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München - Der FC Bayern München sucht weiter nach Verstärkungen. Leroy Sané wäre die Premiumlösung, könnte aber gleichzeitig auch zum Stolperstein werden.

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Wenn es einer wissen muss, dann Reiner Calmund.

"Brazzo ist keine Bratwurst", sagte der langjährige Manager, dem auf diesem Gebiet sicherlich keiner die Kompetenz absprechen würde, als er vor zwei Wochen auf die ausbleibenden Transfers des FC Bayern angesprochen wurde. "Es ist nicht mehr so, dass Bayern einen Spieler anruft und der dann in den Flieger steigt."

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Brazzo, auch bekannt als Hasan Salihamidzic, seines Zeichens Sportdirektor der Münchner, jettet dagegen sehr wohl um die Welt.

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Salihamidzic arbeitet (noch) ohne Ertrag

Zwar trat er die USA-Reise des deutschen Meisters nicht an, das hatte aber wiederum den Grund, dass er mit Hochdruck an möglichen Neuzugängen arbeitet und beispielsweise gesehen wurde, als er im Privatjet mit Bayerns Chefscout Marco Neppe zum Flughafen Le Bourget, nordöstlich von Paris, flog. Um wen es dabei ging? Offen.

Das Problem: Noch immer kann er keine Erfolge vorweisen. Die bisherigen Neuzugänge Lucas Hernández, Benjamin Pavard und Fiete Arp waren früh eingetütet. Seitdem hängt der Klub in der Warteschleife.

Sané lässt Bayern zappeln

Über allem schwebt dabei neben Callum-Hudson Odoi in erster Linie Leroy Sané. Der deutsche Nationalspieler ist das erklärte Wunschziel der Bayern. Daraus machen sie keinen Hehl.

Der Umworbene selbst hält sich allerdings äußerst bedeckt. Derzeit befindet er sich mit Manchester City auf Asienreise und erweckt dort nicht unbedingt den Eindruck, als fühle er sich unwohl. Auch sein Trainer Pep Guardiola bleibt ob der Avancen aus Süddeutschland betont gelassen.  

Bayern wartet. Salihamidzic wartet. Und verprellt damit mögliche Alternativen?

Bayern hält sich Flügelspieler warm

Am Donnerstag wurde bekannt, dass den Münchnern Flügelspieler Brais Méndez angeboten wurde. Zwar weiß der Spieler selbst offenbar noch nichts von seinem Glück, sein Berater aber bestätigte eine Kontaktaufnahme und verwies auf Salihamidzic. “Hasan hat alle Informationen“, sagte Vicente Fores Spox und Goal.

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Linksaußen Steven Bergwijn von der PSV Eindhoven ist ebenfalls ein Name, der an der Säbener Straße kursierte. Bayern soll Interesse hinterlegt haben, zögert aber offenbar mit einem offiziellen Angebot. Zu lange? “Es ist kein Geheimnis, dass es mehrere Klubs gibt, die ihn wollen“, machte Bergwijns Berater Fulco van Kooperen deutlich.

Wie lange also kann Salihamidzic vermeintliche C-Lösungen hinhalten? Was ist mit Timo Werner, der laut kicker nach wie vor unbedingt zu Bayern will, bei dem nach SPORT1-Informationen aber nicht alle im Klub davon überzeugt sind, dass er weiterhelfen kann?

Salihamidzic im Zwiespalt

Der Zwiespalt, in dem Salihamidzic steckt. Auf der einen Seite "lechzt" der FC Bayern laut Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge nach der Champions League.

Dafür braucht es Unterschiedsspieler, dafür braucht es Profis, "die sofort helfen", wie es Robert Lewandowski ausdrückte.

Auf der anderen Seite läuft dem deutschen Rekordmeister so langsam die Zeit davon. Im Werben um das oberste Regal, wo Spieler wie Sané oder Barcelonas Ousmane Dembélé zu finden sind. Aber auch eine Etage tiefer, wo die Bergwijns, Yannick Carrascos oder Dani Olmos anzusiedeln sind.

Wo bleibt Rummenigges Dominostein?

Nach wie vor fehlen in der Offensive Alternativen. Qualitativ, aber auch quantitativ. Boss Rummenigge hatte zuletzt immer wieder betont, dass ein entscheidender Dominostein fallen müsse, um den Transfermarkt so richtig in Gang zu bringen.

Angesichts der Wechsel von Eden Hazard, Antoine Griezmann oder Joao Félix bleibt eigentlich nur noch Neymar als letzter Auslöser. Bis dessen mögliche Rückkehr zum FC Barcelona über die Bühne geht, könnte angesichts der finanziellen Situation der Katalanen allerdings noch reichlich Zeit vergehen. Ob Bayern diese noch hat?

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Und der ist ja schließlich keine Bratwurst.