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München - Alphonso Davies zeigt bereits 2019, welch großes Potenzial in ihm steckt. Trainer Flick und Kapitän Neuer loben. Beeinflusst das sogar David Alabas Zukunft?

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Hansi Flick geriet ins Schwärmen.

Der Trainer des FC Bayern sprach von "hervorragenden Fortschritten" und einer "enormen Entwicklung", als er am Freitag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Werder Bremen (Bundesliga: FC Bayern München - Werder Bremen, Samstag 15.30 Uhr im LIVETICKER) auf Alphonso Davies angesprochen wurde.

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Der Kanadier sei aufgrund seiner Geschwindigkeit gar in einigen Situationen eine "Lebensversicherung".

Davies startet durch

Seit sich Niklas Süle am 19. Oktober das Kreuzband gerissen hat, ist Davies kaum mehr aus der Mannschaft wegzudenken.

Zwar saß der Linksfuß beim Champions-League-Spiel in Piräus drei Tage später noch auf der Bank, bei der folgenden Bundesliga-Partie gegen Union Berlin stand "Phonzie" aber erstmals in der Startelf.

Und seitdem hat Davies alle möglichen Pflichtspielminuten absolviert – als einziger Bayern-Feldspieler überhaupt. Eine bemerkenswerte Statistik für den 19-Jährigen, dessen Rolle sich auch an verschiedenen Werten ablesen lässt.

Zweikampfstark und mutig

In seinen zehn Startelfeinsätzen führte Davies laut Opta im Schnitt durchschnittlich 16 Zweikämpfe und damit mehr als jeder andere Bayern-Profi in diesem Zeitraum.

Dabei kann sich seine Zweikampfquote von 66 Prozent, die nur von Javi Martinez (70 Prozent) getoppt wird, durchaus sehen lassen.

Davies, der am 1. Januar von den Vancouver Whitecaps nach München kam, wird auch als Anspielstation gesucht und zeigt sich in der Vorwärtsbewegung aktiv und mutig.

Neuer lobt Davies

"Er hat seine Rolle sehr gut angenommen auf der linken Seite", lobte Kapitän Manuel Neuer: "Er bringt Stabilität und Aggressivität nach vorne hin mit. Das ist wichtig für unser Spiel. Deshalb können wir auch im Zentrum stabiler sein."

Seine 934 Ballaktionen aus den vergangenen zehn Partien werden nur von Joshua Kimmich (964) übertroffen, bei den geführten Dribblings (54) ist er teamintern sogar die Nummer eins, wobei nur Thiago eine höhere Erfolgsquote hat.

Einzig bei der Offensivgefahr besteht noch Luft nach oben, was nur ein Torschuss, eine Torschussvorlage und zwei Flanken pro Spiel zeigen. Allerdings hat Davies auch hier angedeutet, was in ihm steckt.

Stark gegen Tottenham - Flick schwärmt

Gegen Tottenham sorgte der Rekord-Verkauf der MLS zum einen mit seiner erfolgreichen Verfolgungsjagd gegen Heung-Min Son in der 72. Minute für Aufsehen.

"Er hat in der Defensive sehr, sehr gute Aktionen gehabt. Er ist in ein paar Situationen für uns eine Lebensversicherung durch seinen Speed. Er ist sehr robust, auch gegen den Ball", lobte Flick.

Dazu ließ er aber auch mit seinem Pfostenschuss vor dem 2:1 von Thomas Müller und der Vorlage zum 3:1 von Philippe Coutinho aufhorchen und hatte zudem die beste Passquote des FCB. "Er hat hervorragende Fortschritte gemacht, auch offensiv. Er schaltet sich immer mehr mit ein", erkannte sein Trainer.

Hoeneß prophezeit "Weltklasse"

Der pfeilschnelle Linksfuß wird den hohen Erwartungen, die von den Bayern-Verantwortlichen in ihn gesetzt wurden, früh gerecht.

"Er wird eine Bombe, habe ich gehört", sagte der damalige Präsident Uli Hoeneß vor einem Jahr, als noch nicht abzusehen war, wie die "Bombe" einschlagen wird.

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Inzwischen stellt nicht nur Hoeneß kühne Prophezeiungen auf.

"Er wird Weltklasse!", kündigte Uli Hoeneß im Gespräch mit SPORT1 an, nachdem Davies gegen den BVB am 9. November gegen Dortmund geglänzt hatte. Zwei Tage später sprach er von einem "sensationellen Transfer", den Hasan Salihamidzic auf die Bühne gestellt habe.

Kovac schult Davies um

Jenes Spiel gegen Dortmund war der Durchbruch des Flügelflitzers, der von Niko Kovac zum Linksverteidiger umgeschult wurde. Flick folgt der Einschätzung seines früheren Chefs: "Aktuell bin ich mit der Position, die er inne hat, sehr zufrieden. Er ist linker Außenverteidiger".

Eine Rolle, in der Davies aufblüht. "Er ist eine absolute Maschine. Wir können uns in Zukunft sicher über ähnliche Auftritte freuen", schwärmte Leon Goretzka nach der BVB-Gala bei SPORT1.

Beeinflusst Davies Alabas Zukunft?

Seitdem hat Davies weiter Gas gegeben, sodass er sogar zur langfristigen Alternative für David Alaba werden könnte. Der Österreicher hat in den vergangenen Wochen erneut bewiesen, dass er auch als Innenverteidiger eine gute Figur macht.

Gleichzeitig läuft Alabas Vertrag aber im Sommer 2021 aus, zudem soll er laut Sport Bild ein Salär fordern, wie es die Top-Verdiener um Manuel Neuer erhalten.

Davies habe bewiesen, "dass er ein Riesentalent ist und sehr großes Potenzial hat. An ihm werden wir sicherlich noch sehr viel Freude haben", kündigte Alaba an.

Davies hängt Alaba ab

Vergleicht man die beiden Linksfüße, hat Davies sogar einige (statistische) Vorteile.

Auf 90 Minuten gesehen, führt Davies (17) in dieser Saison im Schnitt deutlich mehr Zweikämpfe als Alaba (5) – bei einer klar besseren Quote (64 zu 44 Prozent).

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Offensiv kann Alaba vermehrt stärkere Werte aufweisen. Kommen 44 Prozent seiner Flanken an, sind es bei Davies nur 24. Bei der Dribblingquote allerdings ist Davies besser - und sogar stärker als Kingsley Coman, als dessen Ersatz er ursprünglich galt.

Davies mit starken Werten

Auch im Vergleich mit den aktuellen Linksverteidigern der besten sechs Teams der Liga steht Davies seinen Mann.

Mit seiner 62-prozentigen Zweikampfquote kann einzig Gladbachs Ramy Bensebaini mithalten, wobei dieser bislang deutlich weniger direkte Duelle bestritten hat. Zudem hat Davies im Positionsvergleich die beste Passquote, die meisten Dribblings und die beste Flankengenauigkeit in der Statistik stehen.

"Alphonso kann ein ganz wichtiger Spieler des FC Bayern werden", sagte Salihamidzic zuletzt der Abendzeitung.

Nimmt man die Entwicklung der vergangenen Wochen zum Anlass, erreicht Davies diesen Status eher früher als später.