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München - In seiner SPORT1-Kolumne äußert sich Marcel Reif über Kai Havertz, Borussia Dortmund und Thomas Müller. Dabei macht er ein Liebesgeständnis und gibt Müller einen Rat.

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Hallo Fußball-Freunde,

der Umbruch im DFB-Team ist in vollem Gange und hat auch einige Lichtblicke zu bieten.

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Ich bin verknallt in Kai Havertz. Wenn ich dem zuschaue ... Er macht großartige Dinge unter Druck und mit einem strategischen Blick. Aber ich verlange noch nicht von ihm, dass er unsere Statistiken hochbringt.

Wenn du einem 20-Jährigen aufbürdest, dass er die Mannschaft ins Morgenland führen soll, dann ist das zu viel. Es wird auch Spiele geben, wo Toni Kroos mit seiner Art guttut, Metronom zu spielen, Spiele zu beruhigen und Ballbesitz zu bringen.

Es wird Situationen geben, wo ein Havertz auf Kroos schauen wird. Und es wird gut sein, wenn ein Stammesälterer da ist und sagt: "Ruhig, Junge!". Haben wir die Geduld, dass das zu einem stabilen Gebilde wird.

Watzke hat Favre geschwächt

Bei Borussia Dortmund hat auch Hans-Joachim Watzke für Aufregung gesorgt. Ich verstehe seine Aussagen nicht. Er hört sich ja gerne reden. Aber so eine Buchvorstellung mit Jürgen Klopp nebendran, bei der du den zum Messias hochstilisierst? Und kein Wort, mit dem du das relativierst und sagst: "Das war damals eine tolle Zeit, aber jetzt sind wir hier"? Das schafft Probleme.

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Favre ist ein sensibler Typ. Die Unterstützung für ihn hält sich nach außen sowieso in überschaubaren Grenzen. Spieler hören das auch. Im Moment ist alles, was in der Öffentlichkeit stattfindet, nicht hilfreich.

Ich halte es absolut nicht für ausgeschlossen, dass Favre bei anhaltenden Problemen und ausbleibendem Erfolg hinwirft.

Müller "muss aus dieser Falle raus"

Beim FC Bayern liegt etwas anderes im Argen. Die Aussage von Niko Kovac, dass er auf Thomas Müller setzen werde, "wenn Not am Mann ist", hat diesen mit Sicherheit getroffen.

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Ich bin sicher, dass mindestens 100 Leute Müller nach dem Spiel gefragt haben: "Weißt du eigentlich, was dein Trainer gesagt hat?" Wenn du so etwas liest und um die Ohren kriegst, glaube ich, dass das sehr wehtut und es dann schwer ist, sich wieder zu finden.

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Dass Müller "immer ein Bestandteil dieses Klubs sein wird", ist ein erfrischend offenes Zitat von Karl-Heinz Rummenigge. Des Klubs! Allerdings ist Müller im Moment nicht Bestandteil der Mannschaft. Denn da spielt Coutinho. Wenn Müller damit zufrieden ist, dass er bis zu seinem Lebensende eine große Figur des FC Bayern ist, unterschreibt das jeder. Wenn er aber spielen möchte, von der ersten Minute an, wird das nicht gehen.

Denn wenn Kovac Philippe Coutinho nicht spielen lässt, kriegt er Ärger mit Rummenigge. Einen Stammplatz für Müller gibt es nicht. Er muss aus dieser Falle raus. Wenn die Mannschaft so spielt wie jetzt, kommt er von der Bank. Wenn er da raus will, gibt es nur eine Lösung.

Bis demnächst

Euer Marcel Reif

Marcel Reif ist nach rund 1.500 kommentierten Spielen eine Reporter-Legende. Für seine Arbeit erhielt Reif unter anderem den "Grimme Preis", den "Deutschen Fernsehpreis" und den "Bayerischen Fernsehpreis". Seit Sommer 2016 begleitet Marcel Reif als Experte den CHECK24 Doppelpass auf SPORT1.