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München - Borussia Dortmund sichert sich bereits früh alle Neuzugänge und greift nun nach dem Titel. Hans-Joachim Watzke erhöht den Druck und träumt bereits.

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Um 10.59 Uhr gab der FC Bayern am Dienstag die Leihe von Ivan Perisic bekannt.

Während ein Großteil der Fußball-Fans aktuell über das Für und Wider des Deals und die Transfer-Strategie der Bayern diskutiern, können sich die Anhänger von Borussia Dortmund entspannt zurücklehnen.

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Denn bereits wenige Tage nach dem Ende der vergangenen Bundesliga-Saison hatte der BVB die Transfers von Nico Schulz, Thorgan Hazard und Julian Brandt innerhalb von 40 Stunden für 75 Millionen vollzogen.

Gut einen Monat später verkündete die Borussia die Rückkehr von Mats Hummels für 30,5 Millionen Euro aus München, bevor am 1. Juli mit Barca-Talent Mateu Morey der letzte Neuzugang unter Dach und Fach gebracht wurde.

Watzke erklärt frühe Transferoffensive

Während viele andere Klubs noch mit der internen Kaderplanung beschäftigt waren, hatte der BVB inklusive der Kaufoption von Paco Alcácer bereits 130 Millionen investiert und seine Kaderplanung weitestgehend abgeschlossen - und das vor Beginn des Transferfensters am 1. Juli.

"Wir wollten möglichst schnell unsere Zugänge fix machen, damit wir nicht in einen Preiskampf geraten", verriet BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Dienstag auf der Dortmunder Bilanzpressekonferenz die Hintergründe der frühen Transferoffensive.

Ein klarer Vorteil gegenüber dem FC Bayern, der noch am 8. Juli auf einen "Domino-Effekt" wartete und seitdem nur Perisic als zusätzlichen Neuzugang präsentiert hat.

Zumindest aktuell wirkt es so, als habe sich die Borussia weitaus cleverer auf dem Transfermarkt verhalten.

Meistertitel als Ziel des BVB

Bereits nach dem letzten Saisonspiel gegen Borussia Mönchengladbach hatten die Dortmunder für die kommenden Saison das Ziel Meisterschaft ausgegeben und nur wenig später ihren Worten drei Transfers folgen lassen.

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Er habe gewollt, "dass wir keine Diskussion darüber führen, warum wir nicht Meister geworden sind, sondern dass darüber gesprochen wird, dass wir in der neuen Saison Meister werden wollen", erklärte Watzke beim BVB-Talk "19.09 - der schwarzgelbe Talk" der Ruhrnachrichten.

Doch es wird viel von den Neuzugängen erwartet: "Wir haben keine Nachwuchsspieler verpflichtet, sondern mehr oder weniger nur Nationalspieler. Ich glaube, dass alle mit unserer Zielvorgabe umgehen können, aber sie müssen es jetzt beweisen", sagte der gebürtige Sauerländer.

BVB-Kaderplanung "eigentlich" abgeschlossen

Nach der Verpflichtung von Hummels war der Kader zwischenzeitlich sogar deutlich zu groß, aber auch diese Baustelle konnte Sportdirektor Michael Zorc inzwischen abarbeiten. Elf Spieler wurden bereits wegtransferiert und bescherten den Dortmundern - den Verkauf von Christian Pulisic an den FC Chelsea für 64 Millionen Euro eingerechnet - insgesamt 130 Millionen Euro an Einnahmen und damit eine ausgeglichene Transferbilanz.

Am Ende könnte sogar ein Plus stehen, denn Watzke deutete an, dass es noch weitere Abgänge geben könnte: "Wir nähern uns immer mehr der Wunschgröße unseres Kaders an."

Wirkliche Streichkandidaten gibt es aber nicht mehr. Im BVB-Talk meinte der 60-Jährige, dass die Kaderplanungen "eigentlich" abgeschlossen seien. Raphael Guerreiro könnte den Klub allerdings noch verlassen, sollte er sich nicht mit einer Vertragsverlängerung anfreunden können.

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Durch die frühen Neuverpflichtungen konnte BVB-Trainer Lucien Favre von Beginn an mit und an seiner Wunschformation arbeiten - im Vergleich mit dem ärgsten Meisterschaftsrivalen FC Bayern ein klarer Vorteil.

BVB mit Vorteilen gegenüber FC Bayern

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Dort hat man nach Perisics Verpflichtung am Dienstag weiterhin gerade einmal 18 Profi-Feldspieler im Kader. Vor allem in der Offensive besteht nach den Abgängen von Arjen Robben (Karriereende), Franck Ribéry (Ziel unbekannt) und James Rodríguez (Leih-Ende, Real Madrid) noch Handlungsbedarf, was auch den Bayern-Spielern nicht verborgen geblieben ist.

Mehr oder weniger offen forderten sie in den vergangenen Wochen Verstärkungen. Dabei gaben die Münchner bereits insgesamt 115 Millionen Euro für Lucas Hernández (80 Millionen Euro) und Benjamin Pavard (35 Millionen Euro) aus.

Während auf die Bayern-Verantwortlichen also im Transfer-Endspurt noch Arbeit wartet, herrscht in Dortmund aktuell große Zufriedenheit.

Watzke will Feier am Borsigplatz

"Das letzte Mal, dass wir keine einzige Niederlage in der Saisonvorbereitung hatten, war 2011. Das Ende ist bekannt", meinte Watzke mit Blick auf das Double in der damaligen Saison.

Gegen eine Wiederholung hätte er nichts einzuwenden, betonte Watzke. Denn die letzte Meisterfeier am Borsigplatz sei lange her "und ich habe immer das Gefühl gehabt seit 2012, dass es noch nicht die letzte gewesen sein kann."

Mit dem klugen Transfer-Vorgehen ist dem BVB zumindest ein kleines Meisterstück bereits gelungen.