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München - Mats Hummels kehrt dem FC Bayern nach drei Jahren womöglich den Rücken. Die Bayern gehen damit in mehrfacher Hinsicht ein Risiko ein.

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Während hierzulande seine Zukunft heiß diskutiert wird, legt Mats Hummels beim Urlaub in der Sonne Floridas ein bisschen die Füße hoch.

Dass Hummels nach seiner Rückkehr aus dem Sommerurlaub seine Fußballschuhe wieder für Borussia Dortmund schnüren wird, zeichnet sich immer mehr ab. Es fehlt wohl nur noch Hummels' Zustimmung.

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Wie die Bild am Sonntag berichtete, soll der FC Bayern ein Angebot des BVB für den Innenverteidiger über 20 Millionen Euro plus Erfolgsnachschläge "als angemessen akzeptiert haben". Auch Hummels stehe demnach einem Transfer positiv gegenüber. Laut kicker sind bezüglich der Ablöseforderung aber noch einige Hürden zu nehmen.

Kovac droht Personalpuzzle in der Abwehr

Und Niko Kovac soll dem Wechsel laut BamS bereits "grundsätzlich zugestimmt haben" - was aber auch heißt: Der Trainer des FC Bayern steht in der Abwehr vor einem kniffligen Personalpuzzle.

Im Januar hatte Kovac Niklas Süle zum Abwehrchef auserkoren. Als klarer Innenverteidiger Nummer eins geht der Nationalspieler daher auch in die kommende Spielzeit.

Den Kampf um die Nummer zwei in der Defensiv-Zentrale entschied Hummels für sich und festigte seinen Status mit starken Leistungen in der Endphase der Saison.

Zukunft von Boateng offen

Dem dadurch zum Bankangestellten degradierten Jérôme Boateng legte Präsident Uli Hoeneß nach Saisonende einen Wechsel nahe.

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"Er ist kein Spieler, der das verträgt", sagte Hoeneß über Boatengs Reservistenrolle, "und dann ist es besser für ihn, zu gehen."

Zwar hatte Boateng anschließend beteuert, er werde bestimmt nicht wegrennen, aber dass er selbst im Falle eines Abgangs von Hummels bei Bayern noch eine Zukunft hat, gilt als äußerst fraglich.

Generationenwechsel auf Kosten von Erfahrung

Mit den Neuverpflichtungen von 80-Millionen-Mann Lucas Hernández von Atlético Madrid und Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart für 35 Millionen Euro hat der Rekordmeister den Generationenwechsel im Team weiter vorangetrieben.

Doch durch die voraussichtlichen Abgänge der beiden 30-jährigen Hummels und Boateng büßen die Bayern auf einen Schlag jede Menge Erfahrung in der Innenverteidigung ein.

Martínez als Übergangslösung

Diesen Verlust könnte zumindest aushilfsweise Javi Martínez ausfüllen. Der Spanier fühlt sich im defensiven Mittelfeld zwar wohler, hat aber auch schon als Innenverteidiger bei den Bayern zuverlässige Dienste geleistet.

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Martínez wäre zumindest kurzfristig eine naheliegende Lösung, da die Neuzugänge womöglich noch ein wenig Zeit brauchen.

Hernández verletzt - Pavard auf Formsuche

Hernández musste sich unmittelbar nach seiner Verpflichtung Ende März einer Knie-OP unterziehen. "Der Spieler wird dem FC Bayern zum Saisonstart zur Verfügung stehen", versicherte Teamarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt damals.

Selbst bei optimalem Heilungsverlauf verpasst der französische Weltmeister dadurch aber einen Großteil der Sommervorbereitung.

Pavard hat eine mehr als durchwachsene Saison, die schließlich im Abstieg mit dem VfB Stuttgart mündete, hinter sich. Nun gilt es für den 23-Jährigen, bei seinem neuen Klub seiner WM-Form wieder nahe zu kommen.

Bayern bei de Ligt aus dem Rennen

Weitere Verstärkungen sind in der Abwehr vorerst nicht geplant.

Im Werben um den international ebenfalls heiß begehrten Ajax-Nachwuchsstar Matthijs de Ligt hat nach jüngsten Berichten von De Telegraaf offenbar Paris Saint-Germain die Nase vorn. Auch der FC Barcelona wurde zuletzt als mögliches Ziel noch vor den Bayern gehandelt.

Stand jetzt umfasst Bayerns Kader für die kommende Saison noch 18 Spieler. Zieht man Hummels und Boateng ab, blieben noch 16.

Hummels stärkt Hauptkonkurrent BVB

Für die großen Ziele würden die Bayern mit einem solch kleinen Kader ein großes Risiko eingehen.

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Im Kampf um die Meisterschaft würde man durch Hummels' Abgang darüber hinaus noch den direkten Konkurrenten aus Dortmund, der mit Nico Schulz, Thorgan Hazard und Julian Brandt schon fleißig aufgerüstet hat, stärken.

Bis Anfang September bliebe den Bayern aber noch Zeit, ihrerseits in Sachen Transfers noch mal in die Offensive zu gehen.