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Sinsheim - Borussia Dortmund geht bei Angstgegner TSG Hoffenheim erneut leer aus - weil am Ende nicht nur Cleverness fehlt. Favre ist sauer, die Titel-Perspektive schwindet.

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Böse Bescherung kurz vor dem Fest - und ein Riesendämpfer auch im Kampf um die selbst ausgerufene Meisterschaft: Die Tabellen-Aufholjagd von Borussia Dortmund ist vier Tage vor Heiligabend trotz eines Treffers von Mario Götze brutal gestoppt worden. (SERVICE: Die Tabelle der Bundesliga)

Bei seinem Angstgegner TSG Hoffenheim verlor der BVB zum Auftakt des 17. Spieltags in der Fußball-Bundesliga mit 1:2 (1:0), der Abstand zur Spitze könnte am Wochenende auf sieben Punkte anwachsen.(SERVICE: Alle Ergebnisse im Überblick)

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BVB-Coach Favre sauer: "Das ist dumm!"

"Wir hatten das Spiel total im Griff, aber wir nutzen die Chancen nicht. Es war so einfach das 2:0 zu machen. Das ist dumm! Die Gelegenheit war da. Wir schießen statt zu flanken. Das sind Dummheiten. Wir spielen zu kompliziert und verlieren zu viele Bälle", sagte BVB-Coach Lucien Favre im ZDF hinterher ungewohnt verärgert.  

In seinem ersten Startelf-Einsatz seit dem 9. November traf Götze (17.) für die Dortmunder, die auch im siebten Spiel nacheinander im Kraichgau ohne Erfolg blieben. Ausgerechnet der WM-Held von 2014, der seinen nach der Saison auslaufenden Vertrag noch nicht verlängert und deshalb die Gerüchte um seine Zukunft befeuert hat.

Am Freitagabend wurde der 27-Jährige vor 30.150 Zuschauern aber nicht zum Matchwinner, weil Sargis Adamjan (79.), der bereits gegen den FC Bayern einen Doppelpack erzielte, und Andre Kramaric (87.) in der Schlussphase die Partie noch drehen konnten.(LIVETICKER zum Nachlesen)

Brandt: "Werde von diesem Spiel nicht sterben"

Während sich Favre sehr kritisch gab, zeigten sich einige BVB-Akteure gefasster: "Ich werde von diesem Spiel jetzt nicht sterben", meinte Julian Brandt im ZDF: "Aber jede Niederlage tut weh. Wenn man so viele Chancen hat wie in der zweiten Halbzeit, ist das schwer zu verdauen. Wenn du die Tore nicht machst, ist es im Fußball oftmals so, dass du am Ende noch einen frisst."

Auf die verbleibenden Meisterschaftsansprüche angesprochen, erklärte Brandt: "Das ist kein Thema, mit dem ich mich momentan befasse. Wir müssen zusehen, dass wir so gut wie möglich regenerieren und dann gucken wir, was in der Rückrunde so geht."

Zorc: "Ein bisschen die Körner gefehlt"

Damit blieb auch Michael Zorc in Auftrag gegebene "gute Jahresabschluss" ein unerfüllter Traum.

"Die zweite Halbzeit war nicht berauschend. Am Ende haben ein bisschen die Körner gefehlt, wir haben es vielleicht zu schön machen wollen und sind nicht konsequent genug auf das 2:0 gegangen", sagte der BVB-Sportdirektor.

Sein befürchteter "Kraftakt" nach dem verrückten Topspiel unter der Woche gegen Tabellenführer RB Leipzig (3:3) bewahrheitete sich zunächst allerdings nicht, der BVB hatte alles unter Kontrolle.

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Kramaric stellt Spiel auf den Kopf

Allerdings waren von den Gästen im Angriff extremes Engagement und Kreativität gefordert. Phasenweise traf die Abteilung Attacke, die ohne den verletzten Kapitän Marco Reus auskommen musste und stattdessen von Götze angeführt wurde, im Strafraum auf acht Hoffenheimer Feldspieler.

Nur wenn es schnell über die Außenbahn ging, entstand Gefahr. So wie bei der Führung durch Götze, der eine flache Hereingabe des aktiven Achraf Hakimi gefühlvoll mit der Innenseite seines Fußes hinter die Torlinie streichelte.

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Bei einer ähnlichen Aktion (10.) war Götze zuvor noch am Ball vorbeigerutscht, zudem hätte Jungstar Jadon Sancho (20.) auch im achten Pflichtspiel in Serie treffen können.

Dass die Dortmunder danach für ein paar Minuten ihr Tempo drosselten, hätte Robert Skov (26.) beinahe bestraft. Er schickte den Ball per Freistoß auf eine äußerst tückische Flugkurve, die an der Unterkante der Latte endete.

Hummels verletzt raus

In der nun ausgeglicheneren Begegnung besaßen Hakimi (34.) und Thorgan Hazard (39.) noch aufseiten der Borussia gute Torchancen. Bitter allerdings: Zur Halbzeitpause musste Mats Hummels mit einer Handverletzung ausgewechselt werden.

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit gingen die Gäste fahrlässig mit ihren Chancen um, angesichts der knappen Führung und zielstrebigen Hoffenheimern war das ein Spiel mit dem Feuer - sowohl von Julian Brandt (50.), der zu verspielt agierte, als auch von Hakimi (56.), der zu unpräzise abschloss.

"Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht, viele Offensivchancen gehabt. Aber wir haben es schlecht zu Ende gespielt. Wir sollten das schleunigst abstellen (Führungen in der zweiten Halbzeit zu verspielen, Anm. d. Red.). Aber wir haben auch ohne Marco (Reus, Anm. d. Red.) gespielt, Mats (Hummels; Anm. d. Red.) ist uns weggebrochen, und am Ende gehen wir auf dem Zahnfleisch", erklärte Julian Weigl.

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Nach rund einer Stunde setzten sich die Hoffenheimer erstmals über einen längeren Zeitraum in der Hälfte der Dortmunder fest. Da alle BVB-Akteure allerdings hinter dem Ball standen und geschlossen die Führung verteidigten, taten sich die Gastgeber schwer.

In der Schlussphase traf Adamjan dann doch aus dem Getümmel zum Ausgleich, ehe Kramaric die Partie per Kopf komplett kippen ließ.

Torschütze Adamjan meinte: "Ich bin einfach nur glücklich. Wir haben die erste Halbzeit gebraucht, und dann haben wir gemerkt, dass heute etwas geht."