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München - Mario Götze erlebt zu Beginn der laufenden Spielzeit viele Parallelen zur letzten Saison. Unter Favre ist er wieder nur Reservist, will sich aber erneut ins Team spielen.

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Mario Götze könnte sich gerade ein wenig wie der Schauspieler Bill Murray fühlen.

Der US-Amerikaner ist in dem Erfolgsfilm "Und täglich grüßt das Murmeltier" wahrlich nicht zu beneiden. Er hängt in einer Zeitschleife fest und erlebt immer wieder denselben Tag. 

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Götze erlebt momentan die schwierige Hinrunde der vergangenen Saison noch einmal, in der er die ersten sechs Bundesligaspiele auf der Bank verbrachte. Auch in dieser Spielzeit drückt der deutsche WM-Held von 2014 zumeist die Bank und stand nur 26 Minuten auf dem Platz. 

Die Parallelen der beiden Saisonstarts sind offensichtlich: ein Bankplatz, kritische Journalisten und Fans, Wechselgerüchte und ein Trainer, der die Diskussion um seinen Spieler nicht nachvollziehen kann.

Favre setzt auf andere

Als BVB-Coach Lucien Favre am vergangenen Freitag mit einer provokanten Frage nach Götze konfrontiert wurde, guckte der Schweizer verdutzt. Er schien sich nicht einmal sicher zu sein, ob er sie richtig verstanden hatte und antwortete schließlich: "Ich habe absolut nichts gegen Mario, er weiß das."

Fragen nach Götze sind eigentlich nichts Neues für Favre. Im Herbst des vergangenen Jahres bekam er solche bei jeder Pressekonferenz zu hören. Jetzt also auch ein Jahr später.

Dabei sollte diese Saison für Götze ganz anders beginnen, als die letzte. Schließlich hatte er sich spätestens in der Rückrunde ins Team gespielt und sich zum Stammspieler entwickelt. Zweimal hatte er den BVB sogar als Kapitän aufs Feld geführt.

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Die Vorzeichen standen also gut, doch schon in der Vorbereitung auf die aktuelle Saison waren erste Zweifel an der sportlichen Zukunft des 27-Jährigen gewachsen.

"Wir haben vorne viel Konkurrenz", fasste es Favre jüngst zusammen, als er bei einer Presskonferenz mal wieder auf die Personalie Götze angesprochen wurde. Der 61-Jährige führte Paco Alcácer, Thorgan Hazard, Julian Brandt und Jacob Bruun Larsen an. Allesamt Spieler, die bei ihm momentan höher in der Gunst stehen. Das hatte für Spekulationen gesorgt, ob Götze Dortmund noch in diesem Sommer verlassen könnte.

Zukunft von Götze weiter ungewiss

Die Gerüchte um einen Abschied sind allerdings (vorerst) hinfällig. Götze entschied sich gegen einen Wechsel im Sommer und für einen Verbleib bei seinem Herzensklub.

Den "Dortmunder Jungen", wie ihn Hans-Joachim Watzke gerne nennt, hat man bei der Borussia nicht "um mit ihm Geld zu verdienen", versicherte der BVB-Geschäftsführer schon im Dezember 2018 bei Sky. Götzes Vertrag läuft allerdings im nächsten Sommer aus und auf eine Verlängerung konnten sich die beiden Parteien bislang nicht einigen. Der Grund: Geld. Also doch.

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Genauer gesagt sein Gehalt. Götze soll vom BVB jährlich 10 Millionen Euro erhalten und nicht vorhaben, in Zukunft weniger einzustreichen. Aus Dortmunder Sicht zu viel Geld für einen Bankdrücker ohne die große Perspektive in einem breiten und qualitativ hochwertigen Kader.

Diese Perspektive räumte Favre seinem Spieler jetzt aber wieder ein. "Wir brauchen alle Spieler im Kader. Das werden wir ziemlich schnell sehen", meinte er mit Blick auf die enorme Anzahl an Spielen in den nächsten Wochen.  

Wiederholt sich der Verlauf der letzten Saison?

Im letzten Bundesligaspiel in Frankfurt durfte Götze immerhin 14 Minuten ran. Er kam für Goalgetter Paco Alcácer, der in den ersten sechs Saisonspielen bärenstarke sieben Tore erzielte, gegen Barcelona und Frankfurt zuletzt aber wirkungslos blieb.

Schon in der letzten Saison betrieb Götze ein Job-Sharing mit dem spanischen Mittelstürmer, der in diesem Jahr allerdings deutlich fitter ist. Er ist gesetzt, genau wie Kapitän Marco Reus dahinter auf der Zehn. Götzes Lieblingspositionen sind belegt, allerdings hat sich der Offensivspieler ja auch im letzten Jahr ins Team gespielt.

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Favre entscheidet "Woche für Woche" neu, "wer auf welcher Position am besten spielen kann und wer auf welcher Position der Richtige ist", meint der Coach selbst. Auch er hat die Parallelen längst erkannt. "Vor einem Jahr war es genauso, aber Mario hat dann Stück für Stück gespielt, und am Ende hat er viel gespielt." 

Eine Wiederholung der Geschehnisse? Denkbar. In Dortmund hätten sie auf jeden Fall nichts dagegen, wenn der BVB in den nächsten Monaten eine neue Version eines US-Amerikanischen Kino-Hits drehen würde. Ohne Bill Murray, aber mit Mario Götze.