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München - Mats Hummels ist bei Borussia Dortmund auf gutem Weg, die an ihn formulierten Ansprüche einzulösen. Bei Ex-Klub FC Bayern steht er nun besonders im Fokus.

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Welchen Anspruch sie an den Rückkehrer haben, daraus haben sie bei Borussia Dortmund nie einen Hehl gemacht.

Als "besten deutschen Innenverteidiger" bezeichnete Manager Michael Zorc Mats Hummels schon mehrfach, seitdem er ihn in diesem Sommer vom FC Bayern München zum BVB zurückgeholt hat. Ein Kompliment, einerseits - andererseits auch eine Aufforderung, es unter Beweis zu stellen.

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An diesem Samstag, wenn Hummels erstmals wieder mit dem BVB auf den alten Klub trifft, gilt diese Aufforderung mehr denn je (Bundesliga: FC Bayern München – Borussia Dortmund, ab 18.30 Uhr im LIVETICKER).

Mats Hummels stabilisiert BVB-Abwehr

Der Trend der vergangenen Wochen spricht dafür, dass der Weltmeister von 2014 auf gutem Weg ist, den Anspruch einzulösen: In drei Ligaspielen in Folge kassierte die nun von Hummels angeführte BVB-Abwehr kein Gegentor - zum ersten Mal in der Amtszeit von Trainer Lucien Favre.

Hummels hat entscheidend dazu beigetragen, dass der BVB das Tief der vorausgegangenen Wochen hinter sich gelassen zu haben scheint. Gerade in den wichtigen Spielen gegen Gladbach (1:0) und im Derby bei Schalke (0:0) präsentierte sich der 30-Jährige in starker Form, als Garant einer defensiven Stabilität, die beim BVB vorher nicht selbstverständlich war.

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Und dass Hummels in dieser Woche in der Champions League bei Inter Mailand nicht seinen besten Tag hatte, wurde am Ende mehr als wettgemacht von der rauschhaften zweiten Hälfte, in der die Dortmunder - von Hummels an diesem Tag als Kapitän angeführt - einen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg umbogen.

Hummels weiß genau, was nun in München auf dem Spiel steht: Eine Niederlage gegen Bayern würde die Euphoriewelle stoppen - ein Sieg würde den Pegel in neue Höhen steigen lassen.

Watzke und Zorc heben Hummels hervor

Von Hummels fordern die Bosse nun einen entscheidenden Beitrag, dass Szenario 2 eintritt, das wird aus den Äußerungen vor dem Spiel sehr deutlich.

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hebt Hummels bei Sky als Unterschiedmacher hervor ("Mir ist auch aufgefallen, dass einer der besten Spieler der Bayern in diesem Spiel nun auf der anderen Seite spielt. Das ist auch nicht so schlecht"), aus Zorcs Auftritt bei der Pressekonferenz ließ sich eine ähnliche Botschaft herauslesen.

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Zorc erinnerte an das bittere 0:5 des BVB bei Bayern in der vergangenen Rückrunde und erzählte, wie der damalige Bayern-Spieler Hummels die Partie erlebt hätte. Schon beim gemeinsamen Gang durch den Tunnel hätte er das Gefühl bekommen, dass die Bayern als Sieger vom Platz gehen würden.

Die Geschichte verriet zweierlei: Zum einen war sie ein Eingeständnis, dass die Einstellung der BVB-Spieler Wünsche offen ließ. Zum anderen drückte sie Zuversicht aus: Mit einem Anführer wie Hummels sinkt die Gefahr, dass das noch mal passiert.

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"Das darf nicht noch mal passieren"

Hummels selbst - der sich mit öffentlichen Ansagen seit seiner BVB-Rückkehr bisher eher zurückgehalten hat - hat seine jetzigen Teamkollegen schon direkt nach dem Inter-Spiel ermahnt, diesmal ein anderes Auftreten an den Tag zu legen.

"Nicht dagegengehalten" hätte der BVB in der vergangenen Saison: "Das darf nicht noch mal passieren, sonst wird es für uns ganz schwer in München." Es komme darauf an, so aufzutreten wie gegen Inter. Hummels hätte auch sagen können "mit derselben Mentalität", aber das M-Wort ist beim BVB ja gerade etwas belastet.

Zorcs eher altmodischer Appell, gegen Bayern "Männerfußball" zu spielen und "Kerle" zu sein, lässt aber auch durchblicken, dass so etwas ähnliches wie Mentalität gegen Bayern durchaus der Schlüssel sein soll.

Beim BVB hoffen sie nun mit einigem Recht, dass Hummels einer ist, der diesen Schlüssel gegen seine alten Teamkollegen umdrehen kann.