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München - Ex-Bayern-Stürmer Luca Toni spricht im SPORT1-Interview über den Wechsel von Franck Ribéry und die Chancen des FC Bayern in der Champions League.

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Der ehemalige Stürmer-Star Luca Toni ist eine FC-Bayern-Legende.

Zur Erinnerung: Der Mann mit dem markanten "Ohrenschrauber" beim Torjubel schoss von 2007 bis Januar 2010 in 89 Spielen 58 Tore für die Münchner und bereitete 25 weitere Treffer vor. Der Italiener war seinerzeit für elf Millionen Euro aus Florenz nach München gekommen - und eroberte die Herzen der Bayern-Fans im Sturm. Im gleichen Jahr schloss sich auch Franck Ribéry dem FC Bayern an.

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Im SPORT1-Interview verrät der inzwischen 42-Jährige, welchen Anteil er am Ribéry-Transfer nach Florenz in diesem Sommer hat, wie er sich im Vergleich mit Robert Lewandowski sieht und das Oktoberfest erlebt.

So lockte Toni Ribéry nach Florenz

SPORT1: Luca Toni, welchen Anteil haben Sie am Wechsel von Franck Ribéry nach Florenz?

Luca Toni: Als klar war, dass Francks Vertrag in München nicht mehr verlängert wird, habe ich mit dem Sportdirektor (Daniele Pradè, d. Red.) von Florenz gesprochen und ihm gesagt, dass es eine Möglichkeit gibt, mit Ribéry über einen Wechsel zu sprechen. Franck habe ich nur Gutes über meine Zeit in Florenz erzählt. Ich glaube, dass er gut dahin passt, weil die Tifosi sehr leidenschaftlich sind. Franck brauchte diese starken Gefühle, deswegen ist der Wechsel zur Fiorentina auch perfekt für ihn.

SPORT1: Ist man mit 36 als Profifußballer nicht zu alt?

Toni: Nein, nein. Ich bin doch selbst noch nicht alt, dann ist es Franck schon gar nicht.

SPORT1: Wie läuft das ab, wenn Toni sich bei Ribéry meldet?

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Toni: Ich habe mit ihm telefoniert und über einen Messenger geschrieben. Ich habe ihm gesagt, dass Florenz eine sehr schöne Stadt ist, die Mannschaft viele und leidenschaftliche Fans hat. Ich denke, dass Florenz nach den Jahren in München der richtige Ort ist, damit er seinen Spaß am Fußball ausleben kann. Franck ist auch hervorragend in Florenz gestartet.

SPORT1: Hervorragend gefällt Ihnen auch das Oktoberfest. Sie waren dieses Jahr bereits vor Ort...

Toni: Ja, es ist toll. Es ist ein großes Fest, man trinkt Bier und es ist schön, alte Freunde vom FC Bayern wiederzutreffen.

SPORT1-Chefreporter Florian Plettenberg (r.) traf Luca Toni zum Interview
SPORT1-Chefreporter Florian Plettenberg (r.) traf Luca Toni zum Interview © SPORT1

Toni: "Bayern siegen zu sehen, ist immer wieder schön"

SPORT1: Trinken Sie auf der Wiesn auch mal einen über den Durst?

Toni: Mir schmeckt Bier und ich trinke auch gerne Bier, aber immer in Maßen, denn je mehr man davon trinkt, desto öfter muss man auf die Toilette gehen. Deswegen kommt es vor den Toiletten-Eingängen auch immer zu langen Schlangen.

SPORT1: Italiener gelten als sehr modebewusst. Wie gefallen Ihnen Dirndl?

Toni: Sie gefallen mir natürlich, denn es steht den Frauen hervorragend. Aber auch die Tracht der Männer sieht gut aus. Wir haben in Italien auch Kleider für besondere Anlässe – aber nicht so merkwürdige (lacht).

SPORT1: Lassen Sie uns über den FC Bayern sprechen. Was halten Sie vom aktuellen Kader?

Toni: Die Mannschaft ist immer noch sehr stark und hat mit Robert Lewandowski einen der besten Angreifer weltweit. Bayern siegen zu sehen, ist immer wieder schön.

SPORT1: Sie sprechen ihn bereits an. Vergleichen Sie doch mal den Luca Toni in früherer Topform und Lewandowski heute.  

Toni: Lewandowski ist besser. Aber ich war auch gut, kann mich aber selbst schlecht loben (lacht). Lewandowski ist auf jeden Fall ein großer Stürmer. Er ist stark und macht viele Tore. Bayern kann sich glücklich schätzen, solch einen Angreifer in seinen Reihen zu haben. Das Problem für viele Klubs ist nämlich, einen Stürmer zu haben, der viele Tore garantiert – und das tut Lewandowski.

Toni: "Das ist natürlich schwer"

SPORT1: Haben die Münchner mit ihm die Möglichkeit, die Champions League zu gewinnen?

Toni: Das ist natürlich schwer, weil es immer vier oder fünf Teams gibt, die die Champions League gewinnen können. Um den Henkelpott zu holen, brauchst du aber auch Glück. Die Bayern sollten diese Saison aber zumindest ins Halbfinale kommen, weil sie einer der größten Klubs weltweit sind.

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SPORT1: In dem Ihr Ex-Mitspieler Oliver Kahn bald eine tragende Rolle übernimmt, weil er langfristig Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge ablösen wird. Was halten Sie davon?

Toni: Das ist eine sehr wichtige Position, da muss er viel Druck aushalten. Er wird auf Rummenigge und Uli Hoeneß folgen, die den Verein dahin gebracht haben, wo er heute steht. Das wird sehr schwer für Oliver, aber er ist einer, der jede Menge Charakter hat und auch die Lust dazu. Ich wünsche ihm jedenfalls alles Gute.

SPORT1: Können Sie sich vorstellen, auch mal so einen Posten zu übernehmen oder genießen Sie das Dolce Vita?

Toni: Ich genieße das Leben und meine Familie. Meine Rolle ist jetzt die des Familienvaters. Das ist der schönste Job der Welt.