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Cottbus - Der FC Bayern hat Ivan Perisic für ein Jahr ausgeliehen. Nach dem Pokal-Erfolg bei Energie Cottbus stellen die Bayern-Stars aber klar, dass es dabei nicht bleiben soll.

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"Wir haben nie das Vertrauen in unsere Bosse verloren und wussten, dass noch was kommen muss und wird."

Noch bevor die Leihe von Ivan Perisic (Inter Mailand) am Dienstag offiziell vom FC Bayern vermeldet wurde, schien David Alaba ob des Transfers des 30-jährigen Kroaten am Montagabend zumindest kurzfristig durchzuatmen.

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17 (bisherige Feldspieler) + 1 (weiterer Neuzugang) – so lautet die Zwischenrechnung der Münchner. Nicht nur Alaba ließ aber durchhorchen: Perisic ist noch nicht genug!

Bayern unter Transferdruck

Die Verantwortlichen um Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, der den Perisic-Deal zur Chefsache erklärte, sowie Sportdirektor Hasan Salihamidzic, der sich vor wenigen Tagen noch gegen den Perisic-Deal aussprach, basteln im Hintergrund weiter am Kader der Münchner. Auch deshalb blieben sie und Präsident Uli Hoeneß der 1. Runde des DFB-Pokals bei Energie Cottbus (3:1) am Montagabend fern – und stattdessen in München.

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Lediglich der 2. Vizepräsident Walter Mennekes saß auf der Tribüne und besuchte die Mannschaft nach Abpfiff in der Kabine. Alles in allem ein Novum, das dem Transferdruck des Rekordmeisters geschuldet ist.

20 Tage verbleiben den Münchnern, um weitere Hausaufgaben zu erledigen.

Diese lauten:

  • Eine weitere Flügel-Alternative neben Perisic verpflichten
  • Entscheiden, ob Wunschspieler Leroy Sané trotz Kreuzbandanriss und bevorstehender Operation verpflichtet werden soll
  • Einen von Trainer Niko Kovac geforderten, spielstarken zentralen Mittelfeldspieler finden oder einen Backup für Robert Lewandowski

Bayern-Stars sind noch nicht zufrieden

Die Bayern-Bosse müssen aber nicht nur Sorge tragen, den eigenen Kader zu verstärken. Es gilt, auch die anspruchsvollen Führungsspieler um Kapitän Manuel Neuer, Joshua Kimmich, sowie Lewandowski zu besänftigen.

Direkt (Lewandowski, Kimmich) und indirekt (Neuer) ließen verlauten, dass noch was kommen muss, wenn es denn etwas mit den Ambitionen der Münchner werden soll. Im besten Fall Spieler der Marke Königsklasse, um auch in der Champions League angreifen zu können. Schließlich soll nicht wieder im Achtelfinale Schluss sein.

Perisic wird den Kader, vor allem in der Breite, gewiss verstärken. "Er ist ein Spieler, der uns sicherlich weiterhelfen wird. Er weiß, wie man auf dem höchsten Level spielt", schwärmte Alaba vorab über Perisic mit Sätzen, die er auch zu Philippe Coutinho sagen könnte.

Die Gerüchte um den Brasilianer werden zumindest heißer.

Coutinho in München ein Thema?

Der 27-Jährige soll den Münchner von seinem Agenten Kia Joorabchian angeboten worden sein. Ein Klub-Sprecher des FC Barcelona hat der Süddeutschen Zeitung und Goal und Spox bestätigt, dass der Deutsche Rekordmeister sein Interesse angemeldet hat.

Im Raum steht eine mögliche Leihe (plus Kaufoption) desjenigen, der Barcelona im Januar 2018 noch rund 145 Millionen Euro Ablöse an den FC Liverpool wert war. Der aber irgendwie kein typischer Flügelspieler ist, sondern mehr der Filigrane fürs Zentrum. Ein Typ wie James Rodríguez eher, der München in diesem Sommer unglücklich verließ.

Allerdings soll Barca laut der Mundo Deportivo ein erstes Angebot für eine Leihe des 27-Jährigen abgelehnt haben.

"Er ist ein technisch exzellenter Spieler, hat einen guten Abschluss und ist sehr gut bei Standards. Er ist ein Spieler für eine Mannschaft, die offensiven Fußball praktiziert und viel Ballbesitz hat. Er verfügt auch über eine gute Mentalität. Nicht umsonst hat er sich beim FC Liverpool in England durchgesetzt, wo es für Brasilianer auch nicht ganz einfach ist", erklärt Spanien-Experte Miguel Gutiérrez im Gespräch mit SPORT1:

"Schwächen hat er im Spiel ohne Ball. Er ist keiner, der gerne Defensiv-Aufgaben übernimmt. Er ist auch nicht der Allerschnellste, also kein Coman oder Bale. Ich halte ihn ansonsten für einen ziemlich kompletten Spieler, der die Bayern mit seiner Qualität verstärken könnte."

Kovac dementierte den Namen Coutinho jedenfalls nicht, als er nach dem Cottbus-Sieg darauf angesprochen würde. Bei Leon Bailey aus Leverkusen tat er das aber neulich.

Folgen also schon zeitnah weitere Neuzugänge?

Perisic noch nicht genug

"Die Transferperiode ist ja noch nicht zu Ende. Es ist ja so, dass wir in den letzten Jahren immer einen guten Kader hatten und auch in dieser Saison wieder einen guten Kader haben werden", sagte Neuer in Cottbus im Rahmen seiner zurückhaltenden Bewertung des Perisic-Transfers ("Ein Spieler, der die Bundesliga sehr gut kennt").

Für einen Hallo-Wach-Moment sorgte er dafür im darauffolgenden Satz. Perisic sei "flexibel in der Offensive". Eben dort, wo man laut des 33-Jährigen Bedarf habe. Ob er nun wegen des Neuzugangs erleichtert sei, wurde Neuer gefragt. Dessen Antwort: "Wir haben natürlich im Vorfeld mit den Verantwortlichen darüber gesprochen. Dementsprechend war ich mir immer sicher, dass da was passieren wird."

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Als SPORT1 Neuer fragte, wen er mit "wir" meinte, hüllte er sich in Schweigen. Klar aber scheint, dass nicht nur Neuer mit den Bossen über die Notwendigkeit von Transfers gesprochen hat.

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Alaba bekam die Frage nach der Erleichterung übrigens auch gestellt. "Was heißt erleichtert?", entgegnete der Österreicher rhetorisch. "Die Saison ist sehr lang und der Kader war bisher wirklich nicht der Größte", fügte er für Alaba-Verhältnisse deutlicher hinzu.

Perisic ist also noch nicht genug.