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München - Benjamin Pavard durchlebt gegen Mainz 05 ein Auf und Ab. Nach Pfiffen und drohender Auswechslung folgen Traumtor und Assist. Die Positonsfrage bleibt.

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Vom Buhmann zum Umjubelten - Benjamin Pavard hat beim 6:1 des FC Bayern gegen den 1. FSV Mainz 05 äußerst wechselhafte 90 Minuten erlebt.

Nachdem ihm in der Partie am 3. Bundesliga-Spieltag zunächst bemerkenswert wenig Positives gelang und er obendrein beim frühen Gegentor nicht die allerbeste Figur machte, zog sich der 23 Jahre alte Abwehrspieler den Unmut der Fans zu - und auch den des Trainers.

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Doch nach seinem sehenswerten Treffer zum 1:1 durfte der französische Weltmeister durchspielen, steigerte sich und gehörte zu den gefeierten Stars.

Kovac dachte über Pavard-Wechsel nach

Während Pavard in der ersten Runde des DFB-Pokals und am 1. Liga-Spieltag noch in der Innenverteidigung zum Einsatz kam, rückte er gegen Mainz 05 wie schon in der Vorwoche auf Schalke nach außen. Als Backup für Joshua Kimmich, der erneut im zentrale Mittelfeld auflief, sollte Pavard die rechte Außenbahn rauf und runter laufen.

Zu Beginn lief er aber nur hinterher. In der 6. Minute ließ Pavard seinen Gegenspieler Jean-Paul Boetius entwischen und unbedrängt zur Mainzer Führung einköpfen.

Als der für 35 Millionen Euro vom VfB Stuttgart nach München gewechselte Abwehrspieler dann nach etwa einer halben Stunde eine Flanke ins Nirgendwo jagte, waren in der zu diesem Zeitpunkt recht stillen Allianz Arena sogar Pfiffe zu vernehmen.

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Zu diesem Zeitpunkt überlegte Niko Kovac bereits, Pavard vom Platz zu nehmen und Kimmich zurück auf die Rechtsverteidigerposition zu beordern. "Ich habe kurz vor dem 1:1 schon überlegt, zu wechseln. Coco (Corentin Tolisso, d. Red.) war schon beim Aufwärmen", verriet der Bayern-Coach nach der Partie.

Es sollte anders kommen.

Pavard: "Musste treffen für mich, für die Mannschaft"

Denn wenig später jubelte ihm die im "Schlauchboot" versammelte rot-weiße Fanschar frenetisch zu. In einer Reminiszenz an sein Traumtor im WM-Achtelfinale 2018 gegen Argentinien nahm er eine Flanke von Ivan Perisic im Strafraum technisch anspruchsvoll volley und erzielte den Ausgleich (36.).

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"In meinem Kopf musste ich mich selbst fangen, ich musste treffen für mich, für die Mannschaft", sagte Pavard anschließend zu seinem Treffer.

Fortan lief es für ihn - wie für das gesamte Team - besser.

Am Ende des Tages stand ein Kantersieg zu Buche und ein "zufriedener" Pavard vor den Mikros. "Es hat Spaß gemacht, heute hier zu sein."

FC Bayern "ist eine andere Dimension"

Und nach einem Pokalspiel und drei Liga-Partien bleibt festzuhalten, dass Pavard jeweils die vollen 90 Minuten auf dem Feld stand - was nicht zwangsläufig zu erwarten war.

"Es ist eine andere Dimension. Der FC Bayern ist der FC Bayern, das ist der beste Klub in Deutschland. Die Anforderungen sind hoch", sagt der Neuzugang des deutschen Rekordmeisters. "Es gefällt mir, Fortschritte zu machen. Ich bin jung und ich bin ein Arbeiter. Keine Frage, ich arbeite."

Das wird Pavard wohl oder übel auch müssen, um weiterhin viele Einsatzminuten sammeln zu können. Die Position rechts hinten ist im Plan des Trainers nicht dauerhaft für ihn vorgesehen, schließlich ist Kimmich für Kovac "einer der weltbesten Außenverteidiger" und hat als Rechtsverteidiger "offensiv ein unheimliches Potenzial".

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Und in der Innenverteidigung spielen sich Niklas Süle und Lucas Hernández als Stammpersonal fest. Wohl auch deshalb ist für Pavard selbst die Positionsfrage zweitrangig. "Ich favorisiere die Position vom Trainer, vom Verein", sagt der Franzose. "Ich habe nicht wirklich die Wahl."

Gegen Mainz zeigte Pavard dem Trainer nicht nur mit seinem Tor, dass auch er offensive Qualitäten hat. Mit einer zielgenauen Flanke bereitete er das 3:1 durch Perisic (54.) vor - wie eine butterweiche Antwort auf die vorangegangenen Pfiffe.