.