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Der FC Bayern hat sich im Fall Mario Mandzukic offenbar entschieden. Und was wird aus Leroy Sané und Jérôme Boateng? Bayerns Transferendspurt bleibt spannend.

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Noch am Freitagabend gab sich Uli Hoeneß wortkarg. Mit einem breiten Lächeln auf den Lippen ging er an den wartenden Journalisten vorbei. Parallel dazu liefen die ersten Bestätigungen zur einjährigen Bayern-Leihe von Philippe Coutinho vom FC Barcelona ein. Dazu äußern wollte sich der Präsident nicht.

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Dafür sprach Hoeneß am Samstag während eines Golfturniers. Bei Sky erklärte er relativ unerwartet den Kader nun für derart "komplett" und "gut aufgestellt", wie man sich das vorgestellt habe. Dank Coutinho, der zuvor klargemachten Leihe von Ivan Perisic und dem noch folgenden Kauf von Mickael Cuisance (Borussia Mönchengladbach) habe man den noch Anfang Juli "zu kleinen Kader" nun "mit Qualität aufgefüllt". Der Trainer könne mit diesem Kader nun in "aller Ruhe" bis Weihnachten arbeiten, dann sehe man weiter, so Hoeneß.

Sind die Sommer-Einkäufe der Bayern somit beendet?

Nicht unbedingt.

Aber: Zu einer Rückkehr von Mario Mandzukic wird es wohl nicht kommen. Nach Informationen der Bild haben die Bayern-Bosse von einer Verpflichtung des 33 Jahre alten Stürmers Abstand genommen.

Zuletzt hatten die Bayern nach übereinstimmenden Medienberichten über Mandzukic als Backup für Robert Lewandowski nachgedacht. Trainer Niko Kovac schätzt seinen Landsmann und hatte ihn vereinsintern bereits vor längerem vorgeschlagen. Wie im Fall von Perisic stieß diese Idee zunächst jedoch auf wenig Gehör. Bei Perisic schwenkten Kovacs Vorgesetzte schließlich um, bei Mandzukic nun wohl nicht.

SPORT1 erfuhr aus Italien, dass Mandzukic, sollte er wechseln, nur nach München möchte. Bei Juventus Turin steht er deshalb auf der Abgabe-Liste, weil der italienische Rekordmeister in der Offensive noch bis zu zwei Spieler loswerden will. Seine Konkurrenten sind Cristiano Ronaldo, Douglas Costa, Federico Bernardeschi, Paulo Dybala, Juan Cuadrado, Gonzalo Higuaín und Marko Pjaca. 

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Der Kroate wird bei den Bayern oft genannt, wenn sich an die Triple-Saison 2013 unter Jupp Heynckes erinnert wird. Unvergessen sein 1:0-Führungstreffer beim Final-Erfolg gegen Borussia Dortmund (2:1). Zwischen 2012 und 2014 absolvierte er 88 Pflichtspiele für die Münchner, erzielte 48 Tore und lieferte 14 Assists. Er war ein unangenehmer Stürmer, der traf, wehtat und kämpfte.

Kurios: Mandzukic wechselte 2014 auch wegen der Bayern-Verpflichtung von Lewandowski zu Atlético Madrid, obwohl er noch einen Vertrag bis 2016 besaß, dessen Verlängerung sogar im Raum stand. Damals ging es darum, mit BVB-Star Lewandowski die Offensive qualitativ zu verstärken. Mandzukic war jedoch schon damals als Spieler bekannt, der die Auswechselbank scheut. Pep Guardiola bekam das auch zu spüren.

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Wohl kein weiterer Sechser mehr

Definitiv abgeschlossen scheinen die Bemühungen um einen weiteren Mittelfeldspieler zu sein, denn mit Mickael Cuisance hat man eine günstige und talentierte Alternative zu Marc Roca (Espanyol Barcelona) gefunden, der die Bayern rund 40 Millionen Euro hätte kosten sollen.

Auf die Frage, ob man sich noch nach einem defensivstarken Sechser umschaue, sagte Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge: "Nein, schauen wir nicht."

Dafür sei Lucas Hernández jetzt wieder topfit. Möglich also, dass die Bayern ihren 80-Millionen-Neuzugang auch für das defensive Mittelfeld in Betracht ziehen - oder sogar Benjamin Pavard.

Und was wird aus Sané?

Bliebe noch die Personalie Leroy Sané. Der Wunschspieler aller Bayern-Veranwortlichen wird nach seiner Knie-Operation in Innsbruck rund sechs Monate ausfallen.

Rummenigge ließ darauf angesprochen durchblicken, dass ein Transfer in diesem Sommer wohl eher nicht mehr zustande kommt, wie SPORT1 bereits exklusiv berichtet hat.

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Offen ist, ob man in diesem Fall im Winter oder im Sommer 2020 einen weiteren Sané-Vorstoß wagt.

Gibt Bayern noch Spieler ab?

Nicht ausgeschlossen ist indes, dass die Bayern noch einen Spieler verkaufen. Top-Kandidat dafür ist nun doch wieder Jérôme Boateng, der nach starker Vorbereitung im Pokal gegen Energie Cottbus (3:1) und zum Saisonauftakt gegen Hertha BSC (2:2) nicht eine Minute spielte.

Renato Sanches, der im Gespräch mit SPORT1 am Freitagabend erklärte, nach seinem Kurzeinsatz nun doch wechseln zu wollen, bekam von Rummenigge noch am Abend ein Wechsel-Verbot und tags drauf von Kovac, laut Bild, eine fünfstellige Geldstrafe.

Beendet der Mandzukic-Transfer Bayerns Wechsel-Aktivitäten diesen Sommer endgültig? Aus Italien hört man, dass der Deal näher rücke, aber noch nichts sicher sei. Verheißungsvoll sagte Lewandowski nach dem Berlin-Remis: "Ich weiß, dass wahrscheinlich noch was passiert.”