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München - Mit David Alaba und Thomas Müller spielen nur zwei Eigengewächse bei den Bayern-Profis. Müller nennt Kevin de Bruyne als "Paradebeispiel" für die Probleme.

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David Alaba und Thomas Müller sind im Kader des FC Bayern zwei absolute Ausnahmen.

Das Duo wurde einst im Bayern-Nachwuchs ausgebildet und schaffte später (Müller 2009, Alaba 2011) den Durchbruch bei den Profis des Rekordmeisters. Seither versuchten diverse Bayern-Talente, dauerhaft den Sprung in den Profi-Kader zu schaffen - bisher ohne Erfolg.

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Mit der Eröffnung des Bayern-Campus 2017 und dem Aufstieg der Bayern-Amateure in die dritte Liga wollen die Münchner nun wieder den eigenen Nachwuchs im Profi-Kader etablieren.

Nachwuchs-Duo beeindruckt Kovac

Im Trainingslager am Tegernsee waren mit Maximilian Zaiser, Paul Will, Lars-Lukas Mai, Alexander Nollenberger und Keeper Christian Früchtl teilweise gleich fünf vielversprechende Nachwuchsspieler dabei und durften sich bei Trainer Niko Kovac beweisen.

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Der Neuseeländer Sarpreet Singh und Winter-Neuzugang Alphonso Davies, ebenfalls noch im Talent-Status, haben beim Trainer der Bayern-Profis bereits bleibenden Eindruck hinterlassen.

"Ich bin mit ihm (Singh, Anm. d. Red.) sehr zufrieden und bin auch positiv überrascht über die Entwicklung. Bei ihm und Alphonso sieht man, dass sie sehr viel weiter sind, als der ein oder andere in der zweiten Mannschaft", lobte Kovac: "Beide haben es in der Vorbereitung gut gemacht."

Es sind Worte, die das Duo und wohl auch die anderen Nachwuchsspieler auf regelmäßige Einsätze bei den Profis des FC Bayern hoffen lässt. Natürlich begünstigt durch den aktuell schmalen Kader des Kovac-Teams.

Aber selbst regelmäßige Einsatzzeiten garantieren noch nicht den dauerhaften Durchbruch, wie das Beispiel von Gianluca Gaudino zeigt. Der Sohn von Ex-Profi Gianluca Gaudino kam in der Saison 2014/2015 unter Pep Guardiola acht Mal in der Bundesliga zum Einsatz, konnte sich aber nicht nachhaltig durchsetzen. Inzwischen spielt er beim Schweizer Meister Young Boys Bern.

"Die Jungs sind alle gut. Es ist ja in der Jugend-Debatte die beim FC Bayern geführt wird ja auch nicht so, dass keine guten Jugendspieler nach oben kommen", erklärte Bayern-Urgestein Müller kürzlich in einer Medienrunde die Probleme für den Bayern-Nachwuchs.

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Der Ur-Bayer ergänzte: "Aber es ist halt so, dass wir in jedem Spiel, egal wann und wo, drei Punkte holen müssen und es hat kein junger Spieler Zeit, da mal reinzuschnuppern und Spielpraxis zu bekommen, ohne, dass es relevant ist, wie danach das Ergebnis lautet."

De Bruyne als "Paradebeispiel"

Müller mahnt daher zur Geduld - und führt Kevin de Bruyne als "Paradebeispiel" an.

"Der ist ja nicht irgendein Fußballer, sondern einer der Top-Ten weltweit auf seiner Position. Der war mit Anfang 20 auch schon Fußballer und bei einem Topklub und hat erst nach zwei Ausleihen und einem Vereinswechsel seinen Durchbruch geschafft", meinte Müller: "Wenn einer mit dieser Qualität mit 18, 19, 20 sich nicht bei einem Topklub durchsetzen kann, wie soll es dann jemand schaffen, der von der Entwicklung her vielleicht noch ein bisschen länger braucht?".

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De Bruyne stand bereits 2012 beim FC Chelsea unter Vertrag, schaffte aber erst durch Leihen zu Werder Bremen und dem VfL Wolfsburg, die ihn 2014 sogar verpflichteten, den Durchbruch. 2015 zog es den Belgier zu Manchester City, wo er seither zu den besten Spielern der Premier League gehört.

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Ähnlich erging es beim FC Bayern Philipp Lahm (Leihe zum VfB Stuttgart), Toni Kroos (Bayer Leverkusen) und auch Alaba (TSG Hoffenheim). Sie sammelten zunächst bei anderen Klubs wertvolle Erfahrungen, um im Anschluss gestärkt und gereift einen neuen Anlauf zu nehmen.

Kader bietet Bayern-Talenten Chancen

Allerdings scheint die Chance auf den vermeintlichen Durchbruch bei Bayern schon lange nicht mehr so groß wie in diesem Sommer. "Wenn du einen großen Kader mit sehr viel Qualität hast und du schaffst es, in einer Saison wenig Verletzungen zu haben, dann hast du natürlich mehr Härtefälle und dadurch bedingt vielleicht etwas mehr Unruhe", schilderte Müller indirekt die Vorteile eines kleinen Kaders.

Dadurch rücken Bayerns Talente automatisch verstärkt in den Fokus und können sich ins Rampenlicht

Und so könnten Müller und Alaba im Sommer 2020 nicht mehr die absolute Ausnahme beim FC Bayern sein.