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München - Bei den Bayern spielt Javi Martínez in dieser Saison noch keine große Rolle, worüber er verärgert ist. Lothar Matthäus ist sich aber sicher, dass er noch wichtig wird.

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Die Stimmung beim FC Bayern ist derzeit rosig - nur Javi Martínez ist weniger gut gestimmt. Denn der 31-jährige Baske spielt in der laufenden Saison bisher nur eine Nebenrolle.

Auf lediglich 69 Minuten Einsatzzeit kommt der defensive Mittelfeldspieler bislang in allen drei Wettbewerben. 31 Minuten waren es zuletzt gegen den 1. FC Köln (4:0) und 25 in der Champions League gegen Roter Stern Belgrad (3:0).

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Ein Umstand, über den Martínez nach SPORT1-Informationen sehr verärgert ist. Öffentlich beklagt er sich darüber aber nicht. (Bundesliga: SC Paderborn gegen FC Bayern München ab 15.30 Uhr im LIVETICKER).

Zum Vergleich: Nach sieben Pflichtspielen in der Vorsaison standen für ihn immerhin 366 Minuten Einsatzzeit zu Buche.

Matthäus glaubt an Martínez

Lothar Matthäus ist sich sicher, dass der Defensiv-Stratege (Vertrag bis 2021) noch wichtig werden wird für die Münchner.

"Sie brauchen ihn auf jeden Fall, weil sie einen breiten und hochqualitativ aufgestellten Kader brauchen. Martínez ist ein Typ Sechser, der vielleicht jetzt noch nicht so gebraucht wurde. Es werden aber wieder die Spiele kommen, in welchen er wieder wichtig sein wird auf der Sechs. Vor allem, wenn es richtig hart auf hart kommt", sagt die Bayern-Legende im Gespräch mit SPORT1 im Rahmen eines FCB-Termins.

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"Maschinez" im CL-Achtelfinale

Ähnlich war die Situation für den zwölfmalige Nationalspieler Spaniens in der Vorsaison.

Erst als sich die Bayern nach der 0:3-Heimpleite gegen Borussia Mönchengladbach auf dem Höhepunkt ihrer Herbst-Krise befanden, war fortan vor allem Martínez regelmäßiger gefragt – im defensiven Mittelfeld. Den Münchnern verlieh er mit seiner Kopfballstärke und seinem Zweikampfverhalten Stabilität.

Auch im Achtelfinale der Champions League gegen den FC Liverpool setzte Kovac auf ihn und weil er derart abräumte, wurde aus Martínez in den Medien und auf den hauseigenen Bayern-Kanälen kurzerhand "Maschinez".

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Pavard und Kimmich als "Problem"

Sein aktueller Nachteil sei laut Matthäus auch der Umstand, dass mit Neuzugang Benjamin Pavard ein Spieler geholt wurde, der Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger vertreten kann.

Kimmich rückt dadurch oft ins Mittelfeld vor, wodurch Kovac "noch einen spielstärkeren Spieler" mehr habe, so Matthäus, "obwohl ich Martínez auch als spielstarken Sechser sehe, der ein gutes Passspiel hat. Es wirkt vielleicht bei ihm etwas anders. Niko Kovac hat eben viele Mittelfeldspieler, da muss sich jemand hinten anstellen. In dem Fall trifft es Martínez."

Hinzu kommt, dass Kovac mit dem wiedergenesenen Corentin Tolisso einen weiteren zentralen Mittelfeldspieler zur Verfügung hat, auf den er setzt. Thiago ist ohnehin Stammspieler und auf die große Rotation verzichtet Kovac bislang.

Martínez vor erstem Startelf-Einsatz?

Matthäus' Rat an Martínez: "Einfach weiterarbeiten. Javi ist immer ein fairer Spieler gewesen. Es ist ähnlich wie bei Marc-André ter Stegen: Man kann nicht zufrieden sein, wenn man auf der Bank sitzt. Trotzdem geht es anderen Spielern auch so, aber beim FC Bayern wird es immer gleich groß gespielt. Beim SC Paderborn sitzen auch Spieler auf der Bank, die genauso sauer sind. Aber Martínez wird noch ein wichtiger Spieler in dieser Saison sein."

Möglich wäre, dass ihn Kovac am Samstag bei Kellerkind Paderborn erstmals in dieser Saison starten lässt, schließlich steht bereits am Dienstag das schwere Auswärtsspiel in der Königsklasse bei den Tottenham Hotspur an (Champions League: Tottenham Hotspur gegen FC Bayern München ab 21 Uhr im LIVETICKER).

Als SPORT1 Kovac vor zehn Tagen auf Martínez ansprach und ihn fragte, wie zukünftig mit ihm geplant werde, sagte der Trainer: "Es wird immer über diejenigen berichtet und versucht zu sprechen, die nicht spielen. Ich sage es nochmal: Zu unserer Zeit hat man mit den gesprochen und über die geschrieben, die gespielt haben. Die waren wichtig. Jetzt versucht man es umzudrehen. Ich hoffe, Sie haben Verständnis, wenn ich nicht immer auf die eingehen, die im Moment nicht spielen können. Ich rede mit den Spielern, das ist auch gut so. Lassen Sie uns über die reden, die spielen."

Danach folgten für Javi Martinez immerhin zwei Kurzeinsätze.